Antikoagulation bei VTE und Krebs: Fallbericht und neue Studiendaten
Prof. Florian Langer, UKE, Hämostaseologie Hamburg, stellte auf einem Symposium von Bristol-Myers Squibb auf 132. DGIM-Kongresses in Wiesbaden fest, dass es bislang keinen Head-to-Head-Vergleich zwischen den direkten oralen Antikoagulanzien (DOAKs) Apixaban (Eliquis®) und Rivaroxaban gegeben habe.
Das ist seit der COBBRA (Comparison of Bleeding Risk between Rivaroxaban and Apixaban)-Studie anders: Hier wurde erstmalig randomisiert das Blutungsrisiko von Apixaban (n = 1.370) vs. Rivaroxaban (n = 1.390) bei venösen Thromboembolien (VTE) im direkten Vergleich über 3 Monate untersucht. Die Patientinnen und Patienten (mittleres Alter 58,3 Jahre) erhielten entweder Apixaban (10 mg 2 x tgl. über 7 Tage gefolgt von 5 mg 2 x tgl.) oder Rivaroxaban (15 mg 2 x tgl. über 21 Tage, gefolgt von 20 mg 1 x tgl.). Dabei stellte man einen deutlichen Vorteil für Apixaban fest, weil es zu signifikant weniger klinisch relevanten Blutungen kam (3,3% Apixaban vs. 7,1% Rivaroxaban). Es gab keinen Unterschied in Bezug auf die Wirksamkeit beider DOAKs.
Am häufigsten waren vaginale Blutungen (2,7 %) in der Apixaban-Gruppe sowie vaginale Blutungen (3,8 %) und Hämaturie (1,3 %) in der Rivaroxaban-Gruppe.
DOAKs bei Krebs: Apixaban, Edoxaban und Rivaroxaban im Vergleich
Langer präsentierte den Fall eines 74-jährigen Mannes mit fortgeschrittenem Pankreaskarzinom mit beidseitiger Lungenarterienembolie. Im Tumorboard wurde zur aggressiven palliativen Chemotherapie geraten und man suchte nach der passenden Antikoagulation. Tumorpatienten mit VTE sollten initial niedermolekulares Heparin oder einen direkten Faktor-Xa-Inhibitor (Apixaban oder Edoxaban oder Rivaroxaban) erhalten, sagt die Leitlinie. „Gastrointestinale Tumoren sind natürlich eine Prädilektionsstelle für Blutungen und wir müssen uns auch Gedanken über die Resorption oder Medikamenten-Wechselwirkungen machen“, sagte Langer.
Apixaban weise im indirekten Vergleich zu Edoxaban und Rivaroxaban das geringste Blutungsrisiko auf. Man verordnete dem Patienten Eliquis® 2 x 10 mg/ Tag für 1 Woche (anschl. 2 x 5 mg/Tag über 6 Monate). Parallel dazu lief die aggressive Chemotherapie und das Karzinom sprach mit partieller Remission an. Nach 6 Monaten stabiler Erkrankung war nun die Frage, wie die Antikoagulation fortgeführt werden soll. Langer zitierte dazu die neuen Daten der APICAT-Studie. Sie sprächen dafür, dass eine reduzierte Apixaban-Dosis von 2,5 mg 2x täglich bei Krebspatienten mit VTE nach 6 Monaten Therapie ebenso wirksam gegen Rezidive schützen würde wie die Standarddosis von 5 mg 2x täglich.
Dr. med. Nana Mosler, Leipzig
Quelle: Lunch-Symposium im Rahmen des 132. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) 2026, „Neues aus der Antikoagulation – und was bedeutet das für die Praxis?“ am 18.04.26 in Wiesbaden, veranstaltet von der Bristol-Meyers Squibb GmbH.
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