Gezerrt, geprellt, gerissen

Neun von zehn Muskelverletzungen entstehen im Sport. Dabei ist nicht immer direkte Gewalteinwirkung der Grund: Viel häufiger führt zu starke oder einseitige Belastung beim Training zu Zerrungen, Verhärtungen und Co.

Experten warnen vor allem Freizeitsportler davor, beginnende Schmerzen in der Muskulatur auf die leichte Schulter zu nehmen und so eine ernsthafte, langwierige Verletzung zu riskieren.

So beugen Sportler Muskelverletzungen vor

  • Wer krank oder verletzt ist, sollte nicht trainieren.
  • Die Trainingskleidung sollte vor Kälte und Feuchtigkeit schützen, damit die Muskulatur nicht abkühlt.
  • Ein Aufwärmprogramm mit 20 Minuten lockerem Joggen hilft den Muskeln, ihre optimale Betriebstemperatur zu erreichen.
  • Muskeln wirken immer in Paaren (Spieler /Gegenspieler). Sportarten wie Fußball oder Joggen etwa beanspruchen die Vorderseite des Oberschenkels stärker als die Rückseite. Gezielte Kräftigungsübungen können dieses Ungleichgewicht kompensieren. Wer zusätzlich die Rumpfmuskulatur trainiert, stabilisiert den ganzen Körper und schützt sich so vor Verletzungen.
  • Zu hartes Training bringt keine Leistungssteigerung: Der Trainingsplan sollte zum individuellen Leistungsvermögen des Sportlers passen und den Muskeln ausreichend Zeit zur Erholung lassen.

Die steigenden Anforderungen im Spitzensport und die zunehmende Beliebtheit des Breitensports führen dazu, dass auch die Zahl der Muskelverletzungen zunimmt. „Gerade für Profi-Athleten zählt bei der Behandlung und Regeneration jeder Tag“, so Prof. Dr. med. Thomas Vogl, der das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main leitet. „Eine Früherkennung möglicher Schwachstellen zwischen Sehnen- und Muskelgewebe und möglichst genaue Prognosen zum Heilungsprozess werden daher immer wichtiger.“
Dank bildgebender Diagnostik können Orthopäden und Unfallchirurgen Art und Ausmaß einer Verletzung sehr gut einschätzen und sogar eine Prognose zum Heilungsprozess geben, so der Experte. „Im MRT können wir sogar nachweisen, an welchen Stellen ein Muskel bereits geschädigt oder überlastet ist, bevor der Patient überhaupt Schmerzen hat.“

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V.