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Früherkennung

Bauchaortenaneurysma: Ultraschall-Screening wird zu selten genutzt

Ein Bauchaortenaneurysma verläuft lange symptomlos, kann im Falle einer Ruptur jedoch tödlich enden. Obwohl es seit 2018 ein gesetzlich verankertes Ultraschall-Screening für Männer ab 65 Jahren gibt, wird dieses zu wenig genutzt – und Frauen mit Risikofaktoren bleiben bislang ganz außen vor.


02.10.2025
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Trotz der hohen Relevanz in der Altersmedizin ist das Früherkennungsangebot in der Bevölkerung wenig bekannt – und wird auch in der hausärztlichen Praxis nicht flächendeckend angewendet. „Viele Männer wissen gar nicht, dass ihnen dieses Screening zusteht – dabei ist es eine einfache, schnelle und strahlenfreie Untersuchung mit hoher Aussagekraft“, sagt Dr. Bernd Krabbe, Leiter des Arbeitskreises Vaskulärer Ultraschall der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e. V. (DEGUM). „Besonders alarmierend ist zudem, dass Frauen mit Risikofaktoren bislang gar keinen Anspruch auf diese Früherkennkungsuntersuchung haben – obwohl sie im Rupturfall schlechtere Überlebenschancen haben als Männer“, so der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Angiologie am UKM Marienhospital Steinfurt GmbH.

Bauchaortenaneurysma

  • 4 bis 8 Prozent der Männer über 65 Jahren weisen ein Bauchaortenaneurysma auf, bei Frauen ist die Rate niedriger, aber sie zeigen einen gefährlicheren Verlauf.
  • Ein Aneurysma liegt vor, wenn der Durchmesser der Bauchschlagader auf mehr als 3 cm erweitert ist.
  • Ein Rupturrisiko besteht ab einem Durchmesser von 5,5 cm bei Männern bzw. von 5,0 cm bei Frauen oder bei schnellem Wachstum. Dann ist meist eine operative Ausschaltung nötig.
  • Eine konservative Behandlung ist bei frühzeitiger Diagnose ggf. möglich mit regelmäßiger Ultraschallkontrolle, Rauchstopp und Blutdrucksenkung.  

Ultraschall erkennt Bauchaortenaneurysma frühzeitig

Bei etwa 4 bis 8 Prozent der Männer über 65 Jahren lassen sich im Screening Aneurysmen nachweisen – bei Frauen liegt die Rate zwar niedriger, doch sie haben häufiger einen gefährlicheren Verlauf. Studien zeigen: Raucherinnen entwickeln größere Aneurysmen mit schnellerem Wachstum, und bei nicht gescreenten Frauen ist die Rupturrate nahezu doppelt so hoch wie bei nicht gescreenten Männern.

Weitere Informationen zum Screening
Das gesetzlich verankerte Ultraschall-Screening auf ein Bauchaortenaneurysma ist eine Kassenleistung für Männer ab 65 Jahren. Frauen mit Risikofaktoren können die Untersuchung individuell ärztlich veranlassen lassen – ein systematisches Programm existiert bislang nicht.
https://www.g-ba.de/themen/
methodenbewertung/
erwachsene/aneurysmen-bauchaorta/

Aus Sicht der DEGUM muss das gesetzlich verankerte Früherkennungsangebot deutlich sichtbarer gemacht werden. Bislang werden Männer nicht automatisch zur Teilnahme eingeladen – stattdessen sind Hausärztinnen und Hausärzte gefordert, im Rahmen von Check-ups aktiv auf das Screening hinzuweisen. Die DEGUM spricht sich dafür aus, dieses Angebot konsequent in die hausärztliche Prävention zu integrieren.

Bauchaortenaneurysma-Screening auf bislang ausgeschlossene Risikogruppen ausweiten

Darüber hinaus sollte das Screening auf bislang ausgeschlossene Risikogruppen ausgeweitet werden. Insbesondere Frauen, die rauchen, an Bluthochdruck leiden oder eine familiäre Vorbelastung haben, könnten stark profitieren. Auch die Ruptursterblichkeit bei Frauen ließe sich dadurch perspektivisch senken. Entscheidend ist aus Sicht der Fachgesellschaft zudem, dass der Ultraschall in der Gefäßdiagnostik flächendeckend kompetent eingesetzt wird. Die DEGUM fordert daher, die Schulung im vaskulären Ultraschall strukturell zu stärken – sowohl in der Weiterbildung als auch in der täglichen Praxis. „Ultraschall ist das ideale Instrument für dieses Screening: nichtinvasiv, ohne Strahlung, überall verfügbar – aber es wird zu wenig genutzt“, so Krabbe. „Hier müssen wir dringend gegensteuern, denn jede früh entdeckte Gefäßveränderung kann Leben retten.“

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e. V. (DEGUM)