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Urologie, Allgemein- & Innere Medizin, Medizin, Naturheilverfahren Urologie, Allgemein- & Innere Medizin Biofaktoren, im Alter

Dossier Biofaktoren

Welche Rolle ein Nährstoffmangel bei der Prävention und Therapie von Volkskrankheiten spielt, welche Biofaktoren in welchem Alter besonders wichtig sind und wie Arzneimittel zu Biofaktor-Räubern werden können, erfahren Sie im Dossier „Biofaktoren“.

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Foto Prof. Dr. med. Klaus Kisters

Unser Experte Herr Prof. Dr. med. Klaus Kisters, Professor an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, stellvertretender Leiter des Dialysezentrums Herne und stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft für Biofaktoren e. V. (GfB) beantwortet gerne Ihre Fragen.

Schreiben Sie eine E-Mail an: info(at)wpv.de

Biofaktoren

Wie Mikronährstoffe den männlichen Hormonstoffwechsel unterstützen

Die Regulation männlicher Hormone – allen voran Testosteron, Dihydrotestosteron und Androstendion – ist für Lebensqualität, Stoffwechselgesundheit, Muskelkraft, Libido und Fertilität von zentraler Bedeutung. Neben genetischen Faktoren, Lebensstil und Alter rücken Biofaktoren wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zunehmend in den Fokus, da sie essenzielle Schritte der Steroidbiosynthese und der hormonellen Regulation beeinflussen können.


02.02.2026
D. Birkelbach
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In der urologischen Praxis zeigt sich, dass viele Männer – insbesondere im höheren Lebensalter – eine suboptimale Versorgung mit essenziellen Biofaktoren aufweisen können. Vor diesem Hintergrund lohnt sich ein genauer Blick auf jene Biofaktoren, für die eine solide wissenschaftliche Evidenz hinsichtlich ihres Einflusses auf die männliche Hormonachse vorliegt.1,2

Testosteronhaushalt: Zink, Vitamin D und Magnesium im Fokus

Für die Synthese und Regulation von Testosteron spielen mehrere Vitamine und Mineralstoffe eine wichtige Rolle. Am besten untersucht ist Zink:3 Es unterstützt die Funktion der Leydig-Zellen sowie verschiedene Schritte der Steroidogenese. Ein Zinkmangel ist häufig mit erniedrigten Testosteronspiegeln assoziiert, während eine Substitution die Testosteronwerte oftmals normalisieren kann. Darüber hinaus beeinflusst Zink Libido, Spermatogenese und den Prostatastoffwechsel4,5,6 und moduliert die Aktivität der 5-Alpha-Reduktase.7,8,9

Vitamin D wirkt über den Vitamin-D-Rezeptor direkt im Hodengewebe und ist ebenfalls in die Steroidogenese eingebunden. Studien zeigen, dass ein Vitamin-D-Mangel mit erniedrigten Testosteronwerten einhergeht. Zudem kann Vitamin D die Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron (DHT) modulieren und entzündliche Prozesse im Gewebe regulieren.10,11,12

Auch Magnesium wirkt hormonmodulierend: Es kann die Bindung von Testosteron an das Sexualhormon-bindende Globulin (SHBG) beeinflussen und dadurch den Anteil des freien, biologisch aktiven Testosterons erhöhen. Zusätzlich entfaltet Magnesium antioxidative und entzündungshemmende Effekte und unterstützt so die hormonelle Balance.13

Was bewirken Biofaktoren im Androgenstoffwechsel?

Dihydrotestosteron entsteht durch die Umwandlung von Testosteron mittels der 5-Alpha-Reduktase und bindet deutlich stärker an Androgenrezeptoren als Testosteron selbst. Ein ausgewogenes Verhältnis von Testosteron und DHT ist entscheidend für die Gesundheit der Prostata, die Funktion der Haarfollikel und den Hautstoffwechsel.

Auch hier spielen Zink, Vitamin D und Magnesium eine wichtige Rolle:

  • Zink kann die Aktivität der 5-Alpha-Reduktase beeinflussen und so die Balance zwischen Testosteron und DHT modulieren.
  • Vitamin D wirkt nicht nur auf die Aktivität dieses Enzyms, sondern beeinflusst auch androgenabhängige Gene. Studien deuten darauf hin, dass eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung entzündliche Mikroprozesse im Prostatagewebe reduzieren und so die hormonelle Reaktivität unterstützen kann.14,15,16
  • Magnesium stabilisiert die Signalübertragung über den Androgenrezeptor und unterstützt den zellulären Energiestoffwechsel. Auf diese Weise kann es indirekt die Sensitivität der Zielzellen gegenüber DHT positiv beeinflussen.

