Aus dem Leben: Sprüche in der Arztpraxis

Im Eifer des Gefechts rutscht es raus: Doppeldeutiges, Missverständliches - aber oft unfreiwillig Komisches! Dr. Peter Krapf, niedergelassener Orthopäde in Trier, hat die besten Sprüche aus seiner Praxis gesammelt.

Helferin: wenn er blockiert ist, dann hört er auf dem linken Auge nicht mehr. 

Kabine 6 ist gekachelt und hat kein Fenster. Wenn es sehr heiß ist, benutzen wir die Kabine nicht. Helferin vor den wartenden Patienten zu mir: „Für 6 heut zu heiß!“
Warteliste auf dem PC zeigt noch sechs Patienten an. Helferin zu mir: „Wir stehen auf sechs.“

In den Daten des PC (Medi Star) wird bei jeder Behandlung der Name der anwesenden Helferin angegeben. Versehentlich wurde der Name der Helferin unter Dauerdiagnose vermerkt. So kam die Frau eines Patienten nach Erhalt dessen Rechnung mit der Frage: „Warum steht auf der Rechnung von der PVS als Diagnose ,Sandra‘?“

Helferin zu einem Patienten: „Wir (gemeint war ich) waren früher mal zusammen …“ Lange Pause, ich fragte mich inzwischen, was Sie meint. „… auf einer Fortbildung.“

Pfiffige Helferin mit langem Pferdeschwanz in Anspielung auf meine wenigen Haare: „Mein Freund hat auch nur noch wenige Haare. Man hatte ihn gefragt: entweder Haare oder Verstand. Er hat sich dann für den Verstand entschieden.“ Meine Gegenfrage: „Und wie war das bei dir?“

Eine ältere Patientin erschien wieder wegen ihren Rückenschmerzen in meiner Praxis, begleitet von ihrem circa zehn Jahre älteren Mann, und begrüßte mich mit den Worten: „Ich bin wieder mit meinem alten Leiden da.“ Ich meinte: „Nur weil ihr Mann zehn Jahre älter ist, müssen Sie ihn nicht so diskriminieren.“

Junge, knapp 25-jährige zierliche Studentin, Asiatin, erscheint wegen Fußschmerzen nach einem Halbmarathon. Ihre Knieschmerzen hätte ich so gut geheilt. Ich möchte ihr jetzt auch wieder helfen. Ich (über 100 kg und wenige Zentimeter größer) meinte salopp: „Das kommt vom Alter und vom Übergewicht. Wie schwer sind Sie?“ Sie entgegnete mir: „Knapp 50 kg.“ Darauf ich: „Dann bin ich ein bisschen schwerer als Sie.“ Sie lächelte und antwortete: „Ich bin ja auch ein bisschen kleiner als Sie.“

Ein Hausarzt meldet sich als Patient an der Anmeldung an. Helferin: „Ihr Hausarzt bitte?“ Keine Antwort des Arztes. Helferin mit Blick auf den PC: „Ah, Sie machen es sich selbst.“

Ein Patient hat in ländlicher Gegend ein Haus umgebaut und will dort Praxisräume anbieten. Helferin, die früher beim Kinderarzt tätig war, zu mir: „Herr Doktor, prima. Wir gehen aufs Land und machen Kinder.“

Helferin: „Der Doktor ist heute so voll. Da geht heut gar nix mehr.“

Helferin: „Der Doktor ist heut so zu. Da geht erst wieder am Freitag was.“

Ein Patient ist wegen einer Schulterteilsteife in Behandlung. Mit Mühe gelingt das Anheben des Arms um 50 Grad. Helferin: „Der kriegt auch nichts mehr hoch.“

Auf der Stuhlreihe vor meinem Behandlungszimmer sitzen fünf attraktive Damen und ein älterer kleiner Herr mit Namen Hase. Ich öffne die Tür und rufe (wie immer): „Wo ist denn mein Häschen?“ Wirre Blicke der Damen. Mein älteres Häschen erhebt sich und betritt das Sprechzimmer. – Häschens Frau ist übrigens eine geborene Gans.

Nach 20-jähriger Praxistätigkeit berichtet eine Patientin im Beisein meiner Helferin: „Ich bin schon seit über 30 Jahren bei Ihnen in Behandlung.“ Dann, mit Blick zu meiner Mitte 20-jährigen Helferin: „Waren Sie auch von Anfang an dabei?“ Der Blick meiner Helferin sprach Bände.

Eine Mutter Mama kommt erstmals mit ihrer kleinen Tochter zu mir. Als diese mich sieht, beginnt sie zu weinen. Mutter: „Du brauchst keine Angst haben, als ich so klein war, wie du, war ich auch schon bei dem Doktor Krapf in Behandlung.“ Tochter unterbricht ihr Weinen: „Oh, muss der aber alt sein, dass der immer noch lebt!“

Mein Praxiskollege betritt das Zimmer, während ich eine ältere Dame behandele. Im Rahmen der entstandenen Diskussion unterbricht uns die Dame. Mit Blick zu meinem Kollegen: „Sind Sie überhaupt Arzt?“  Er verstummt sofort und verlässt schweigend den Raum. Hätte ich nicht geschafft!

Ich begrüßte einen circa 70-Jährigen freundlich mit den Worten: „Guten Tag, junger Mann.“ Prompt bekam ich die Antwort: „Ziehen Sie sich erstmal eine Brille an.“

Helferin zum Patienten: „Der Doktor kann noch nicht. Er hat gerade hinten einen drin.“

Auf einem ärztlichen Online-Portal fand ich mich selbst einmal unter der Überschrift: „Krapfadern“.

Manchmal begrüße ich meinen letzten Patienten vor Beendigung der Sprechstunde, zugegeben etwas salopp, mit den Worten: „Sie sind das Allerletzte.“ Ein junger Mann lächelte mich daraufhin an und erwiderte: „Kein Problem, das höre ich täglich. Ich bin Betriebsprüfer.“

„Gehen Sie bitte mal aus der Patientin raus!“

„Ich habe Frau Müller vor die Tür gesetzt“ (gemeint war, Frau Müller solle schon einmal vor dem Sprechzimmer Platz nehmen)

„Es ist nicht so, dass ich bei der Arbeit keine Bewegung habe. Ich sitze auf dem Stuhl und rolle nach vorne und nach hinten. Und manchmal rolle ich auch zur Seite.“

Ein Patient berichtet mir, dass er bei der Arbeit mit der Maus am PC nach drei bis vier Stunden Schmerzen im Unterarm habe. Ich blickte auf meine Helferin und sagte zu ihm: „Wenn ich mit meiner Maus arbeite, habe ich auch nach acht Stunden noch keine Schmerzen.“

Aus Arztbriefen

„Keine Befundänderung im Verlauf. Unveränderte Lage des Osteosynthesematerials. Kein messbarer Hörverlust der benachbarten Wirbelkörper.“

„chronische Bronchitis präpatellaris“ – gemeint war die Bursitis

„Coxa Seiltanz“ – gemeint war Coxa saltans

Korrespondenzadresse

Dr. med. Peter Krapf
Facharzt für Orthopädie, Trier
Schwerpunktpraxis Ernährungsmedzin BDEM
www.krapf-kaltenkirchen.de