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vasomed 2/23

RFA – EVLT – EMA – HIFU – ETA – MOCA – CA – MFG – Morsecode mit freundlichen Grüßen oder endovenöse Verfahren in der Varizentherapie?

Die endoluminalen Verfahren, insbesondere die endovenöse thermische Venen­ablation (ETA), sind inzwischen ein fester Bestandteil im Behandlungsspektrum der Varikose in Deutschland. Im angloamerikanischen Raum wird die thermische Venenablation aufgrund der guten Wirksamkeit, Anwendungssicherheit und hoher Patientenzufriedenheit sogar der Stripping-Operation vorgezogen. 


02.03.2023
Dr. Hartmann
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ZITIERWEISE: VASOMED 2023; 35 (2): 56-57

Die am meisten verbreiteten und auch am bewährtesten Verfahren sind die Radiofrequenzablation (RFA) und Laserablation (EVLA). Bei der EVLA haben sich Wellenlängen um die 1.400 nm mit Radialfasern durchgesetzt. Höhere Wellenlängen um die 1.900 nm mit noch stärkerer Absorption im Wasserbereich drängen neuerdings auf den Markt der endovenösen Lasertherapie (EVLT) und zeigen gute Verschlussraten bei niedriger Leistung – aber auch weniger Nebenwirkungen?

Cyanoacrylat (CA)-Verklebungen der Stammveneninsuffizienz liegen seit neuestem selbst in China hoch im Kurs, obwohl dort bisher nur Verschlussraten nach einem Jahr von 83 % (EVLA) und 90 % (CA) gemeldet wurden; das „Nicht-Tragen-Müssen“ von Kompressionsstrümpfen und das Fehlen der Tumeszenzlösung beim CA-Verfahren kam gut an – aber muss ein Kompressionsstrumpf wirklich auch bei der ETA postoperativ getragen werden? Und was passiert mit dem CA nach mehreren Jahren?

Die Mechanochemische Ablation (MOCA) mit dem schon länger bekannten ClariVein®-Verfahren oder das neuere, etwas modifizierte Flebogrif®-Verfahren verschließen die Stammvene mit einer Kombination aus Polidocanol und einem mechanischen Mikrotrauma der Veneninnenwand. Verschlussraten liegen über der duplexkontrollierten Schaumsklerotherapie und unter der ETA. 

Neu und noch in der Findungsphase ist die High-Intensity-Focused-Ultrasound-Therapie (HIFU), bei der mehrere sich überlagernde Ultraschallstrahlen auf ein Zielgebiet konzentriert werden. Der resultierende fokussierte Ultraschallstrahl ist hochenergetisch und erzeugt einen Temperaturanstieg am Zielpunkt. Somit können Stammvenen von außen nicht-invasiv behandelt werden. 

Microwave Ablation of Varicose Veins (EMA) ist eine weitere Neuheit, bei der ein Mikrowellenkatheter in die Stammvene eingeführt wird und die Vene von innen erhitzt. Vorteil ist, dass der Katheter keinen Kontakt zur Venenwand benötigt, wie bei der RFA, und auch keine Laserschutzbrillen getragen werden müssen – allerdings hat der Katheter einen großen Durchmesser und eignet sich bisher vorwiegend für große Venendurchmesser. 

Der Morsecode der endovenösen Verfahren in der Varizentherapie ist entschlüsselt, aber es kommen weiterhin Neuheiten hinzu. Ob diese sich durchsetzen, bleibt abzuwarten. Sspannend ist es allemal, die Phlebologie bleibt ein interessantes Fach!

Der Beitrag beruht auf einem Vortrag bei den 29. Bonner Venentagen am 31.3.-1.4.2023.



Autor

Korrespondenzadresse
Dr. med. Karsten Hartmann
Venenzentrum Freiburg
Zähringer Str. 14
79108 Freiburg im Breisgau
kahartmann(at)web.de
www.venenzentrum-freiburg.de