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Urologie, Medizin, Infektiologie, Naturheilverfahren Urologie Urologie, Biofaktoren, Diagnostik, Dosierung, Wechselwirkungen
Vitamin-D-Mangel

Vitamin D und seine Bedeutung bei urologischen Erkrankungen

Vitamin D spielt eine wesentliche Rolle bei Harnwegsinfektionen, der benignen Prostatahyperplasie und der erektilen Dysfunktion. Eine gute Vitamin-D-Versorgung kann die schulmedizinische Therapie dieser urologischen Erkrankungen unterstützen.


10.04.2025
D. Birkelbach
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Einfluss von Vitamin D auf HWI

Studien deuten darauf hin, dass ein Vit­amin-D-Mangel in Zusammenhang mit chronisch-rezidivierenden Harnwegsinfektionen (HWI) steht.1,2,3 Das HWI-Risiko stieg signifikant an, wenn der 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel unter 20 ng/ml lag.4 25-Hydroxyvitamin-D wird auch als Calcidiol bezeichnet und ist der gängige Parameter zur Untersuchung des Vitamin-D-Status. Ein Vitamin-D-Mangel wird in der Regel bei Calcidiolwerten unter 20 ng/ml (50 nmol/l) festgestellt. Auch das Robert Koch-Institut, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und die WHO empfehlen einen Calcidiolspiegel von 20 ng/ml als unteren Referenzwert.5 Laut einem internationalen Expertenkonsens spricht bereits ein unterer Calcidiolwert von 30 ng/ml für einen Vitamin-D-Mangel.6

Eine Vitamin-D-Supplementierung zum Ausgleich eines Vitamin-D-Mangels kann Harnwegsinfektionen vorbeugen.7 Beispielsweise untersuchte eine klinische Studie die Wirkung einer wöchentlichen Supplementierung von 20.000 Internationalen Einheiten Vitamin D über fünf Jahre bei Patienten mit beginnendem Diabetes. Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Verringerung der HWI-Häufigkeit in der Vitamin-D-Gruppe.

Wie wirkt sich Vitamin D auf die Harnwege aus?

  • Vitamin D ist von zentraler Bedeutung für das Immunsystem.
  • Vitamin D stärkt die Barrierefunktion der Schleimhäute.
  • Vitamin D fördert die Produktion antimikrobieller Peptide wie Cathelicidin. Cathelicidin steuert die Immunantwort und verbessert die Abwehrkräfte der Blasenwand und kann so Harnwegsinfektionen vorbeugen.
  • Vitamin D fördert im Urin die Produktion von Abwehrstoffen, die verhindern, dass Bakterien an der Blasenwand haften bleiben.8

Einfluss von Vitamin D bei benigner Prostatahyperplasie

Es gibt wissenschaftliche Hinweise darauf, dass der Vitamin-D-Status eine Rolle bei der benignen Prostatahyperplasie (BPH) spielt und dass eine signifikante negative Korrelation zwischen dem 25(OH)-D-Spiegel und dem Prostatavolumen besteht.9,10 Studien zeigen, dass eine bessere Vitamin-D-Versorgung mit einem geringeren BPH-Risiko verbunden ist, was darauf hinweist, dass Vitamin D vorbeugend wirken könnte:11

  1. Wachstumshemmung: Vitamin D kann durch Modulation des RhoA/ROCK-Signalweges das Wachstum von Prostatazellen hemmen. Es wirkt dabei auf bestimmte Signalwege in den Zellen, die für deren Vermehrung verantwortlich sind.
  2. Entzündungshemmung: Vitamin D reduziert entzündungsfördernde Stoffe wie COX-2 und Prostaglandin E2, die bei BPH häufig erhöht sind. Dadurch können Entzündungen in der Prostata gemindert werden.
  3. Hormonregulation: Vitamin D kann die Umwandlung von Testosteron in Dihydro­testosteron (DHT) beeinflussen. Und weniger DHT bedeutet weniger Wachstum der Prostatazellen.
  4. Immunmodulation: Vitamin D hat auch Auswirkungen auf das Immunsystem und kann entzündliche Prozesse regulieren, was zur Prävention von BPH beitragen kann.

Zusammenfassend legen die Studien nahe, dass eine gute Vitamin-D-Versorgung das Risiko für die Entwicklung einer benignen Prostatahyperplasie reduzieren kann.

