Aktuelles aus der Gesundheitspolitik
IGeL-Monitor: Lichttherapie erneut bewertet • Planetary Health: Den Weg in die Klimaneutralität gehen • Katastrophenmedizin: Unfallchirurgen fordern systematische Vorbereitung
IGeL-Monitor
Lichttherapie erneut bewertet
Das Team des IGeL-Monitors hat erneut untersucht, ob die Lichttherapie die Symptome einer saisonalen Depression (Winterdepression) lindern kann. Der IGeL-Monitor bewertet die Lichttherapie mit „tendenziell positiv“, weil sie mit Tageslichtlampen im Vergleich zu einer Scheinbehandlung mit Placebo-Lampen zu kurzfristig besseren Ergebnissen führen kann. Direkte Schäden sind bei körperlich gesunden Menschen, die keine Medikamente nehmen, selten.
Daneben wäre die Lichttherapie zur Vorbeugung einer saisonalen Depression nützlich, wenn sie bei Menschen, die bereits unter einer solchen gelitten haben, erneute Symptome der Depression verhindert, ihre Häufigkeit verringert oder sie mildert. Der IGeL-Monitor bewertet die Lichttherapie zur Vorbeugung einer Winterdepression bei diesen Personen mit „unklar“, weil für die Lichttherapie im Vergleich zu anderen Behandlungsformen weder Vor- noch Nachteile gezeigt werden konnten.
Quelle: Medizinischer Dienst Bund
Planetary Health
Den Weg in die Klimaneutralität gehen
Die Bayerische Landesärztekammer fordert rasches klimapolitisches Handeln: Gesetzlich festgelegte und bereits verbindlich beschlossene Klimaziele dürften nicht wieder infrage gestellt und deren Umsetzung nicht weiter hinausgezögert werden. „Klimaschutz ist Gesundheitsschutz“, sagt Dr. Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer. „Unser Ziel muss es sein, die Lebensgrundlagen aller zu bewahren. Das findet sich auch in unserer Berufsordnung und ist originäre ärztliche Mitverantwortung. Daher ist es wichtig, dass in Bayern gesetzte Ziel der Klimaneutralität konsequent zu verfolgen. Wenn Kipppunkte überschritten sind, gibt es kein Zurück mehr.“ Man habe Klimaziele definiert wie beispielsweise im Bayerischen Klimaschutzgesetz. „Jetzt sind wir in der Verantwortung, vom Reden ins Tun zu kommen“, so Quitterer.
Quelle: Bayerische Landesärztekammer
Katastrophenmedizin
Unfallchirurgen fordern systematische Vorbereitung
Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) mahnt an, dass bei der Budgetierung durch eine zukünftige neue Bundesregierung ausreichend finanzielle Mittel für die Ausstattung des Gesundheitssystems für den militärischen Krisenfall zur Verfügung gestellt werden sollen. Es dürfe nicht nur Ausgaben für eine militärische Wehrhaftigkeit Deutschlands geben, sondern es müssten auch Folgekosten berücksichtigt werden. „Sollte es zu einem militärischen Ernstfall kommen, muss die Versorgung etwaiger verletzter Soldaten sowie die Regelversorgung der Zivilbevölkerung sichergestellt sein. Eine einseitige Planung nur für den Sanitätsdienst der Bundeswehr greift zu kurz, da dessen Ressourcen schnell ausgeschöpft wären. Auch die zivile Medizin muss einbezogen werden. Damit Krankenhäuser und ärztliches Personal konsequent und im erforderlichen Umfang darauf vorbereitet werden können, drängt die Zeit und wir benötigen jetzt die dafür erforderlichen Gelder“, sagt Prof. Dietmar Pennig, Generalsekretär der DGOU und der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU).
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. (DGOU)