Zitierweise: HAUT 2024;35(4):186
In der Präambel zum Hautarztkapitel des EBM sind diejenigen GOP des EBM abschließend gelistet, die Hautärztinnen und Hautärzte aus anderen als dem Hautarztkapitel abrechnen können, darunter auch mit den Ziffern 01 beginnende allgemeine GOP.
GOP 01600, 01601 und 01602
Wird eine der Grundpauschalen nach den GOP 10210 bis 10212 berechnet, sind Arztbriefe nach den GOP 01600 und 01601 in demselben Quartal bei derselben Patientin bzw. demselben Patienten nicht berechnungsfähig. Aber: Wird ein Arztbrief z. B. in einem Folgequartal ohne persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt (APK) und somit ohne Berechnung einer Grundpauschale erbracht und verschickt, ist die GOP 01600 bzw. die GOP 01601 berechnungsfähig. Diese Konstellation kommt gelegentlich vor, wenn Kolleginnen und Kollegen einen Bericht über früher festgestellte Diagnosen, erbrachte Leistungen und deren Ergebnisse anfordern.
Besonderheit der GOP 01602: Dies GOP ist auch neben den Grundpauschalen berechnungsfähig, wenn eine Kopie eines Arztbriefs an z. B. die Hauärztin geschickt wird. Beispiel: Ein Patient wird von einem Chirurgen zur Abklärung an eine Hautarztpraxis überwiesen, der Chirurg erhält einen nicht berechnungsfähigen Arztbrief im Sinne der GOP 01600 oder 01601, der Hausärztin wird eine Kopie dieses Berichts geschickt, abzurechnen mit der GOP 01602.
Hinweis: Wird eine GOP mit Berichtspflicht an die Hausärztin abgerechnet, so z. B. eine der GOP 02311, 02312 oder 02313, ist der Berichtspflicht nachzukommen, unabhängig davon, ob der Patient aus eigener Initiative oder per Überweisung in die Praxis kommt.
GOP 01740
Wichtig:
GOP 01600 und 01601: Für Arztbriefe berechnungsfähig, wenn keine Grundpauschale berechnet wird.
GOP 01740: Bei Patienten ab 50 Jahren einmal lebenslang berechnungsfähig, kann Zweitabrechnern gestrichen werden.
GOP 01102: Auch für vereinbarte Inanspruchnahmen, auch telefonische, samstags von 7 bis 19 Uhr berechnungsfähig.
Die Beratung zur Früherkennung des Kolonkarzinoms nach GOP 01740 ist gemäß Teil II § 5 des Krebsfrüherkennungsprogramms für Vertragsärztinnen und Vertragsärzte, die Darmkrebsfrüherkennungsuntersuchungen durchführen, bei Patientinnen und Patienten ab dem Alter von 50 Jahren berechnungsfähig. Die Krebsfrüherkennungsuntersuchung bei Männern nach GOP 01731 wird auch von Hautärztinnen und Hautärzten erbracht und damit ist die Berechtigung zur Erbringung und Abrechnung der GOP 01740 gegeben. Problem: Die Beratung nach GOP 01740 ist nur einmal lebenslang bei demselben Versicherten berechnungsfähig und kann auch von anderen Arztgruppen abgerechnet werden, die Krebsvorsorgeuntersuchungen erbringen, so z. B. von Fachärztinnen und Fachärzten für Urologie oder Gynäkologie. Vergütet wird die GOP 01740 nur dem Erstabrechner, auch dann, wenn ein Zweitabrechner nicht wusste bzw. nicht wissen konnte, dass diese GOP bereits von einer anderen Ärztin oder einem anderen Arzt bei demselben Versicherten abgerechnet wurde. Dass davon auszugehen ist, dass die GOP 01740 dem Zweitabrechner gestrichen wird, lässt sich aus dem BSG-Urteil zur Mutterschaftsvorsorge nach GOP 01770 ableiten, die bei derselben Patientin nur einmal im Quartal von einer Ärztin oder einem Arzt berechnet werden kann, auch wenn verschiedene Ärztinnen und Ärzte in die Mutterschaftsvorsorge eingebunden sind.
GOP 01100 und 01101
Unvorhergesehene Inanspruchnahmen, auch telefonische, sind zu den in den Leistungsbeschreibungen der GOP 01100 und 01101 genannten Uhrzeiten zu berechnen. Die Inanspruchnahme muss unvorhergesehen auf Initiative der Patientin oder des Patienten erfolgen, vereinbarte Telefonate können nicht mit diesen GOP berechnet werden. Rufen Patientinnen und Patienten nach Beendigung bzw. vor der Sprechstunde zwischen 19 und 7 Uhr oder an Wochenenden und Feiertagen ganztägig an, wird die Berechnungsmöglichkeit dieser GOP häufig nicht beachtet. Die Uhrzeit der Inanspruchnahme ist nicht mit der Abrechnung anzugeben.
GOP 01102
Inanspruchnahmen an Samstagen zwischen 7 und 19 Uhr sind auch berechnungsfähig, wenn die Inanspruchnahmen, auch telefonische, vereinbart sind. Einige Hautärztinnen und Hautärzte haben Samstagstelefonsprechstunden eingerichtet, um so Untersuchungsergebnisse, Befunde usw. nach Vereinbarung per Telefon zu besprechen.
Stand: August 2024