Volkskrankheit Venenleiden – Bundesärztekammer ignoriert Patientenwohl

Die Bundesärztekammer plant die Abschaffung der Zusatzweiterbildung Phlebologie und gefährdet mit dieser Entscheidung nicht nur unzählige Patienten, sondern stellt sich damit auch gegen die Marschrichtung von Politik und Krankenkassen. Die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie protestiert heftig gegen diese Abschaffung und fordert eine flächendeckende Ausbildung in diesem wichtigen Bereich der Medizin.

Schon jetzt ist die Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden als schwerster Form eines Venenleidens in Deutschland unzureichend. Viele Patienten leiden über Monate oder gar Jahre an offenen Stellen am Bein. Auch die Wartezeiten und Anfahrtswege sind in weiten Teilen unzumutbar. Schutz vor Spätfolgen bietet jedoch nur eine frühzeitige Diagnose und eine leitliniengerechte Therapie. 

In der Venenheilkunde ist die Spezialisierung unerlässlich

Die Entscheidung der Bundesärztekammer vom 20. April 2018, die Zusatzweiterbildung Phlebologie abzuschaffen, steht den Bedürfnissen der Bevölkerung und aktuellen Entwicklungen in Europa diametral gegenüber. Die finale Entscheidung über die Zukunft oder den Wegfall der Zusatzweiterbildung Phlebologie soll auf dem Deutschen Ärztetag im Mai 2018 fallen. 

Weniger Spezialisten für Patienten mit Krampfadern, Thrombosen, offenen Beinen oder Lymphödemen

Die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie protestiert heftig gegen die geplante Abschaffung und sieht das Wohl der Patienten massiv gefährdet. Patienten mit Krampfadern, Thrombosen, offenen Beinen oder Lymphödemen finden in Folge dieser Entscheidung keinen Spezialisten mehr, der eine qualifizierte Ausbildung vorweisen kann. „Gerade in der Venenheilkunde ist die Spezialisierung unerlässlich. Fehlt hier die richtige Diagnose, sind die Folgen oft verheerend“, so Prof. Dr. med. Markus Stücker, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie. 

Argumente für den Erhalt der Zusatzbezeichnung Phlebologie sind: 

  • Phlebologische Erkrankungen sind mit etwa 30 % Betroffener innerhalb der Bevölkerung eine echte Volkskrankheit, die häufiger ist als andere Volkskrankheiten.
  • Die Zusatzbezeichnung Phlebologie ist tatsächlich ein „Zusatz“ und nicht in bereits vorhandenen Weiterbildungen enthalten. Umfassende phlebologische Kenntnisse werden in keiner Facharztweiterbildung vollständig vermittelt.
  • Beim UEMS (Union Européenne des Médecins Spécialistes) Council Meeting in Brüssel im Oktober 2017 wurde das multidisziplinäre European Training Requirement (ETR) Phlebology ohne Gegenstimmen verabschiedet. Europa orientiert sich mit der Entscheidung an der bisherigen deutschen Weiterbildungspraxis. Eine Abschaffung der Zusatzbezeichnung Phlebologie in Deutschland erscheint damit absurd.

Weitere Informationen zum Thema unter: 
http://www.phlebology.de/wir-ueber-uns-seite/aktuelles-news/538-newsletter 

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Phlebologie

www.phlebology.de