Biofaktorenmangel und Fertilität?

Studien zufolge spielt eine optimale Versorgung mit ausgewählten Biofaktoren wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen eine wichtige Rolle für die Fruchtbarkeit von Frau und Mann.

Bei Frauen mit guter Vitamin-D3-Versorgung erhöht sich die Schwangerschaftsrate im Vergleich zu Frauen mit Vitamin-D3-Mangel.1 Der Biofaktor kann aufgrund der Expression des Vitamin-D-Rezeptors und des Enzyms Cytochrom P450 27B1 in Eierstöcken, Uterus und Plazenta den Fortpflanzungsprozess der Frau unterstützen und die Aufnahmefähigkeit der Gebärmutterschleimhaut verbessern. Zudem zeichnet sich Vitamin D3 durch eine wichtige Funktion in der Regulation der Sexualhormon-Steroidogenese aus.2 Ein Vitamin-D3-Mangel kann Hormonproduktion, Eisprung und Spermienproduktion beeinträchtigen, da das Vitamin an der Synthese von Östrogen, Progesteron, Testosteron und der Entwicklung von Spermien beteiligt ist.

Auch kann ein Vitamin-D3-Defizit Ursache des polyzystischen Ovarsyndroms sein, das als eine der häufigsten weiblichen Hormonstörungen gilt und das Risiko für Infertilität erhöht.3 Es sind ebenso Untersuchungen über einen Einfluss des Biofaktors in der Endometriose-Entstehung bekannt – auch wenn die Studienlage zum momentanen Zeitpunkt nicht einheitlich ist.4 Frauen mit Endometriose weisen im Vergleich zu gesunden Kontrollen einen niedrigeren Vitamin-D3-Status auf und es gibt eine inverse Korrelation zwischen Vitamin-D3-Versorgung und Schweregrad einer Endometriose.5

Fertilität der Frau: Auf eine optimale Zinkversorgung achten

Zink spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für die Fruchtbarkeit der Frau. Der Biofaktor ist an der Synthese von Sexual- und Wachstumshormonen beteiligt und als Bestandteil der DNA- und RNA-Polymerase wichtig für die Zellteilung. Ein Zinkdefizit kann Reifung und Qualität der Eizellen negativ beeinflussen. Es reduziert sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Eizelle befruchtet wird und sich später teilt. Teilung, Proliferation und Differenzierung bei der Entwicklung der Eizelle hängen also von einer guten Zinkversorgung ab.13 Im Zinkdefizit können die Serumkonzentrationen von Östrogen und Progesteron unter den Normbereich sinken. Auch kann ein Zinkmangel zu Zyklusstörungen führen, wodurch sich die Empfängnisbereitschaft weiter vermindert.

Die Rolle von Zink auf die Fruchtbarkeit des Mannes14

Die männlichen Geschlechtsorgane weisen eine hohe Zinkkonzentration auf, vor allem die Prostata, die für den hohen Zinkgehalt im Sperma sorgt. Nicht nur in experimentellen, sondern auch in Beobachtungsstudien korreliert ein Zinkdefizit mit geringer Spermienqualität und männlicher Infertilität.15 Interventionsstudien zeigen ebenfalls vielversprechende Ergebnisse: In verschiedenen Untersuchungen konnten Zinksupplemente – zum Teil in Kombination mit Folsäure – Spermaqualität, Spermienzahl und -morphologie signifikant verbessern.16,17,18 Wie bereits für Vitamin D3 gilt auch für den Biofaktor Zink, dass die Studienlage nicht kongruent ist.19 Weitere gut kon­zipierte Studien sind zu empfehlen.

Dr. Daniela Birkelbach
Gesellschaft für Bio­faktoren e. V.
daniela.birkelbach@gf-biofaktoren.de