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vasomed 3/24

Aktueller Stand und Erwartungen an die LipLeg-Studie zur Liposuktion beim Lipödem

Die LipLeg-Studie, finanziert vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in Deutschland, ist eine klinische Erprobungsstudie, die den Nutzen der Liposuktion beim Lipödem im Vergleich zu einer alleinigen konservativen, symptomorientierten Behandlung – insbesondere unter Einsatz der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE) – untersucht. 


03.05.2024
J. Schmidt
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ZITIERWEISE: VASOMED 2024; 36(3): 85

Das Lipödem ist eine schmerzhafte, symmetrische, übermäßige Fettgewebsvermehrung an Armen oder Beinen und tritt nahezu ausschließlich bei Frauen auf. Die LipLeg-Studie zielt darauf ab zu erforschen, ob die Liposuktion (Abb. 1) eine wirksame und sichere Behandlungsmethode im Vergleich zu den derzeitigen konservativen Methoden wie Manuelle Lymphdrainage, Kompression durch medizinische Kompressionstrümpfe und Bewegungstherapie darstellt. Die primären Endpunkte der Studie umfassen die relevante Reduktion des durchschnittlichen Schmerzes der letzten vier Wochen in den Beinen zwölf Monate nach abgeschlossener Liposuktionsbehandlung bzw. nach Randomisierung im Vergleich zum Zeitpunkt der Randomisierung. Die Vergleichsgruppe besteht aus Lipödem-Patientinnen, die ausschließlich eine konservative Therapie durchgeführt haben. 

Mit deutschlandweit elf Studienzentren, die sowohl Kliniken der Plastischen Chirurgie als auch dermatologische Praxen umfassen, die spezielle Expertise in der Behandlung des Lipödems aufweisen, stößt die Studie auf ein großes, internationales sowie nationales Interesse bei Betroffenen und ausländischen Institutionen.

Aktuell finden am Studienzentrum in Bad Belzig die letzten Liposuktionen im Rahmen der Studie statt. Es ist das größte Studienzentrum der LipLeg-Studie in Deutschland und besitzt mit der Villa Else ein eigenes auf Lipödem und Lymphödem spezialisiertes Zentrum.

Es ist davon auszugehen, dass der primäre Studienendpunkt der LipLeg-Studie Ende dieses Jahres erreicht wird und erste Ergebnisse aus der Studie Anfang 2025 vorliegen werden.

Die Resultate der Studie könnten weitreichende Implikationen für die Behandlung des Lipödems in Deutschland und darüber hinaus haben. Sollte die Liposuktion als wirksame und sichere Behandlungsmethode identifiziert werden, könnte dies zu einer Änderung der aktuellen Behandlungsstandards führen und die Übernahme der Kosten für die Liposuktion durch die gesetzlichen Krankenkassen unter gewissen Voraussetzungen nach sich ziehen. Dies würde nicht nur die Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene signifikant erweitern, sondern auch zu einer Verbesserung der Lebensqualität vieler Patientinnen beitragen.

In der aktuellen Praxis wird die Liposuktion beim Lipödem im Stadium III im Rahmen einer Methodenbewertung durch den G-BA bis Ende 2024 von den Krankenkassen unter gewissen Bedingungen getragen. Die Entscheidung, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Liposuktion durch die Krankenkassen in Zukunft übernommen wird, ist aber bis dato ungewiss. Eine wichtige Neuerung ist die vor wenigen Wochen publizierte neue S2k-Leitlinie zum Lip­ödem, die eine signifikante Änderung mit sich bringt: Die bisherige Stadieneinteilung beim Lipödem wurde vollständig gekippt und nun wird viel mehr der Schmerzcharakter der Erkrankung in den Mittelpunkt gestellt. Diese Neuausrichtung in der Leit­linie Lipödem könnte einen Einfluss auf die Bewertung und Behandlung des Lipödems in der Zukunft haben, hat aber keine rechtlich bindende Wirkung auf den G-BA.



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