Beteiligung von Investoren an MVZs
Ihre Meinung ist gefragt: Wie stehen Sie zur Beteiligung von Investoren-MVZs und Co.? Haben Sie bereits Erfahrungen mit Investoren-MVZs gesammelt oder würden Sie in einem Investoren-MVZ praktizieren wollen?
Investoren fokussieren auf bestimmte Facharztgruppen
Studie analysiert Verbreitung und Wirken von Investoren-MVZs.
Als 2004 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) als neue Organisationsform in der vertragsärztlichen Versorgung zugelassen wurden und seit 2015 auch fachgleiche MVZs erlaubt sind, hat sich die ambulante Versorgung in Deutschland markant verändert. Waren bis dahin hauptsächlich Einzelpraxen und Berufsausübungsgemeinschaften in diesem Bereich tätig, haben MVZs – getragen sowohl von langfristig orientierten strategischen Investoren als auch von kapitalmarktorientierten Finanzinvestoren – inzwischen deutlich an Bedeutung und Präsenz gewonnen. Wie verändern insbesondere Investoren-MVZs (IMVZs) die Markt- und Versorgungsstrukturen?
Eine Studie von Dr. Christoph Scheuplein, Berater bei der VDI/VDE Innovation und Technik GmbH, Dr. Martin Tauscher und Dr. Roman Gerlach, beide von der KBV, gehen diesen Fragen nach. Ihre Analyse „Private Equity und MVZ: Neue Akteure, Marktveränderungen und gesundheitspolitische Regulierung“ ist im Juni in „Gesundheitswesen aktuell 2026“ des Barmer Instituts für Gesundheitsforschung erschienen.
Ihre Bestandsaufnahme ergab, dass sich Arztketten im Eigentum von Private Equity (PE) auf den fachärztlichen Bereich konzentrieren: Die erhobenen 63 aktuell tätigen Ketten sind im Wesentlichen in der Zahnmedizin (11 Stück), in der Radiologie (8), in der Allgemeinmedizin (7), in Multi-Fachsparten (6), in der Augenheilkunde (5) und in Orthopädie, Psychiatrie und Dermatologie (jeweils 4) angesiedelt. Auf bundesweit etwa 2.500 Praxisstandorte und rund 41.000 Beschäftigte in der ambulanten Versorgung kommen die PE geführten Arztketten, so die Studie.
Quelle: Barmer Institut für Gesundheitsforschung, Gesundheit aktuell 2026, S. 56-76. Download der kompletten Studie z.B. über www.researchgate.net