Zitierweise: HAUT 2023;34(5):216-222.
Abstract
Special precautions are necessary for treatment of the skin with high-energy light sources in the direct vicinity of the eye, i.e. on the upper and lower eyelids, and the eyebrow region. The aim of this article is to present the safest possible procedure for treatments of the periorbital region against the background of the available scientific data. In addition, pitfalls in this region will be discussed. For most procedures in this area, the use of an external eye shield is not sufficient; therefore, a special protective shell, which is inserted below the eyelid, should always be used. Last but not least, due to the risks in this localization, the indication should be strictly evaluated before any procedure.
Schlüsselwörter: Lasertherapie am Auge, Augenschutz aus Metall, Blindheit nach Laserbehandlung, Laser, hochenergetische Blitzlampe
In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Laserbehandlungen rasant gestiegen. Bedingt ist dies einerseits durch die Erkenntnis, dass Laser durch ihre selektive Wirkung auf die jeweilige Zielstruktur hocheffektiv sind (Prinzip der selektiven Fotothermolyse1), andererseits wächst der Wunsch der Patientinnen und Patienten nach einem möglichst perfekten Aussehen. Verstärkt wird diese Entwicklung durch die Zunahme der Videokonferenzen in der Coronapandemie und die wachsende Influencer-Szene mit großer Handy-Affinität. Die Augenregion steht dabei immer häufiger im Fokus des Behandlungsinteresses.
Unsachgemäße Behandlung durch Laien immer noch verbreitet
*Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung beim Menschen
Viele dieser Behandlungen werden nicht von Ärztinnen und Ärzten durchgeführt; dies birgt die Gefahr eines fehlenden Gefahrenbewusstseins und der Unkenntnis der anatomischen Grundlagen. Immer noch sind Behandlungen durch Kosmetikerinnen in Augennähe möglich, um Haare zu entfernen oder die Haut nichtablativ zu verjüngen. Alle weiteren Behandlungen in Augennähe sind nach Umsetzung der NiSV* im November 2018 dem ärztlichen Bereich mit entsprechender Fachkunde vorbehalten.
Trotzdem findet man im Internet Videos, in denen Eingriffe in direkter Augennähe oder in Richtung der Augen ohne effektiven Augenschutz durchgeführt werden2. In diesen Videos, vor allem zum Entfernen von Tätowierungen, wird phasenweise auf Augenschutz verzichtet oder die Brille unsachgemäß getragen, wodurch Patienten und Behandler ungeschützt sind. Gleiches gilt für die nicht weniger gefährlichen Blitzlampen-Systeme.
** Technische Regeln zur Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung/ TRoS Laserstrahlung, Teil 1
Seit 2018 ist ein effektiver Augenschutz für alle im Behandlungsraum befindlichen Personen durch die TRoS 18** geregelt. Die Vorgaben wurden durch die Berufsgenossenschaft (BG) verschärft und finden sich im Teil 1 der BG-Anweisung (BAUA)3.
Eine unsachgemäße Anwendung von Lasern und hochenergetischen Blitzlampen (intense pulsed light, IPL) kann zu massiven Schäden des Auges und der Lider bis hin zur Erblindung führen, entsprechende Fälle wurden in der Vergangenheit bereits publiziert6-15. Die sachgemäße und sichere Behandlung in dieser diffizilen Region erfordert ein hohes Maß an anatomischen und quantenphysikalischen Kenntnissen.
Indikationsspektrum in der Periorbitalregion
Die häufigsten Indikationen für dermatologische Eingriffe mit dem Laser oder mit hochenergetischen Blitzlampen sind gutartige Hautveränderungen am Ober- und Unterlid, aber auch Hautkrebsarten und ihre Vorstufen oder In-situ-Varianten (Tab. 1). Bei der Behandlung von Hautkrebs und Hautkrebsvorstufen oder bei unklaren Befunden ist eine vorherige histologische Abklärung unbedingt notwendig.
Fehlender, mangelnder und nicht dokumentierter Augenschutz in der Literatur
Bei unserer Literaturrecherche im Frühjahr 2023 fanden sich 40 Beiträge mit insgesamt 100 Patientinnen und Patienten zu Augenschäden durch entsprechende Eingriffe. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei einem Drittel gar kein und bei 13 % ein ungeeigneter Augenschutz verwendet wurde – und in über der Hälfte der Fälle keine Angabe dazu zu finden war6-15.
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