Androstendion: Welche Rolle spielen Biofaktoren?17

Androstendion dient als zentrale Vorstufe der Testosteronsynthese. Seine Umwandlung erfordert mehrere enzymatische Schritte, die durch bestimmte Biofaktoren unterstützt werden. Vitamin D, Vitamin B6 und Magnesium fördern die Aktivität relevanter Enzyme der Steroidogenese. Vitamin C spielt zudem eine wichtige Rolle für die Nebennierenfunktion, in denen ein Teil des Androstendions gebildet wird. Eine ausreichende Versorgung mit diesen Biofaktoren gewährleistet eine optimale Bereitstellung von Androstendion und trägt dazu bei, die Testosteronproduktion aufrechtzuerhalten.

Fazit für die urologische Praxis

Eine ausreichende Versorgung mit zentralen Biofaktoren – insbesondere Zink, Magnesium und Vitamin D, ergänzt durch Vitamin C und B-Vitamine – kann die Regulierung der männlichen Sexualhormonachse unterstützen und die endokrine Balance verbessern. Biofaktoren ersetzen keine hormonelle Therapie, können jedoch als wissenschaftlich fundierte Ergänzung im Rahmen eines ganzheitlichen urologischen Behandlungskonzepts sinnvoll eingesetzt werden.
 

1 Litwack, G. (Hrsg.): Vitamins and Hormones. Academic Press/Elsevier, 2005
2 Donini LM, Guillet C (Hrsg.): Endocrine Aspects of Food and Nutrition. Springer-Verlag, 2026
3 Te L et al.: Correlation between serum zinc and testosterone: A systematic review. J Trace Elem Med Biol 2023 Mar; 76: 127124  
4  Christudoss P et al.: Zinc status of patients with benign prostatic hyperplasia and prostate carcinoma. Indian J Urol 2011 Jan; 27(1): 14-18
5 Sauer AK et al.: Zinc Deficiency in Men Over 50 and Its Implications in Prostate Disorders. Front Oncol 2020 Aug 6; 10: 1293
6 Tiscione D et al.: Daidzein plus isolase associated with zinc improves clinical symptoms and quality of life in patients with LUTS due to benign prostatic hyperplasia: Results from a phase I-II study. Arch Ital Urol Androl 2017 Mar 31; 89(1): 12-16
7 Franklin RB et al.: Zinc and zinc transporters in normal prostate and the pathogenesis of prostate cancer. Front Biosci 2005 Sep 1; 10: 2230-2239
8 Costello LC, Franklin RB: A comprehensive review of the role of zinc in normal prostate function and metabolism; and its implications in prostate cancer. Arch Biochem Biophys 2016 Dec 1; 611: 100-112
9 Das K, Buchholz N: Benign prostate hyperplasia and nutrition. Clin Nutr ESPEN 2019 Oct; 33: 5-11
10 Abu-Zaid A et al.: The Impact of Vitamin D on Androgens and Anabolic Steroids among Adult Males: A Meta-Analytic Review. Diseases 2024 Sep 25; 12(10): 228  
11 De Angelis C et al.: The role of vitamin D in male fertility: A focus on the testis. Rev Endocr Metab Disord 2017 Sep; 18(3): 285-305
12 Blomberg Jensen M:  Vitamin D metabolism, sex hormones, and male reproductive function. Reproduction 2012 Aug; 144(2): 135-152
13 Maggio M et al.: The Interplay between Magnesium and Testosterone in Modulating Physical Function in Men. Int J Endocrinol 2014; 2014: 525249  
14 Zhang W et al.: Vitamin D Deficiency as a Potential Marker of Benign Prostatic Hyperplasia. Urology 2016 Nov: 97: 212-218  
15 Kohl S: Can We Link Vitamin D Deficiency to Benign Prostatic Enlargement? An Observational Case Control Study. Sri Lanka Journal of Urology. 2020 Dec; 14: 16
16 Espinosa G et al.: Vitamin D and benign prostatic hyperplasia -- a review. Can J Urol 2013 Aug; 20(4): 6820-6825
17 Badaway MT et al.: Androstenedione (a Natural Steroid and a Drug Supplement): A Comprehensive Review of Its Consumption, Metabolism, Health Effects, and Toxicity with Sex Differences. Molecules 2021 Oct 14; 26(20): 6210

 

Autorin
Biologin Dr. Daniela Birkelbach

Dr. rer. nat. Daniela Birkelbach
Gesellschaft für Biofaktoren e. V.
daniela.birkelbach@gf-biofaktoren.de
www.gf-biofaktoren.de


Dossier Biofaktoren

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