In ihrem Vortrag auf dem diesjährigen Fortbildungskongress (FOKO) des Berufsverbandes der Frauenärzte e. V. in Düsseldorf beleuchtete PD Dr. Stefanie Burghaus, Erlangen, die aktuellen Therapieoptionen beim Uterus myomatosus und stellte einige davon genauer vor.
Laut Burghaus stünden bei der Therapie von Uterusmyomen verschiedene Optionen zur Verfügung. Welche Behandlung gewählt werde, hänge u. a. von der Symptomatik und dem Wunsch der Patientin ab (z. B. bestehender Kinderwunsch) (s. Tab. 1 und 2).
Therapie des Uterus myomatosus bei Kinderwunsch
Mit dem Sonata-System® zur transzervikalen Radiofrequenzablation (TRFA) bei Kinderwunsch konnte Burghaus schon einige Erfahrungen sammeln. Derzeit lägen allerdings keine prospektiven, kontrollierten Studien bei Patientinnen mit Kinderwunsch vor, betonte sie. Im Vergleich zu einer Operation würde das Verfahren jedoch die Uteruswandkontinuität und das Endometrium schonen. Laut Expertenmeinung sei die Planung einer Schwangerschaft drei Monate nach einer TRFA möglich, sagte Burghaus.
Vorteile der GnRH-Rezeptorantagonisten
Gonatropin-Releasing-Hormone (GnRH)-Rezeptorantagonisten (z. B. Relugolix, Linzagolix) hätten, so Burghaus, klinische Vorteile, da sie oral eingenommen werden könnten und es zur sofortigen Gonatropin-Suppression käme. Außerdem zeigten sie ein schnelles Ansprechen und eine Umkehrbarkeit sowie eine dosisabhängige partielle oder völlige Östrogensuppression.
1. Relugolix + Estradiol + Norethisteronacetat
Der GnRH-Rezeptorantagonist Relugolix wird in Kombination mit Estradiol und Norethisteronacetat (NETA) zur Behandlung mäßiger bis starker Symptome bei Uterusmyomen eingesetzt. Seine Wirkung habe der Wirkstoff in den zulassungsrelevanten randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Studien Liberty 1 und 2 bewiesen, so Burghaus.2 In den drei Studienarmen erhielten die Frauen entweder die Wirkstoffkombination aus Relugolix, Estradiol und NETA oder Placebo für 24 Wochen. Die dritte Gruppe bekam zunächst zwölf Wochen eine Relugolix-Monotherapie und danach zwölf Wochen die Wirkstoffkombination aus Relugolix, Estradiol und NETA.
Als Ergebnis zeigte sich, dass die Kombinationstherapie mit Relugolix im Vergleich zu Placebo zu einer signifikanten Verringerung der Menstruationsblutung und zum Erhalt der Knochenmineraldichte bei Frauen mit Uterusmyomen führte. So betrug das Volumen des während der Menstruation verlorenen Blutes weniger als 80 ml und der Blutverlust reduzierte sich um mindestens 50 % gegenüber dem Ausgangswert. Das erreichten 71–73 % der Frauen in den Verumgruppen verglichen mit 15–19 % unter Placebo.2
Nach zweijähriger Behandlung mit der Relugolix-Kombinationstherapie zeigte sich, dass die Wirkung bei Frauen mit symptomatischen Uterusmyomen dauerhaft anhielt und weiterhin die Stärke der Menstruationsblutung reduzierte.3 Die Knochendichte blieb bei Frauen, die von Woche 52 bis Woche 104 eine Relugolix-Kombinationstherapie erhielten, stabil. Trotzdem werde nach den ersten 52 Behandlungswochen sowie je nach Bedarf ein DXA-Scan empfohlen, sagte Burghaus. Die Relugolix-Kombinationstherapie sei nach einem Monat Therapie empfängnisverhütend, nach dem Absetzen würde der Eisprung jedoch schnell wieder einsetzen.
Symptomatische Patientin, Wunsch nach abschließender Behandlung ohne Rücksicht auf Fertilität
Hysterektomie durch die am geringsten invasive Methode
Tab. 2: Therapieoptionen bei Uterus myomatosus in Abhängigkeit von der Klinik [mod. n. (1)]
2. Linzagolix mit/ohne hormonelle Zusatztherapie
Der orale, selektive GnRH-Rezeptorantagonist Linzagolix kann nach medizinischen Erfordernissen oder dem Wunsch der Patientin mit oder ohne hormonelle Zusatztherapie verordnet werden. Die Zulassungsempfehlung zum Einsatz bei Uterusmyomen basiert laut Burghaus auf den Daten der klinischen Phase-3-Studien PIMROSE 1 und PIMROSE 2, in denen das Medikament in Dosierungen von 100 mg bzw. 200 mg gegeben wurde, mit oder ohne hormonelle Zusatztherapie (Estradiol plus NETA als Add-back-Therapie, ABT).4 Beide Studien umfassten einen 52-wöchigen Behandlungs- und einen 6-monatigen Follow-up-Zeitraum. Als primärer Endpunkt galt die Reduktion der Schwere des monatlichen menstruationsbedingten Blutverlusts; das Therapieansprechen war festgelegt als ein monatlicher Blutverlust von weniger als 80 ml und eine Reduktion des Blutverlusts um mindestens 50 % gegenüber dem Ausgangswert.
In allen Verumgruppen wurde der primäre Endpunkt erreicht.4 Die Reduktion der schweren Blutungen hielt bis zur Woche 52 an. Eine ABT steigerte im Vergleich zur Linzagolix-Monotherapie die Responderraten.4 Linzagolix reduzierte zudem das Uterus- und Myomvolumen, mit einer Dosierung von 200 mg (ohne ABT) hatte sich das Myomvolumen nach zwölf Wochen fast halbiert. Mit ABT nahmen Uterus- und Myomvolumen weniger stark ab.4 Die Linzagolix-Therapie kann dosisabhängig zu einem Knochendichteverlust führen, der durch die Zugabe einer ABT gemildert werden kann. Die 200 mg-Monotherapie ist deshalb auf sechs Monate begrenzt. Burghaus wies darauf hin, dass Linzagolix mit und ohne ABT keine Verhütungswirkung aufweise, sodass eine zusätzlich nichthormonelle Kontrazeptionsmethode erforderlich sei.
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Quelle: Vortrag von PD Dr. Stefanie Burghaus, Erlangen, „Therapie des Uterus myomatosus“, 13.03.2025 im Rahmen des FOKO des Berufsverbandes der Frauenärzte e. V. (BVF) in Düsseldorf
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