Die Absaugung erfolgt stets in verschiedenen Schichten, um so eine vollständige Reduktion des krankhaften Fettgewebes zu erreichen, und es sollte regelmäßig in der tiefen Schicht begonnen werden (2, 8).
Nach der Liposuktion wird ein oberflächlicher subkutaner Reiz mit Kanülen, die einen Durchmesser von 3 mm besitzen, gesetzt, der durch Vernarbung dem Entstehen eines Hautüberschusses vorbeugen soll. Im Anschluss findet eine Nivellierung des Absaugareals mit Kanülen mit einem Durchmesser von 4 mm ohne Sog statt.
Um das bereits erfolgte Maß der Absaugung zu evaluieren, hat sich der intraoperativ durchgeführte „Pinch-Test“ etabliert und liefert neben dem Lipoaspirat, das 8–10 % des Körpergewichts nicht überschreiten sollte, einen wichtigen intraoperativen Kontrollparameter (9) (Abb. 1).
Der blutige Anteil des Lipoaspirats (blutige Phase), der ebenfalls intraoperativ zu überwachen ist, ist häufig der limitierende Faktor für die Menge des Aspirationsvolumens und sollte, um Komplikationen zu verringern, einen Anteil von 20 % nicht übersteigen (Abb. 2).
Intraoperativ findet ein Temperaturmonitoring sowie die Verwendung von angewärmten Infusionen und Oberkörper-Wärmesystemen statt. Nach Abschluss der Operation wird das Gewebe mechanisch modelliert, die Insertionsstellen verschlossen und die zuvor angepasste Kompressionswäsche der Kompressionsklasse II noch auf dem Operationstisch angelegt.
Nachsorge
Nach unserer Erfahrung kann auf eine postoperative Antibiotikatherapie verzichtet werden. Viel entscheidender ist der frühzeitige Beginn der täglichen MLD. Neben der Hautpflege kommen externe Topika zur Hämatom- und Schwellungsreduktion in Einzelfällen zum Einsatz. Die Thromboseprophylaxe ist bis zur adäquaten Mobilisierung durchzuführen, die Kompressionswäsche ist für sechs Wochen tagsüber und nachts zu tragen. Ein Ziehen der Fäden ist durch die Verwendung von resorbierbarem Nahtmaterial nicht erforderlich.
Take-Home-Messages
Megaliposuktionen, wie sie häufig beim Lipödem notwendig sind, sollten im stationären Rahmen mit postoperativen Überwachungsmöglichkeiten an einem auf das Lipödem spezialisierten Zentrum stattfinden.
Um eine dauerhafte Entfernung des Lipödems zu erreichen, sollte eine ausreichende, subtotale Reduktion des Fettgewebes durchgeführt werden, eine Behandlung in allen betroffenen Arealen stattfinden (Leistenband bis Malleolus bzw. Axilla bis Handgelenk) und die Absaugung stets in longitudinaler Richtung entlang der Lymphgefäße erfolgen.
Wichtige intraoperative Kontrollparameter während der Liposuktion zur Bestimmung des möglichen Lipoaspirats sind der Pinch-Test sowie das Messen der blutigen Phase während des Eingriffs (<20 %).