Harnwegsinfektionen: Vorsicht in den Wechseljahren

Neben jungen und sexuell aktiven Frauen sowie Schwangeren gelten auch Frauen rund um die Wechseljahre als besonders anfällig für Harnwegsinfektionen (HWI).

Die Prävalenz einer HWI nimmt bei Frauen mit dem Alter zu. Die Gründe für die erhöhte Anfälligkeit älterer Menschen gegenüber HWI sind vielfältig. Hierzu gehören u.a. Restharnbildung, ein erhöhtes Kontaminationsrisiko durch Urin- oder Fäkalinkontinenz sowie hormonale Veränderungen. Bei älteren Frauen kommt als großer Risikofaktor noch die Katheterisierung hinzu (siehe Tabelle).

Faktoren für eine Harnwegsinfektionen in Abhängigkeit vom Alter [1]

Altersgruppe

Prädisponierende Faktoren

15–50 Jahre

Geschlechtsverkehr
Diaphragma/Spermizid
antimikrobielle Mittel
vorherige HWI
mütterliche oder kindliche Vorgeschichte von HWI
Blutgruppen-Non-Sekretor-Status

50–70 Jahre

Östrogenmangel urologischer Eingriff
Inkontinenz
Zystozele
Restharnbildung
Blutgruppen-Non-Sekretor-Status
vorherige HWI

> 70 Jahre

Katheterisierung
Inkontinenz
urologischer Eingriff

Risikofaktor Menopause

Bei Frauen in der Menopause sinkt allgemein der Hormonspiegel ab. Die Produktion von Progesteron und Östrogen lässt nach und das hat Effekte auf die Schleimhäute, mit Konsequenzen, die auch den Urogenitaltrakt betreffen.

Durch den Mangel an Östrogen werden die Schleimhäute nicht mehr optimal durchblutet. Sie werden dünner und empfindlicher. Durch Abnahme der Festigkeit und Elastizität des Bindegewebes können sich kleine Taschen bilden, die die Vermehrung von Bakterien wie E. coli, die Hauptpathogene des Harntrakts, ermöglichen.

Ein weiterer Grund für eine höhere Infektanfälligkeit ist das veränderte vaginale Mikrobiom. Östrogen stimuliert die Proliferation von Lactobazillen im Vaginalepithel, wodurch der pH-Wert gesenkt und die vaginale Besiedlung z.B. mit E. coli erschwert wird. Der Östrogenabfall nach der Menopause und der damit einhergehende Rückgang an Laktobazillen verändert die Vaginalflora und der pH-Wert steigt. Hierdurch kann die Besiedelung mit E. coli begünstigt werden (siehe Abb. ).


Frühzeitige Prävention

Eine Blasenentzündung kann die Lebensqualität von Frauen gerade in der schon belastenden Phase der Wechsel­jahren stark be­einträchtigen. Frauen in der Menopause sollten daher auf die erhöhte Infektanfälligkeit hingewiesen und frühzeitig vor­beugende Maßnahmen empfohlen werden. Geeignet ist hierfür z.B. der natürliche Zucker D-Mannose, der zur unterstützenden Behandlung oder Prophylaxe von unkomplizierten HWI eingesetzt werden kann – ohne ein bekanntes Risiko von Antibiotikaresistenzen.

————

1  Raz R,  Korean J Urol 2011;52:801-808

Mit freundlicher Unterstützung der Klosterfrau Healthcare Group