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Allgemein- & Innere Medizin, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Neurologie, Orthopädie, Schmerztherapie, Medizin Allgemein- & Innere Medizin Allgemein- & Innere Medizin
CMD

Craniomandibuläre Dysfunktion – häufig Ursache für therapieresistente Symptome in der Allgemeinarztpraxis

Die CMD als Beschwerdebild und Überbegriff für zahlreiche Diagnosen ist auf dem besten Wege, eine Volkskrankheit zu werden. Je nach Design kommen Studien auf eine Prävalenz von drei bis 40 % Betroffener in Deutschland mit einem Frauenanteil von 75 %. Untersuchung und Diagnose sind aufwendig, können jedoch auch bereits im hausärztlichen Bereich angestoßen bzw. verifiziert werden. 


07.02.2024
Dr. Hamdi Kent
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Die CMD zählt zu den funktionellen Körperbeschwerden und ist damit ein Krankheitsbild, bei dem die genaue Anamnese, Untersuchung und Diagnose generell komplex und zeitaufwendig ist. Denn die Symptome treten meist nicht in dem Bereich auf, in dem auch die pathologischen Befunde zu finden sind. 

Von großer Bedeutung ist in der Praxis das Erkennen möglicher Auslöser wie Stress und Überlastung, aber auch depressiver Verstimmungen und psychischer Traumata, da sich die Therapie und Prognose je nach Ursache teilweise gravierend unterscheiden kann. In seltenen Fällen sind iatrogene Ursachen, wie Bissstörungen durch vorausgehende zahnärztliche oder kieferorthopädische Therapien, als Auslöser zu eruieren.



Die Liste der potenziellen Symptome einer unbehandelten CMD scheint unendlich lang zu sein. Am häufigsten sind Myalgien im Kaumuskelbereich, die bei 80 % der Patienten mit Nackenschmerzen assoziiert sind und ohne Präsenz von Kaumuskelschmerzen außerhalb der Palpation auftreten. Diese ziehen dann oft vom Nacken über den Hinterkopf in den temporofrontalen Bereich und verursachen dort Kopfschmerzen.

Typisch sind auch Gesichtsschmerzen als projizierte Schmerzen von Triggerpunkten in der Kaumuskulatur. Auch profitiert ungefähr jeder achte Tinnituspatient von einer frühzeitigen Funktionstherapie und sehr häufig verschwinden Augenbeschwerden wie Doppelbilder, Flimmern, dumpfe Augenhintergrundschmerzen und Lichtempfindlichkeit durch den positiven Effekt der Funktionstherapie auf die hypertone Subokzipitalmuskulatur. 
Viele dieser Symptome sind denen gängiger Erkrankungen zum Verwechseln ähnlich und werden daher oftmals fehlinterpretiert und infolgedessen erfolglos therapiert.

Muskuläre Funktionsketten und neuroanatomische Zusammenhänge, die die Formatio reticularis mit den Hirnnervenkernen heranziehen, sowie Triggerpunkte mit Schmerzprojektionen sind die gängigsten Modelle, um diesen Chamäleoneffekt zu erklären. 

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