Circadiane Rhythmen in der Onkologie: Chronomedizin am Beispiel des Gebärmutterhalskrebses
Diese Fortbildung erklärt die Rolle des circadianen Rhythmus in der Onkologie. Sie erläutert die Grundlagen der Chronomedizin am Beispiel des Zervixkarzinoms und zeigt auf, inwiefern eine an die innere Uhr angepasste Therapie die Wirksamkeit steigern und Nebenwirkungen reduzieren kann.
Zellteilung, DNA-Reparatur, Hormonhaushalt – all das folgt einem circadianen Rhythmus. Gerät er aus dem Takt, kann dies Krebserkrankungen begünstigen. Ein Blick auf die wissenschaftlichen Grundlagen und Perspektiven der personalisierten Chronotherapie am Beispiel des Gebärmutterhalskrebses.
CME: Circadiane Rhythmen in der Onkologie: Chronomedizin am Beispiel des Gebärmutterhalskrebses
Ein inneres Uhrensystem steuert unseren circadianen Rhythmus und ist von entscheidender Bedeutung für unser allgemeines Wohlbefinden. Der circadiane Rhythmus liegt nicht nur unserem Schlaf-Wach-Rhythmus und unserem Wachheitsgefühl zugrunde, er reguliert auch andere wichtige Körperfunktionen wie die Körpertemperatur, die Hormonproduktion, den Stoffwechsel, die Zellreparatur und -regeneration sowie die Funktionen des Immunsystems. Mit der Bedeutung des circadianen Systems für Gesundheit und Krankheit beschäftigt sich die Chronomedizin.
Seit November 2025 bietet eine gesetzliche Krankenkasse Versicherten mit der Diagnose Gebärmutterhalskrebs einen Speicheltest zur präzisen Bestimmung des individuellen inneren Rhythmus an. Eine an den persönlichen circadianen Rhythmus, der auch als Chronotypus bezeichnet wird, angepasste Gestaltung von Schlaf-, Bewegungs-, Tageslicht- und Essenszeiten soll Patientinnen dabei unterstützen, ihren Alltag während der Krebstherapie besser zu bewältigen und ihr Wohlbefinden zu stärken. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse den Zusammenhang zwischen biologischen Rhythmen und Zervixkarzinom erklären.
1. Die circadiane Gesundheit
Der Zusammenhang zwischen der inneren Uhr und Erkrankungen im Allgemeinen basiert auf einer Störung der circadianen Gesundheit (1). Circadiane Gesundheit bezeichnet die optimale Funktion, Rhythmik und Ausrichtung des circadianen Schlaf-Wach-Rhythmus in Synchronie mit dem Hell-Dunkel-Zyklus, den Ernährungszeiten, der körperlichen Belastung und den psychosozialen Einflüssen zur Aufrechterhaltung der physiologischen und verhaltensbezogenen Homöostase.
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Autor & Korrespondenzadresse
Dr. med. Alfred Wiater Schlafmediziner und Somnologe (DGSM), Köln
praxis-wiater@t-online.de
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