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Dossier Analbeschwerden

Akute Analfissur: Erkennen und richtig behandeln

Heftige Schmerzen bei der Defäkation, frische Blutung und ein hoher Sphinktertonus – die typische Symptomatik einer akuten Analfissur. Lesen Sie hier, wie die differenzialdiagnostische Abgrenzung und die Behandlung gelingen können.


01.01.2026
DR. KADE
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Starke Schmerzen: Leitsymptom der Analfissur

Die Analfissur ist ein Einriss des Anoderms, der häufig in 6 Uhr Steinschnittlage (SSL) auftritt.1 Typischerweise ist sie Folge einer Überdehnung, etwa nach zu festem Stuhlgang. Häufig berichten Patientinnen und Patienten von starken, stechenden Schmerzen, die im Zusammenhang mit dem Stuhlgang auftreten, aber auch infolge einer Diarrhö entstehen können. 

Charakteristisch ist zudem Frischblut am Toilettenpapier oder auf dem Stuhl aufgelagert (primär bei der akuten, seltener bei der chronischen Analfissur). Als sekundäre Analfissuren werden im Unterschied zu den primären solche bezeichnet, die auf Basis einer Grunderkrankung entstehen. Sie sind häufiger als primäre Analfissuren an atypischer Lokalisation (lateral) und multifokal vorhanden.1

Aufgrund der sehr starken Schmerzen während des Stuhlgangs und danach, kann es zu einem Teufelskreis aus Schmerz – Stuhlverhalt – obstipationsbedingter Stuhlverhärtung und in der Folge zum erneuten Einriss der Fissur kommen. Dadurch kann sich ein Spasmus der Sphinktermuskulatur etablieren, was die Durchblutung des Anoderms verringert und die Wundheilung weiter verschlechtert.

Abgrenzung von anderen anorektalen Krankheitsbildern

Mit Blick auf die Diagnostik sollte neben der Anamneseerhebung eine Inspektion und Palpation durchgeführt werden, wobei sich durch Spreizung der Nates meist schon die Fissur darstellen lässt.1 Eine Proktoskopie sollte erfolgen, ist jedoch häufig aufgrund der Schmerzhaftigkeit und des erhöhten Sphinktertonus initial nicht möglich.1

Der von den Patientinnen und Patienten geschilderte stechende, schneidende Schmerz – insbesondere bei Dehnung oder Palpation der Wunde – ist klar vom eher brennenden, drückenden Schmerz bei höhergradigen Hämorrhoiden oder dem dumpfen Schmerz einer Analvenenthrombose abzugrenzen. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind:

  • Typisches Ulcus (mit Vorpostenfalte)
  • kein Prolaps (Hämorrhoiden) sicht- und tastbar
  • kein prallgefülltes, blau-livides Koagel (Analvenenthrombose) sicht- und tastbar

Wichtig: Auch bei Analabszess und -fistel können starke Schmerzen auftreten. Beide zeigen jedoch bis zur Perforation keinen Blutabgang.

Akut oder schon chronisch?

Da die Analfissur für die Betroffenen meist schmerzhaft ist und der Sphinkter verkrampft sein kann, ist es sinnvoll, bereits zur Inspektion und Palpation lokalanästhesierende Salben einzusetzen wie z. B. DoloPosterine® N.2

Die meisten Fissuren (80–90 %) finden sich posterior in 6 Uhr SSL.2,3

Für eine akute Fissur spricht:3

  • Die Beschwerden existieren weniger als 4–6 Wochen.
  • Die Fissur lässt sich häufig bereits beim Spreizen der Pobacken als tropfen- bis birnenförmiges Ulkus im Anoderm erkennen.

Ist die Fissur bereits chronifiziert, kommen auch morphologische Begleiterscheinungen hinzu:3

  • eine Vorpostenfalte distal der Fissur,
  • hypertrophe prolabierende Analpapillen,
  • fibrosierte Ränder des Ulkus oder
  • sichtbare Fasern der Sphinktermuskulatur.

Die 3 Säulen der konservativen Behandlung

Die Therapie der akuten Analfissur besteht darin, den Stuhlgang weich zu halten. Unterstützend kommen Salben und Zäpfchen zum Einsatz. Unter konservativer Therapie heilen 60–90 % der akuten Analfissuren.1 Dazu zählen folgende Maßnahmen:

  • Ursachen beheben: Die Stuhlkonsistenz sollte normalisiert werden, um eine Überdehnung des Anoderms durch zu festen Stuhl zu vermeiden. Hierfür können z. B. Ballaststoffe, Macrogol oder Lactulose – immer zusammen mit einer ausreichenden Trinkmenge – eingesetzt werden. Auch diarrhöische Stühle mit reizender Wirkung sollten normalisiert werden.2
  • Schmerzen lindern & Tonus senken: Die Therapie mit einem wirksamen Lokalanästhetikum (wie z. B. DoloPosterine® N mit Chinchocain) lindert die akuten Schmerzen und kann dadurch den Ruhedruck im Sphinkter mindern.2 Gleichzeitig wird so die Durchblutung des Anoderms verbessert und die Abheilung gefördert.
  • Chemische Sphinkterrelaxation, ggf. ergänzt durch mechanische Sphinkterdilatation: Neben Off-Label-Wirkstoffen kann Glyzeroltrinitrat (GTN) als zugelassenes Präparat für die topische Behandlung zum Einsatz kommen.2 Dieser Vasodilatator führt über die Freisetzung von Stickstoffmonoxid zur Entspannung der glatten Schließmuskulatur.1,2 Eine lokale Applikation von Kalziumantagonisten (wie z. B. Nifedipin 0,2 % oder Diltiazem 2 %) wird ebenfalls angeraten und sollte für 3–8 Wochen erfolgen.1 Bei der ggf. zu ergänzenden mechanischen Dehnung des Sphinkterapparats mit speziellen Analdilatatoren (wie z. B. den Analdehner von DR. KADE) soll es durch die Dehnung zur Reduktion des Ruhedruckes kommen und somit zu einer Verbesserung des anodermalen Blutflusses.2

