Warum die Ketonmessung für Menschen mit Diabetes wichtig ist
Bei Menschen mit Diabetes entwickelt sich eine DKA, wenn der Körper aufgrund von Insulinmangel beginnt, Fett als Energiequelle abzubauen. Dabei steigen die Ketonwerte im Blut gefährlich an.2 Laut der American Diabetes Association können erhöhte Ketonwerte innerhalb weniger Stunden zu einer DKA eskalieren; unbehandelt kann dies zu Koma oder sogar zum Tod führen.2 Trotz klinischer Empfehlungen, die Ketontests bei Krankheit oder erhöhten Glukosewerten vorsehen, bleibt die Früherkennung eine große Herausforderung.
Funktionsweise der Libre Duo Systeme
Die Libre Duo Systeme überwachen kontinuierlich sowohl Glukose- als auch Ketonwerte und reduzieren so die Abhängigkeit von punktuellen Blut- oder Urintests. Als Teil des Behandlungsstandards für das tägliche Diabetesmanagement sind die Sensoren darauf ausgelegt, Menschen mit Diabetes bei der Überwachung ihrer Glukosewerte zu helfen und sie gleichzeitig vor ansteigenden Ketonen zu warnen, damit sie frühzeitig handeln und möglicherweise einen schwerwiegenden DKA-Notfall vermeiden können.
Die CE-Kennzeichnung umfasst zwei Libre Duo Systeme: Libre Duo ist für eine Tragedauer von bis zu 15 Tagen ausgelegt und richtet sich an Erwachsene ab 18 Jahren. Libre Duo 10 Day bietet eine Tragedauer von bis zu 10 Tagen und ist für Menschen ab 2 Jahren konzipiert. Klinische Daten zeigen, dass aktive Kinder und Jugendliche mit einem 10-Tage-Sensor die gesamte vorgesehene Tragezeit besser einhalten können. Beide Sensoren liefern eine konstant hohe Messgenauigkeit.3
Die Libre Duo Systeme werden in Abbotts digitales FreeStyle Libre Gesundheitsökosystem integriert, sodass Nutzende Glukose- und Ketonwerte mit Pflegepersonen und medizinischem Fachpersonal teilen können. Abbott arbeitet zudem mit führenden Pumpenherstellern zusammen, um automatisierte Insulinabgabesysteme (AID) mit den Sensoren zu verbinden.
„Abbott hat sich wiederholt als Pionier in der Gesundheitsinnovation bewiesen”, sagt Chris Scoggins, Executive Vice President von Abbott Diabetes Care. „Menschen mit Diabetes berichten uns regelmäßig, dass das Risiko schwerwiegender Komplikationen ein fester Bestandteil ihres Alltags ist. Unsere Libre Duo Systeme geben ihnen, ihren Familien und dem medizinischen Fachpersonal klarere, frühzeitigere Informationen darüber, was in ihrem Körper vorgeht, sodass sie rechtzeitig handeln können, wenn es darauf ankommt.”
Die Libre Duo Systeme entsprechen den Empfehlungen eines aktuellen internationalen Expertenkonsens-Papiers von Breakthrough T1D, einer globalen Organisation, die sich auf die Forschung und Interessenvertretung von Typ-1-Diabetes konzentriert. Dieses Papier beschreibt die sichere und effektive Anwendung der kontinuierlichen Ketonmessung als Teil eines umfassenden Diabetesmanagements.4
Eine wachsende Versorgungslücke in der Diabetesbehandlung
Eine DKA kann sich rasch entwickeln und wird oft zu spät erkannt. Da Ketonwerte nicht routinemäßig überwacht werden, werden Warnsignale häufig übersehen – mit schwerwiegenden Folgen wie verzögerte Interventionen und steigende DKA-Raten. Aktuelle Daten verdeutlichen das Ausmaß dieser Herausforderungen:
- Glukose und Ketone steigen nicht immer gemeinsam an: Ketone können unabhängig von Glukosewerten ansteigen und in manchen Fällen sogar dann, wenn der Glukosespiegel im Normbereich zu liegen scheint – was die frühzeitige Erkennung eines DKA-Risikos verzögern kann.4
- DKA-Raten steigen: Laut einer im Fachjournal Diabetes Care veröffentlichten Studie haben Krankenhausaufenthalte aufgrund von DKA in den vergangenen zehn Jahren um etwa 55 % zugenommen5; die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) nennen DKA als eine der häufigsten Todesursachen bei Kindern und Erwachsenen unter 58 Jahren mit Typ-1-Diabetes.9 Eine aktuelle Analyse von fast 660.000 Personen aus dem Vereinigten Königreich, durchgeführt von führenden Diabetesforschenden und auf der Conference for Advanced Technologies & Treatments for Diabetes (ATTD 2026) in Barcelona vorgestellt. Die Ergebnisse zeigten, dass DKA-Raten sowohl bei Menschen mit Typ-1- als auch Typ-2-Diabetes zunehmen – mit einem hohen Rückfallrisiko. Über den 23-jährigen Studienzeitraum hat sich die DKA-Inzidenz bei Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes mehr als verdreifacht, während sie bei Menschen mit Typ 2-Diabetes um das Sechsfache gestiegen ist.6
- DKA führt zu mehr Krankenhausaufenthalten als Hypoglykämien: Laut CDC ist DKA für rund viermal mehr Krankenhausaufenthalte verantwortlich als Hypoglykämien und damit der dominante Treiber der akuten diabetesbedingten Gesundheitsversorgung in den USA.7
- Symptome werden häufig übersehen: Frühe Anzeichen ansteigender Ketonwerte, wie Übelkeit, Müdigkeit oder grippeähnliche Beschwerden, werden häufig mit gewöhnlichen Infektionen verwechselt, was die Erkennung und Behandlung verzögert.4,8,9
- Ketonmessung bleibt begrenzt: In einer Befragung von knapp 3.000 Menschen mit Typ-1-Diabetes, veröffentlicht im Fachjournal Diabetes Care, gaben nur 18 % an, ein Blutketonmessgerät zu besitzen, während fast ein Drittel angab, überhaupt keine Ketontestmaterialien – weder Blutmessgeräte noch Urinteststreifen – zu haben.10
Die Libre Duo Systeme sind noch nicht zugelassen und nicht im Handel erhältlich.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Libre Duo?
Libre Duo Systeme sind Zwei-in-Eins-Biowearables, die eine Echtzeitübersicht über Glukose- und Ketonwerte bieten. Die Früherkennung ansteigender Ketonwerte kann Menschen dabei helfen, einen schweren DKA-Notfall zu vermeiden.2
Für wen sind Libre Duo Systeme geeignet?
Libre Duo Systeme sind für Menschen mit Diabetes konzipiert, die ein erhöhtes DKA-Risiko aufweisen – darunter Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes, die Insulin oder andere blutzuckersenkende Medikamente wie SGLT2-Inhibitoren verwenden.
Benötigen Menschen mit Diabetes kontinuierliche Ketonmessung?
Kontinuierliche Glukosemesssysteme (CGM) erfassen Glukosewerte, messen jedoch keine Ketone. Laut der American Diabetes Association können erhöhte Ketonwerte innerhalb weniger Stunden zu einer DKA führen – die Früherkennung ist daher entscheidend. Da Ketonwerte rasch ansteigen können – manchmal unabhängig vom Glukosespiegel – und die Symptome häufig mit gewöhnlichen Erkrankungen verwechselt werden, kann die Überwachung von Ketonverläufen dabei helfen, ein mögliches Risiko besser einzuschätzen und frühzeitig zu handeln.2,4,6,8