Führt ein Vitamin-D-Mangel zu erektiler Dysfunktion?12

Studien haben gezeigt, dass Patienten mit Vitamin-D-Mangel signifikant schwerere Formen der erektilen Dysfunktion (ED) aufwiesen, unabhängig von ihrer Testosteronfunktion. Obwohl die 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel zwischen Patienten mit und ohne ED keinen signifikanten Unterschied zeigten, war der International Index of Erectile Function (IIEF)-Score bei Patienten mit Vitamin-D-Mangel signifikant niedriger. Diese Assoziation blieb auch bestehen, wenn nur eugonadale Patienten betrachtet wurden. Die Autoren schlussfolgerten, dass ein Vitamin-D-Mangel mit schwereren Formen der ED assoziiert ist, unabhängig von der Hodenfunktion.

Vitamin-D-Mangel bei urologischen Erkrankungen ausgleichen

Auch wenn weitere Studien wünschenswert sind, kann Vitamin D in der Prävention und Behandlung verschiedener urologischer Erkrankungen von Nutzen sein. Im Hinblick auf die Vitamin-D-Dosierung ist die Datenlage zum jetzigen Zeitpunkt heterogen, da auch Studien mit wöchentlichen oder monatlichen Vitamin-D-Bolusgaben veröffentlicht wurden. Aufgrund der überwiegenden Expertenempfehlungen hat sich allerdings eine moderate Vitamin-D-Tagesdosis von 800 bis 2.000, gelegentlich bis 4.000 IE bewährt.13 Da Übergewicht das Risiko eines Vitamin-D-Mangels erhöht, können adipöse Patienten,14 aber auch solche mit chronischen Resorptionsstörungen in den ersten Behandlungswochen Tagesdosen bis zu 6.000 IE benötigen.

1 Deng QF et al.: Vitamin D and Urinary Tract Infection: A Systematic Review and Meta-Analysis. Ann Clin Lab Sci 2019 Jan; 49(1) :134-142 

2 Chidambaram S et al.: The Association Between Vitamin D and Urinary Tract Infection in Children: A CaseControl Study. Cureus 2022 May 24; 14(5): e25291 

3 Burhan Ali S et al.: Vitamin D deficiency as a risk factor for urinary tract infection in women at reproductive age. Saudi J Biol Sci. 2020 Nov; 27(11): 2942-2947 

4 Gan Y et al.: The Association between Serum Vitamin D Levels and Urinary Tract Infection Risk in Children: A Systematic Review and Meta-Analysis. Nutrients 2023 Jun 9; 15(12): 2690 

5 www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Vitamin_D/Vitamin_D_FAQ-Liste.html 

6 Pludowski P et al.: Clinical Practice in the Prevention, Diagnosis and Treatment of Vitamin D Deficiency: A Central and Eastern European Expert Consensus Statement. Nutrients 2022 Apr 2; 14(7): 1483 

7 Jorde R et al.: Prevention of urinary tract infections with vitamin D supplementation 20,000 IU per week for five years. Results from an RCT including 511 subjects. Infect Dis (Lond) 2016 Nov-Dec; 48(11-12): 823-828 

8 Gombart AF: The vitamin D–antimicrobial peptide pathway and its role in protection against infection. Future Microbiol 2009 Nov; 4(9): 1151-1165 

9 Zhang W et al.: Vitamin D Deficiency as a Potential Marker of Benign Prostatic Hyperplasia. Urology 2016 Nov: 97: 212-218 

10 Kohl S: Can We Link Vitamin D Deficiency to Benign Prostatic Enlargement? An Observational Case Control Study. Sri Lanka Journal of Urology. 2020 Dec; 14: 16 

11 Espinosa G et al.: Vitamin D and benign prostatic hyperplasia -- a review. Can J Urol 2013 Aug; 20(4): 6820- 6825 

12 Crafa A et al.: Is There an Association Between Vitamin D Deficiency and Erectile Dysfunction? A Systematic Review and Meta-Analysis. Nutrients 2020 May 14; 12(5): 1411 

13 Pludowski P et al.: Vitamin D Supplementation: A Review of the Evidence Arguing for a Daily Dose of 2000 International Units (50 µg) of Vitamin D for Adults in the General Population. Nutrients 2024 Jan 29; 16(3): 391 

14 Holick MF et al.: Evaluation, treatment, and prevention of vitamin D deficiency: an Endocrine Society clinical practice guideline. J Clin Endocrinol Metab 2011 Jul; 96(7): 1911-1930

Autorin

Dr. Daniela Birkelbach

Gesellschaft für Bio­faktoren e. V.

daniela.birkelbach(at)gf-biofaktoren.de 

www.gf-biofaktoren.de

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