Schmerzen bei akuter Analfissur behandeln

  • DoloPosterine® N Salbe enthält das Lokalanästhetikum Cinchocain und ist indiziert zur Linderung von akuten Schmerzen bei anorektalem Symptomkomplex.3
  • Durch den seitlich geöffneten Applikator wirkt die Salbe gezielt dort im Analkanal, wo die Schmerzlinderung benötigt wird.3
  • Alternativ steht DoloPosterine® N auch in Zäpfchenform zur Verfügung.4
  • DoloPosterine N® ist voll erstattungsfähig.5

Für die Selbstmedikation zu Hause kann zudem Posterisan® akut empfohlen werden. Die Rektalsalbe enthält 50 mg/g Lidocain und ist indiziert zur Linderung von Schmerzen bei Analfissuren.6 Sie kann dazu beitragen, die ausgeprägte Schmerzsymptomatik zwischen den Arztkontakten zu reduzieren.

Sie möchten mehr zum Thema Schmerz im Zusammenhang mit Hämorrhoidalleiden erfahren? Besuchen Sie hier unsere zertifizierte CME-Fortbildung.

1     Marti L et al. S3-Leitlinie Analfissur AWMF online, 2020, Reg.-Nr.: 081/010 https://link.springer.com/article/10.1007/s00053-020-00448-7 (abgerufen am 05.12.2025).

2     Jongen J et al. Therapeutisches Vorgehen bei der Analfissur. Chirurgische Praxis 2016; 81; 91-103.

3     Fachinformation DoloPosterine® N. Salbe; Stand Mai 2025

4     Fachinformation DoloPosterine® N. Zäpfen; Stand Mai 2024.

5     Arzneimittelrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Anlage III: Übersicht über Verordnungseinschränkungen und -ausschlüsse. Stand 09.10.2025. https://www.g-ba.de/downloads/83-691-1036/AM-RL-III-Verordnungseinschraenkungen_2025-10-09.pdf (abgerufen am 05.12.2025)

6     Fachinformation Posterisan® akut 50 mg/g Rektalsalbe, Stand Mai 2025.

DoloPosterine® N Salbe (Creme) 

DoloPosterine® N Zäpfchen

Wirkstoff: Cinchocainhydrochlorid. Verschreibungspflichtig. Zus.: 1 g Creme enthält 5,0 mg Cinchocainhydrochlorid. Sonst. Bestandt.: Aluminiumstearat; Butylhydroxytoluol (Ph. Eur.); Cetylstearylalkohol (Ph. Eur.); Citronensäure-Monohydrat; Glycerolmonostearat 40 - 55; Isopropylmyristat (Ph. Eur.); Magnesiumstearat (Ph. Eur.); Palmitoylascorbinsäure (Ph. Eur.); Pentaerythritoldicocosfettsäureester; Propylenglycol; hochdisperses, hydrophobes Siliciumdioxid; weißes Vaselin; gereinigtes Wasser. 1 Zäpfchen enthält 6,0 mg Cinchocainhydrochlorid. Sonst. Bestandt.: Butylhydroxytoluol (Ph. Eur.), Citronensäure-Monohydrat, Glycerolmonostearat 40 - 55, Hartfett, Palmitoylascorbinsäure (Ph. Eur.), Propylenglycol, mittelkettige Triglyceride. Anw.: Zur symptomatischen Linderung von akuten Schmerzen bei anorektalem Symptomkomplex. Gegenanz.: Überempfindlichkeit gg. Cinchocainhydrochlorid od. einen d. sonst. Bestandteile; Kinder < 12 Jahren. Vermeidung gleichzeitiger Anwendung anderer Lokalanästhetika. Nebenw.: Lokale Überempfindlichkeitsreaktionen im Afterbereich (Jucken, Brennen); Kontaktekzem (Rötung, Bläschenbildung); generalisiertes Kontaktekzem (Rötung, Bläschenbildung mit Ausbreitung).

Warnhinw.: DoloPosterine® N Salbe enthält Butylhydroxytoluol, Cetylstearylalkohol u. Propylenglycol.DoloPosterine® N Zäpfchen enthalten Butylhydroxytoluol. Packungsbeilage beachten.

DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH, Berlin                                                                                Stand: 03/2023

Posterisan® akut 50 mg/g Rektalsalbe
Wirkstoff: Lidocain Zus.: 1 g Rektalsalbe enth. 50 mg Lidocain. Sonst. Bestandt.: Cetylalkohol, Macrogole, gereinigtes Wasser. Anw.: Anwendung bei Erwachsenen; Linderung von Schmerzen im Analbereich vor proktologischer Untersuchung; Symptomatische Behandlung von Juckreiz und Schmerzen im Analbereich (z. B. aufgrund von Hämorrhoiden). Gegenanz.: Überempfindlichkeit gg. Lidocain od. einen der sonst. Bestandteile. Nebenw.: Sehr häufig: Lokale Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Jucken u. Brennen); häufig: Durchfall; gelegentlich: Anorektales Unwohlsein (z.B. leichte Schmerzen), Rötung (perianales Erythem) Enthält Cetylalkohol. Packungsbeilage beachten.
DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH, Berlin                                                                                Stand: 04/2024

Mit freundlicher Unterstützung der DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH