Expertengespräch: Pfefferminz- und Kümmelölkombi wirkt bei funktionellen Verdauungsstörungen

Funktionelle Verdauungsstörungen mit den typischen Beschwerden Blähungen, Völlegefühl, Schmerzen und Krämpfe sind in der erwachsenen Bevölkerung mit bis zu 30 % außerordentlich häufig. Bei etwa 50 % der Patienten, die sich mit anhaltenden Bauchbeschwerden (> 3 Monate) beim Allgemeinarzt oder Gastroenterologen vorstellen, liegt eine funktionelle gastrointestinale Störung vor. Die Symptome können bei den Betroffenen mit einem ausgeprägten Leidensdruck einhergehen.

Mit freundlicher Unterstützung der Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG

Wie kommt die Verdauungsfunktion durcheinander?

Prof. Krammer: Funktionelle Verdauungsstörungen sind Verdauungsbeschwerden, bei denen keine organische Ursache vorliegt. An der Entstehung der Symptome sind oftmals verschiedene Pathomechanismen beteiligt, wie Motilitätsstörungen mit Krämpfen der glatten Muskulatur, eine Überempfindlichkeit des enterischen Nervensystems, Immunreaktionen auf Schleimhautebene und Veränderungen des Mikrobioms mit entsprechenden Auswirkungen auf die Durchlässigkeit der Darmwand und die Gasbildung im Darm. Auch abgelaufene Magen-Darm-Infekte oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten können Auslöser für funktionelle Verdauungstörungen sein.

Gibt es Risikofaktoren, die funktionelle Verdauungsstörungen verstärken?

Prof. Krammer: Funktionelle Verdauungsstörungen sind oft stressabhängig und verstärken sich bei Überlastungszuständen, die mit innerer Anspannung und Nervosität einhergehen. Die natürliche Darmfunktion kann aber auch durch eine nicht-adäquate Ernährung und bestimmte individuell schlecht verträgliche Nahrungsmittel beeinflusst werden. Auch Erkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes mellitus, oder die Einnahme von Medikamenten können die Darmfunktion beeinträchtigen.  

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Prof. Krammer: Bei der Behandlung von funktionellen Verdauungsbeschwerden gibt es nicht die eine Therapieoption, die schnelle oder völlige Beschwerdefreiheit garantiert. Die Therapie orientiert sich an den Symptomen und ist gekennzeichnet durch ein ganzes Bündel verschiedener Maßnahmen, von denen manche besser funktionieren als andere und manche beim Einzelnen auch scheitern.


Zu den Therapiebausteinen gehören beispielsweise individuelle Maßnahmen, wie moderate körperliche Bewegung, eine Ernährungsumstellung, Entspannungsmethoden und psychotherapeutische Verfahren. Eine wichtige Säule ist die medikamentöse Therapie. Sie erfolgt stark symptomorientiert und ist abhängig davon, welches Symptom der Betroffene zuerst loswerden möchte.  


 

Wie schätzen Sie die Wirkung pflanzlicher Arzneimittel wie Carmenthin® ein?

Prof. Krammer: Carmenthin® mit der Wirkstoffkombination aus Pfefferminz- und Kümmelöl wirkt bei den wesentlichen Symptomen. Pfefferminzöl hemmt spannungsabhängige Calcium-Kanäle der glatten Muskulatur und wirkt dadurch entkrampfend. Außerdem werden Kälterezeptoren (TRPM8) aktiviert und so Schmerzsignale blockiert. Kümmelöl wirkt entblähend, denn es lässt Schäume im Nahrungsbrei durch Reduzierung der Oberflächenspannung zusammenfallen. Durch eine selektive Hemmung pathogener Mikroorganismen des Darms besteht außerdem eine positive Wirkung auf das Mikrobiom. Durch die synergistische Wirkung der beiden ätherischen Öle wird auch eine übersteigerte Schmerzempfindung im Bauchraum (viszerale Hyperalgesie) reduziert. Die magensaftresistente Weichkapsel transportiert die beiden hochdosierten Wirkstoffe schonend und verlustfrei direkt in den Darm, wo Beschwerden entstehen. Dieses Multitargetprinzip und die gute Verträglichkeit machen Carmenthin® zu einem potenten pflanzlichen Arzneimittel bei funktionellen Verdauungsstörungen.

Und wie sieht die klinische Datenlage zur Wirksamkeit von Carmenthin® aus?

Prof. Krammer: Die Wirksamkeit ist sehr gut belegt. Randomisierte placebokontrollierte Doppelblindstudien zeigen konsistent eine sehr gute Symptomlinderung, vor allem bei krampfartigen Schmerzen, Blähbauch und Völlegefühl. Carmenthin® bei Verdauungsstörungen reduziert nachweislich Schmerzen, Krämpfe/Druck- und Völlegefühl. Nach bereits 1-1,5 Stunden verspürt der Patient eine erste Wirkung, da sich dann die magensaftresistente Kapsel im Dünndarm löst. Nach einer konsequenten 2-wöchigen Einnahme ist eine deutliche Verbesserung der Beschwerden nachgewiesen, die sich im weiteren Therapieverlauf noch verstärkt.
Die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit zeigte sich auch bei der Langzeitanwendung. Eine Studie bei Apothekenkunden mit funktionellen gastrointestinalen Beschwerden, besonders mit leichten Krämpfen im Magen-Darm-Bereich, Blähungen und/oder Völlegefühl, zeigte eine signifikante Verbesserung der Beschwerden in Verbindung mit einer Verbesserung des allgemeinen Gesundheitsstatus und eine sehr gute Verträglichkeit.

Schlussfolgerung: Carmenthin® ist auch zur Selbstmedikation gut geeignet.

Dr. Gisa Falkowski

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