Couchpotatoes riskieren schmerzhafte Arthrose und Bewegungseinschränkung

Ob Digital Natives, Schulkinder oder Büroarbeiter: Ein sitzender Lebensstil kann Knie- und Hüftgelenkarthrosen begünstigen. Gelenkknorpel wird spröde und baut sich ab, wenn im Rahmen von Bewegung nicht regelmäßig Nährstoffe und Flüssigkeit in seine Oberfläche gepumpt werden. Schmerzhafte Arthrosen und Bewegungseinschränkungen können die Folge sein.

Menschen jeden Alters sollten sich deshalb täglich ausreichend bewegen, sagt die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik (AE). Die Fachgesellschaft möchte ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Bewegungsmangel nicht nur Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes und Krebs begünstigt, sondern auch den Gelenken schaden kann. Seit der frühindustriellen Zeit hat sich die Zahl der Arthrosen mehr als verdoppelt. Das haben Forscher in einer soeben in den „Proceedings“ der National Academy of Sciences („PNAS“) veröffentlichten US-Studie herausgefunden*. „Auch wir beobachten zunehmend mehr Arthrosen und Gelenkschäden bei unseren Patienten“, sagt Professor Dr. med. Karl-Dieter Heller, Generalsekretär der AE. Inzwischen betrifft die weltweit häufigste Gelenkerkrankung in Deutschland ein Drittel der über 60-Jährigen. Auch wenn es bereits zu Arthrosen gekommen sei, könne maßvolle Bewegung helfen, das Fortschreiten einer Arthrose zu verlangsamen. Tierexperimentelle Studien hätten gezeigt, dass dies den Knorpel zwar nicht regenerieren, wohl aber die gelartige Puffersubstanz im Knorpel aufbauen könne. Insgesamt gelte es, mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren.

*­Ian J. Wallacea et al., Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS), 114 ( 35);  9332–9336, doi: 10.1073/pnas.1703856114

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik