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Allgemein- & Innere Medizin, Naturheilverfahren, Medizin Allgemein- & Innere Medizin Biofaktoren, Diagnostik, Dosierung, Wechselwirkungen
Nahrungsergänzungsmittel

Bei der Planetary Health Diet auf den Biofaktorenstatus achten

Die Planetary Health Diet wurde von der EAT-Lancet-Kommission entwickelt, um die wissenschaftliche Grundlage für eine Transformation des globalen Ernährungssystems zu schaffen und die Gesundheit des Menschen und des Planeten gleichermaßen zu schützen. Es ist wichtig, dass bei der Planetary Health Diet alle essenziellen Biofaktoren in ausreichender Menge aufgenommen werden, um Mängel zu vermeiden und die gesundheitlichen Vorteile nutzen zu können.


29.01.2026
D. Birkelbach
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Die Planetary Health Diet1 fördert eine nachhaltige Lebensmittelproduktion, die den Verlust an Biodiversität und den Wasserverbrauch minimiert. Empfohlen wird eine pflanzenbasierte Ernährung mit Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen, da diese Lebensmittel reich an essenziellen Nährstoffen und Biofaktoren wie Vitaminen und Mineralstoffen sind und gleichzeitig umweltfreundlicher als Lebensmittel tierischen Ursprungs sind. Weiterhin wird ein geringer Fleischkonsum, insbesondere von rotem Fleisch, empfohlen. Rotes Fleisch steht nicht nur in Zusammenhang mit zahlreichen Zivilisationserkrankungen, sondern fördert auch Treibhausemission und Entwaldung. Zudem ist auf einen geringen Gehalt an Zucker, gesättigten Fettsäuren und ultraverarbeiteten Lebensmitteln zu achten.

Im Rahmen einer großen Kohortenstudie wurde ein Planetary Health Diet Index (PHDI) entwickelt und validiert. Die Studie zeigt, dass der PHDI mit einer höheren Ernährungsqualität und einem geringeren CO2-Fußabdruck verbunden ist.2

Unterschiede zu den DGE-Empfehlungen3,4,5

Hinsichtlich der Lebensmittelauswahl stimmen die Empfehlungen der Planetary Health Diet (PHD) weitgehend mit denen der aktuellen DGE-Empfehlungen, in denen erstmals Umweltaspekte wie Treibhausgasemissionen und Flächenbedarf von Lebensmitteln berücksichtigt wurden, überein. „Was und wie viel Menschen essen und trinken, steht in direktem Zusammenhang mit den nachhaltigen Entwicklungszielen. Diese umfassen soziale, ökonomische und ökologische Aspekte“, heißt es hierzu auf der Webseite der DGE.6 Auch gelten beide Ernährungsformen als gesundheitsfördernd und nachhaltig, wobei die PHD einen stärkeren Fokus auf die Umwelt legt. Unterschiede zeigen sich aus der globalen PHD- gegenüber der deutschlandspezifischen und regionalen DGE-Betrachtung und den unterschiedlichen Empfehlungen bei Milch und Milchprodukten sowie der Energiezufuhr. Außerdem betont die EAT-Lancet-Kommission stark den Einfluss der Ernährung auf die globale Krankheitslast: Laut Studien und Modellrechnungen reduzierte sich unter Einhaltung der PHD die Sterblichkeitsrate durch Atemwegs-, Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen sowie das Risiko für neurodegenerative Störungen.7,8,9

Risiko Biofaktorenmangel?10

Grundsätzlich könnte eine Ernährung nach den Empfehlungen der PHD und der DGE ausreichende Mengen an den meisten essenziellen Biofaktoren wie Vitaminen und Mineralstoffen zur Verfügung stellen. Dennoch gibt es einige Einschränkungen, die zu einem Biofaktorenmangel führen können:11

  • Die Ernährungsempfehlungen unterscheiden sich von der überwiegend von den meisten Menschen tatsächlich bevorzugten Ernährung. Dies zeigen beispielsweise die Daten der Nationalen Verzehrsstudie II.12 Insbesondere liegt die tatsächliche Zufuhr an Lebensmitteln pflanzlichen Ursprungs niedriger, während die Zufuhr hochverarbeiteter oder zuckerhaltiger Lebensmittel deutlich höher ist. Allein durch diese Aspekte kann es zu einem Mangel zahlreicher Biofaktoren kommen.
  • Die Empfehlungen der EAT-Lancet-Kommission liegen bei einigen Biofaktoren unter den Referenzempfehlungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit bzw. des amerikanischen ­Institute of Medicine. Die geringe Aufnahme von Lebensmitteln tierischen Ursprungs bei gleichzeitig hohem Phytatgehalt pflanzenbasierter Nahrung kann einen Mangel an Eisen, Zink, Calcium und Vitamin B12 verursachen.
  • Auch die geringere Zufuhr von Milch und Milchprodukten, wie bei der PHD empfohlen, kann zu einem Calciummangel führen, aber auch die Versorgung mit Vitamin B12 gefährden.
  • Vitamin B12 ist vor allem in Lebensmitteln tierischen Ursprungs enthalten. „Für Menschen, die sich ausschließlich pflanzlich ernähren oder nur wenig Lebensmittel tierischer Herkunft verzehren, ist die Einnahme eines Vitamin-B12-Präparats notwendig“, empfiehlt in diesem Zusammenhang auch die DGE.

Fazit für die Praxis

Die Planetary Health Diet stellt einen Ernährungsansatz dar, der sowohl die Gesundheit des Menschen als auch die des Planeten berücksichtigt, sowohl präventive Gesundheitsvorteile bietet als auch die Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit der Ernährung unterstützt. Die PHD, genauso wie die aktuellen Empfehlungen der DGE, sind daher zu begrüßen – mit der Einschränkung, dass ein Mangel einzelner Biofaktoren zu vermeiden ist.

1 Willett W et al.: Lebensmittel im Anthropozän: Die EAT-Lancet-Kommission für gesunde Ernährung aus nachhaltigen Lebensmittelsystemen. Lancet 2019; 393: 447-492

2 Cacau LT et al.: Development and Validation of an Index Based on EAT-Lancet Recommendations: The Planetary Health Diet Index. Nutrients 2021; 13(5): 1698

3 www.dge.de/presse/meldungen/2022/dge-stellungnahme-zur-planetary-health-diet/

4 Breidenassel C et al for the German Nutrition Society (DGE): The Planetary Health Diet in contrast to the food-based dietary guidelines of the German Nutrition Society (DGE). A DGE statement. Ernahrungs Umschau 2022; 69(5): 56-72.e1-3

5 Umweltbundesamt (2024): Neue lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen der DGE (FBDG). Fact Sheet. Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt.

6 www.dge.de/gesunde-ernaehrung/nachhaltigkeit/planetary-health-diet/

7 https://hsph.harvard.edu/news/planetary-health-diet-associated-with-lower-risk-of-premature-death-l…

8 Laine et al.: Co-benefits from sustainable dietary shifts for population and environmental health: an assessment from a large European cohort study. Lancet Planetary Health 2021; 5(11): E786-E796

9 www.ernaehrungsradar.de/planetary-health-diet/forschungsstand-planetary-health-diet/#laineetal2021

10 www.gf-biofaktoren.de

11 Beal T et al.: Estimated micronutrient shortfalls of the EAT–Lancet planetary health diet. The Lancet Planetary Health 2023 Mar; 7(3): E233-237

12 Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2024): Nationale Verzehrsstudie II: Wie sich Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland ernähren. 14.03.2024.

Autorin
Biologin Dr. Daniela Birkelbach

Dr. rer. nat. Daniela Birkelbach

Gesellschaft für Biofaktoren e.V.

www.gf-biofaktoren.de