Ausstellung: Romantiker am Rhein und in Sachsen

Das Museum Kunstpalast in Düsseldorf stellt in seiner aktuellen Ausstellung die romantische Malerei der Düsseldorfer Malerschule der sächsischen Landschaftsmalerei gegenüber.

Zitierweise: HAUT 2021;32(1):44

Die große Neubetrachtung beider Malerschulen mit 130 Werken wurde zusammen mit dem Museum der Bildenden Künste in Leipzig erstellt. Für Sachsen steht Caspar David Friedrich im Mittelpunkt. Um 1820 genoss Friedrich weiteste Anerkennung. Wichtige Sammler wie das preußische Königshaus schätzten ihn. Kurz darauf geriet er aber in Vergessenheit und erst im 20. Jahrhundert wurde er wieder allgemein bekannt und bewundert. 60 seiner bekanntesten Werke sind jetzt versammelt: die „Lebensstufen“ ebenso wie die „Frau am Fenster“ und die „Frau vor der auf- oder unter­gehenden Sonne“. Auch die „Kreidefelsen auf Rügen“ und der „Friedhof im Schnee“ sind zu sehen. Eingerahmt werden diese Spitzenwerke durch Friedrichs Dresdner Malerfreunde wie den Mediziner Carl ­Gustav Carus und Ludwig Richter. Deutlich ist zu sehen, wie die Landschaftsgemälde Friedrichs und seiner Freunde Natur nicht nur abbilden, sondern Empfindungen wecken wollen. Sehr gut zeigt die Ausstellung, wie der Erfolg der Düsseldorfer Malerschule mit der weniger hohen Schätzung der Dresdner Maler zusammenfiel.

Auch die Düsseldorfer Malerschule ist mit hervorragenden Werken vertreten. Hier sind es vor allem Andreas und Oswald Achenbach, Wilhelm Schirmer und Carl Friedrich Lessing. Ihre großformatigen Werke zeigten mehr Dramatik, Pathos und Heiterkeit. Sie erzählten Geschichten und überzeugten mit technischer Raffinesse. Ihr Aufstieg fiel auch mit der aufblühenden Rheinromantik zusammen. – Eine wichtige und mit ihren sowohl farbenfrohen als auch nachdenk­lichen Bildern Mut machende Ausstellung in schwerer Zeit.      

Information

Katalog: 38 Euro im Buchhandel, 29,80 Euro im Museum. 
Kunstpalast, Ehrenhof: geplant bis 7.3.2021, Eintritt 12 Euro, ermäßigt 9 Euro, Kinder unter 18 Jahren frei.
Wiedereröffnung nach Ende des Lockdowns; künftige Öffnungszeiten zu erfahren unter www.kunstpalast.de 

Anschließend soll die Ausstellung bis 6.6.2021 in Leipzig im Museum der Bildenden Künste zu sehen sein (www.mdbk.de).

Dr. Ernst Wanner