Hausärztliche Leistungen bei Patienten in stationärer Behandlung

In der Privatliquidation können von niedergelassenen Ärzten erbrachte Leistungen auch dann berechnet werden, wenn der Patient zur gleichen Zeit stationär im Krankenhaus behandelt wird. Das betrifft nicht nur Leistungen, die vom Krankenhausarzt veranlasst werden.

Vom Krankenhaus ist es vor allem ein Konsil, das angefordert wird. Das ist schon durch das telefonische Gespräch erfüllt, in dem der Krankenhausarzt sich mit dem Hausarzt hinsichtlich der weiteren Behandlung nach Entlassung des Patienten abstimmt. Dafür ist keine eigens erfolgte Untersuchung des Patienten erforderlich.

Krankenhauspatienten: Konsil kann dem Patienten in Rechnung gestellt werden

Durch die Hinzuziehung des niedergelassenen Arztes wird er gemäß § 17 Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) zum Bestandteil der „Wahlleistungskette“.

Der niedergelassene Arzt kann deshalb die erbrachte Leistung dem Patienten in Rechnung stellen. Formal ist darauf zu achten, dass das Konsil mit dem Chefarzt oder seinem im Wahlleistungsvertrag genannten Vertreter erfolgt. Wer der Vertreter ist, weiß der niedergelassene Arzt oft nicht. Deshalb geht man davon aus, dass es einer der Oberärzte sein sollte.

Dass ein Hausarzt zur Mitbehandlung im Krankenhaus herangezogen wird, ist selten.

Wenn, gilt auch dann, dass die erbrachten Leistungen gegenüber dem Patienten selbst berechnungsfähig sind. Erfolgt die Mitbehandlung auf akute Anforderung im Einzelfall hin, können nicht nur die beim Patienten erbrachten Leistungen, sondern auch Besuchsgebühr und Wegegeld berechnet werden.

 

Vom Patienten veranlasste Leistungen


Häufiger ist der Fall, dass der Patient den Rat des Hausarztes zu einer vorgesehenen Behandlungsmaßnahme oder einer Medikamentenumstellung einholt. Das ist dann kein Konsil, sondern eine nach Nr. 1 oder Nr. 3 GOÄ berechenbare Beratung.


Diese Beratung muss nicht unbedingt gegenüber dem Patienten selbst erfolgen. Sie kann als so genannte „mittelbare Beratung“ auch gegenüber Angehörigen oder anderen Bezugspersonen erbracht werden.

Selbstverständlich muss man darauf achten, dass die in Abwesenheit des Patienten erfolgte Beratung in seinem Interesse erfolgt. Man sollte dann daran denken, dass die Nr. 4 GOÄ an die Stelle der Nr. 1 oder Nr. 3 GOÄ treten kann.

Hausarzt kann Wiederholungsrezept ausstellen

Eine weitere Leistung, die auch während einer stationären Behandlung erfolgen kann, ist die Ausstellung eines Wiederholungsrezeptes. Dafür ist die Nr. 2 GOÄ berechenbar, gegebenenfalls zusätzlich des Portos.

Kein „auf Verlangen“ wenn medizinisch notwendig

Vom Patienten oder den Angehörigen beziehungsweise den Bezugspersonen veranlasste Leistungen müssen in der Rechnung nicht unbedingt als „auf Verlangen“ gekennzeichnet werden. Das müssten sie nur dann, wenn sie nicht medizinisch notwendig gewesen wären. Ohne Notwendigkeit als „Wunschleistung“ gekennzeichnete Leistungen könnten beim Finanzamt das Begehren nach der Umsatzsteuer auslösen.

„Serviceleistungen“ wie Anrufe

Um berechenbar zu sein, müssen die Leistungen vom Krankenhausarzt, dem Patienten oder den Angehörigen angefordert worden sein.

Bloße „Serviceleistungen“ wie zum Beispiel der vom Arzt ausgehende Anruf ohne medizinische Notwendigkeit, sind nicht berechenbar.

Minderungspflicht um 15%, Belegärzte

Nach § 6a GOÄ müssen die während einer stationären Behandlung des Patienten erbrachten Leistungen von hinzugezogenen niedergelassen Ärzten um 15 Prozent gemindert werden. Das sollte man auch bei vom Patienten oder Angehörigen selbst veranlassten Leistungen tun, denn der § 6a GOÄ nennt „privatärztliche“ Leistungen. Die Bestimmung gilt dadurch nicht nur für „wahlärztliche“ Leistungen.

„Wahlärztlich“ sind nur solche Leistungen, die durch am Krankenhaus angestellte Ärzte mit Liquidationsrecht erbracht werden. Ebenso sind Leistungen „privatärztlich“, wenn der Privatpatient in belegärztlich-stationärer Behandlung ist.

Bei wichtigPrivatpatienten sind vom niedergelassenen Arzt erbrachte Leistungen auch dann berechenbar, wenn der Patient sich in dieser Zeit in stationärer Behandlung durch Krankenhausärzte befindet.

Hausärztlich relevante Beispiele möglicher Leistungen sind

- Konsile

- Beratungen

- Unterweisungen von Bezugs­personen

- Wiederholungsrezepte

Nach § 6a GOÄ müssen die Honorare für diese Leistungen um 15 Prozent gemindert werden.