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Kognitive Leistungsfähigkeit

Brainfood und Biofaktoren: Wie Ernährung und B-Vitamine die Gehirnleistung unterstützen

Wie können Brainfood und essenzielle Biofaktoren wie z. B. B-Vitamine die Gehirnleistung verbessern, geistige Fitness unterstützen und kognitiven Störungen vorbeugen?


09.05.2025
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Die kognitive Leistungsfähigkeit des Gehirns wird durch ein komplexes Zusammenspiel von genetischen und umweltbedingten Faktoren beeinflusst, wobei die Ernährung eine wichtige Rolle spielt. Und im Rahmen der Ernährung haben auch essenzielle Biofaktoren einen Einfluss auf Gehirnfunktion, geistige Leistungsfähigkeit und Prävention und Behandlung psychisch-kognitiver Beschwerden.1

Welche Ernährung unterstützt die geistige Fitness? 

Was für kardiovaskuläre Erkrankungen und Typ-2-Diabetes gilt, gilt auch für die Gesundheit des Gehirns. Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass die traditionelle mediterrane Ernährung, die reich an gesunden Fetten aus Olivenöl und Nüssen, Omega-3-Fettsäuren aus Fisch, Antioxidanzien aus Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukten ist, neurodegenerativen Erkrankungen vorbeugen kann.2,3 Die mediterrane Kost fördert die kognitive Leistungsfähigkeit4,5,6 und könnte das Risiko für kognitive Störungen, mild cognitive impairment und Demenz senken.7,8,9

Biofaktoren bei kognitiven Störungen: Die Rolle der B-Vitamine

B-Vitamine sind essenziell für die Gehirnfunktion und die kognitive Leistungsfähigkeit. Studien haben gezeigt, dass ein Mangel an Biofaktoren wie Vitamin B1, Vitamin B12 und Folsäure mit einem erhöhten Risiko für kognitive Störungen bis hin zur Demenz assoziiert ist. Eine gezielte Supplementierung kann die kognitive Funktion unterstützen und potenziell präventive Effekte zeigen.

Vitamin B1, Thiamin, bzw. Benfotiamin als fettlösliches Pro-Drug

Ein Thiaminmangel kann zu neurologischen und kognitiven Beeinträchtigungen führen. Das Gehirn ist auf eine kontinuierliche Energiezufuhr angewiesen, und Thiamin spielt eine entscheidende Rolle im Energiestoffwechsel der Nervenzellen. Ein Vitamin-B1-Mangel führt zu einer gestörten Energieproduktion, was besonders die Kleinhirn- und Mittelhirnzellen betrifft und zur Wernicke-Enzephalopathie führt. Auch Zellen des limbischen Systems, das für Gedächtnis und Emotionen verantwortlich ist, werden durch einen Thiaminmangel beeinträchtigt. Es kommt zu kognitiven Dysfunktionen, die von leichten Gedächtnisstörungen bis zu schweren Demenzerkrankungen wie Alzheimer reichen können. Zum Ausgleich eines Vitamin-B1-Mangel hat sich Benfotiamin, eine fettlösliche Vorstufe mit deutlich höherer Bioverfügbarkeit bewährt.10

Vitamin B12

Der Biofaktor Vitamin B12 ist essenziell für die Myelinsynthese, die den Schutz der Nervenfasern gewährleistet und eine effiziente Kommunikation zwischen Nervenzellen und Gehirn ermöglicht.

Ein Vitamin-B12-Mangel kann mit kognitiven Störungen, Gedächtnisproblemen und geistiger Verwirrung einhergehen.11,12 Studien zeigen, dass ein Vitamin-B12-Mangel das Demenzrisiko erhöhen kann.13 Tatsächlich zählt ein Vitamin-B12-Mangel zu den häufigsten behandelbaren Ursachen einer sekundären Demenz.14,15 Zur Behandlung eines Vitamin-B12-Mangels wird häufig eine orale Hochdosistherapie mit 1.000 µg Vitamin B12 pro Tag bevorzugt, da sie für viele Patienten eine angenehmere Alternative zur parenteralen Therapie darstellt.

Folsäure

Der Biofaktor Folsäure besitzt entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften. Diese Eigenschaften könnten dazu beitragen, oxidativen Stress im Gehirn zu reduzieren und somit das Fortschreiten neurodegenerativer Erkrankungen zu verlangsamen.16 Bei Alzheimer-Demenz könnte Folsäure in Kombination mit Vitamin B12 die Bildung von Beta-Amyloid-­Plaques und neuroinflammatorischen Prozessen reduzieren.17,18 Allerdings ist die Datenlage für Folsäure als therapeutische Intervention bei Demenz noch sehr begrenzt, sodass weitere Studien notwendig sind.

