Die richtige Anwendung von D-Mannose bei Blasenentzündungen – zwei Fallbeispiele

D-Mannose kann zur Prävention und unterstützenden Behandlung von Harnwegsinfekten (HWI) eingesetzt werden. Wann sollte es in welcher Dosierung angewendet werden?

D-Mannose ist zur Prävention geeignet, um entweder eine Blasenentzündung komplett zu vermeiden oder nach einer überstandenen Zystitis ein Rezidiv zu vermeiden. Mannose ist aber auch zur unterstützenden Behandlung gemeinsam mit einer Antibiotika therapie geeignet, hier zeigt sich aufgrund der unterschiedlichen Wirkmechanismen sogar ein synergistischer Effekt.



Zur unterstützenden Behandlung

Die Einnahme von 2 g  D-Mannose bei einer Blasenentzündung ist möglich, auch wenn bereits ein Antibiotikum verschrieben wurde.

Dosierungsschema für 2 g D-Mannose z.B. in Form eines Trinkgranulats:

 

morgens

mittags

abends

Tag 1

1

1

1

Tag 2

1

1

1

Tag 3

1

1

1

Tag 4

1

0

1

Tag 5

1

0

1

 

Empfehlung: Prävention anschließen:

Tag 6 bis Tag 22

0

0

1

Wichtig: min. 5 Tage anwenden; normale Trinkmenge (1,5–2 l) einhalten

Fallbeispiel: UnterstÜtzende Behandlung mit FEMANNOSE N in Verbindung mit Fosfomycin

Patientin: Sarah M., 46 Jahre alt

Anamnese

  • Komorbiditäten: Stauballergien, Heuschnupfen, keine Antibiotika-Allergie
  • Risikofaktoren: perimenopausal
  • Resistenzen/Unverträglichkeiten gegen Antibiotika: keine
  • Schwangerschaft: nicht schwanger, 2 frühere Geburten
  • Aktuelle Erkrankung: Brennen und häufige und sehr schmerzhafte Blasenentleerung, einmalig aufgetretene Temperatur von 37,8 °C
  • Frühere Behandlungen:keine

Arztbericht

  • Aktueller Bericht: suprapubischer Bereich schmerzhaft und wund; Nieren nicht schmerzhaft; gynäkologische Untersuchung abgesehen vom empfindlichen suprapubischen Bereich ereignislos
  • Ergebnisse nach medizinischer Untersuchung und Labortests (z. B. E.-coli-Test) des Urins: keine Kultur entnommen
     
  • Diagnose: akute, unkomplizierte Zystitis

Therapie und Therapieverlauf

  • Verordnung einer Fosfomycin-Einzeldosis
  • Patientin ist zufrieden mit der Einnahme von Fosfomycin, wünscht sich aber eine zusätzliche Maßnahme zur Behandlung der HWI
  • Daher Empfehlung von 2-g D-Mannose zur unterstützenden Behandlung:
    • Dosierung: zunächst 3 x 2g D-Mannose* täglich für 3 Tage, dann 2 x 2g D-Mannose täglich für 2 Tage, dann 1 x 2g D-Mannose für 5 Tage am Abend
    • Dauer der Therapie: 10 Tage
  • Ergebnisse: Verbesserung nach 3 Dosen und Fosfomycin 2 Wochen später sind beim routinemäßigen PAP-Abstrich im Zuge der Nachsorge keine Symptome mehr feststellbar; Patientin fühlt sich wohl und würde 2g D-Mannose in Form eines Trinkgranulats wieder einnehmen; Therapietreue des Trinkgranulats ist exzellent.

*2g  D-Mannose entspricht einem Sachet  Femannose N



Zur präventiven Behandlung

Damit es im besten Fall gar nicht erst zu einer Entzündung der Blase kommt, empfiehlt sich eine vorbeugende Behandlung mit 2 g D-Mannose täglich. Die Einnahme ist über einen Zeitraum von 30 Tagen möglich.

Dosierungsschema für 2 g Mannose z.B. in Form eines Trinkgranulats:

 

morgens

mittags

abends

Tag 1

0

0

1

Tag 2

0

0

1

Tag 3

0

0

1

Tag 4

0

0

1

Tag 5

0

0

1

....   

Tag 30

0

0

1

Tipp : Immer abends einnehmen

Fallbeispiel: Prävention mit D-Mannose

Fiona I., 51 Jahre alt

Anamnese

  • Komorbiditäten: keine
  • Risikofaktoren: keine
  • Schwangerschaft: keine
  • Aktuelle Erkrankung: Patientin ist seit dem 11.04.2013 in medizinischer Behandlung; wiederkehrende Infektionen der unteren Harnwege 3- bis 4-mal pro Jahr; aufgrund einer Harnröhrenverengung wurde ein Meatusplastik am 14.01.2014 durchgeführt; anschließend wurde die Frequenz von Infektionen deutlich reduziert; im März erschien die Patientin wieder, weil der Urin stark roch; zum vollständigen Entleeren der Blase war kontinuierlich starkes Pressen notwendig
  • Frühere Behandlung: 2-mal eine Tablette Ciprofloxacin 250 mg pro Tag für 5 Tage, 2-mal eine Tablette Cotrim forte für 5 Tage

Arztbericht

  • Sonografie: normale Nieren auf beiden Seiten; Blasenentleerung ohne Resturin
  • Ergebnisse nach medizinischer Untersuchung und Labortests: Urinuntersuchung: pH = 7, Nitrit positiv, Leukozyten 500, Erythrozyten 200; Urinkultur: E. coli hochgradig signifikant; Empfindlichkeit gegenüber allen getesteten Substanzen
  • Körperliche Untersuchung: rechtes Nierenbett und suprapubische Blasenregion unauffällig
  • Urodynamische Untersuchung: nicht erwünscht
  • Zystoskopie: Harnröhrenöffnung kann bis 24 Charrière kalibriert werden; Blasenschleimhaut
  • Diagnose: unkomplizierter, wiederkehrender HWI

Therapie und Therapieverlauf

  • Prävention mit D-Mannose:
    • Dosierung: Patientin nimmt seit Anfang Juli 2017 täglich 2 g D-Mannose in Form einen Trinkgranulats 
    • Dauer der Therapie: Patientin hat auf eigenen Wunsch eine Therapiepause eingelegt und hat die Therapie anschließend nicht weiter fortgeführt
    • Ergebnisse: Patientin ist seit Juli 2017 rückfallfrei
       

*2g  D-Mannose entspricht einem Sachet  Femannose N

 

Mit freundlicher Unterstützung der Klosterfrau Healthcare Group