Fazit für die Praxis

Die Ernährung hat einen wesentlichen Einfluss auf die geistige Gesundheit. Insbesondere die mediterrane Kost trägt zur Erhaltung der kognitiven Leistungsfähigkeit bei, kann altersbedingtem kognitivem Abbau entgegenwirken und ist mit einem signifikant reduzierten Risiko für mild cognitive impairment und Demenz verknüpft. Im Hinblick auf relevante Biofaktoren ist auf eine gute Versorgung mit den Vitaminen B1 und B12 und Folsäure zu achten.

1 Ekstrand B et al.: Brain foods - the role of diet in brain performance and health. Nutr Rev 2021 May 12; 79(6): 693-708 

2 Lefèvre-Arbogast S et al.: Dietary factors and brain health. Curr Opin Lipidol 2022 Feb 1; 33(1): 25-30 

3 Siervo M et al.: Mediterranean diet and cognitive function: From methodology to mechanisms of action. Free Radic Biol Med 2021 Nov 20; 176: 105-117 

4 Gustafson DR et al.: Dietary fatty acids and risk of Alzheimer’s disease and related dementias: Observations from the Washington Heights-Hamilton Heights-Inwood Columbia Aging Project (WHICAP). Alzheimers Dement 2020 Jul 27; 16(12): 1638-1649

5 Hosseini M et al.: Blood fatty acids in Alzheimer's disease and mild cognitive impairment: A meta-analysis and systematic review. Ageing Res Rev 2020 Jul; 60: 101043 

6 Gomes TM et al.: Secondary Bioactive Metabolites from Foods of Plant Origin as Theravention Agents against Neurodegenerative Disorders. Foods 2024; 13(14): 2289 

7 Anastasiou CA et al.: Mediterranean diet and cognitive health: Initial results from the Hellenic Longitudinal Investigation of Ageing and Diet. PLoS One 2017 Aug 1; 12(8): e0182048 

8 Arora S et al.: Diet and lifestyle impact the development and progression of Alzheimer's dementia. Front Nutr 2023 Jun 29; 10: 1213223 

9 Garcia-Casares N et al.: Alzheimer’s Disease, Mild Cognitive Impairment and Mediterranean Diet. A Systematic Review and Dose-Response Meta-Analysis. J Clin Med 2021; 10(20): 4642 

10 Gibson GE et al.: Benfotiamine and cognitive decline in Alzheimer's disease: Results of a randomized placebocontrolled phase IIa clinical trial. J Alzheimers Dis 2020; 78(3): 989-1010 

11 Jatoi S. et al.: Low vitamin B12 levels: An underestimated cause of minimal cognitive impairment and dementia. Cureus 2020 Feb 13; 12(2): e6976 

12 Köbe T et al.: Vitamin B12 concentration, memory performance and hippocampal structure in patients with mild cognitive impairment. Am J Clin Nutr 2016 Apr; 103(4): 1045-1054 

13 Chen H et al.: Associations between Alzheimer's disease and blood homocysteine, vitamin B12 and folate: a case-control study. Curr Alzheimer Res 2015; 12(1): 88-94 

14 Djukic M et al.: Frequency of dementia syndromes with a potentially treatable cause in geriatric in-patients: analysis of a 1-year interval. Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci 2015 Aug; 265(5): 429-438 

15 Moore E et al.: Cognitive impairment and vitamin B12: a review. Psychogeriatr 2012 Apr; 24(4): 541-556 

16 Puga AM et al.: Effects of Supplementation with Folic Acid and Its Combinations with Other Nutrients on Cognitive Impairment and Alzheimer’s Disease: A Narrative Review. Nutrients 2021 Aug 26; 13(9): 2966 

17 Chen H et al.: Effects of Folic Acid and Vitamin B12 Supplementation on Cognitive Impairment and Inflammation in Patients with Alzheimer's Disease: A Randomized, Single-Blinded, Placebo-Controlled Trial. J Prev Alzheimers Dis 2021; 8(3): 249-256 

18 www.gesundheitsamt.bremen.de/erwachsene/ernaehrung-im-alter/ernaehrung-und-demenz-12948

Ausführliche Informationen zu den hier genannten Biofaktoren – einschließlich Labordiagnostik bei Verdacht auf einen Mangel sowie Dosierungsempfehlungen – finden Sie auf der Webseite der Gesellschaft für Biofaktoren e. V.: www.gf-biofaktoren.de

Autorin

Dr. Daniela Birkelbach

Gesellschaft für Bio­faktoren e. V.
daniela.birkelbach(at)gf-biofaktoren.de
www.gf-biofaktoren.de

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