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Allgemein- & Innere Medizin, Orthopädie, Medizin Orthopädie Orthopädie
Adultes Still-Syndrom

Bessere Behandlung dank Morbus-Still-Leitlinie

Eine frühere Diagnose und weniger Nebenwirkungen bei der Behandlung des adulten Still-Syndroms: Das sind laut einer aktuellen Studie die Erfolge der 2022 veröffentlichten Morbus-Still-Leitlinie. 


06.03.2025
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Das adulte Still-Syndrom (AOSD) ist eine seltene entzündlich-rheumatische Erkrankung, die auf einer Fehlregulation des angeborenen Immunsystems beruht. Eine variable Organbeteiligung bis hin zu lebensbedrohlichen Komplikationen und die neu zur Verfügung stehenden Therapieansätze haben die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und klinische Immunologie (DGRh) dazu veranlasst, 2022 die S2e-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des adulten Still-Syndroms (AOSD) zu erstellen. Eine Studie untersuchte nun den Einfluss der Leitlinie auf die Diagnostik, das Therapiemanagement und den Krankheitsverlauf.

Studie zur Implementierung der Morbus-Still-Leitlinie


Die Studie zeigt, dass sich die durchschnittliche Zeit bis zur Diagnosestellung von 18,56 Monaten auf nur noch 1,29 Monate verkürzte. 


„Dieser Erfolg geht auf die Einführung der wirksamen Biologika in die AOSD-Therapie zurück, die seit 2016 verfügbar sind und dem Syndrom zu Aufmerksamkeit verholfen haben“, sagt Prof. Dr. Ulf Wagner, Präsident der DGRh. Vermutlich habe aber auch die Leitlinie zu dieser positiven Entwicklung beigetragen.

Reduktion von Komplikationen und Nebenwirkungen

Die Studie dokumentiert zudem eine deutlich geringere Komplikationsrate. Während vor der Leitlinie Makrophagenaktivierungssyndrome (MAS) als schwerwiegende Komplikation der AOSD häufiger auftraten, wurde seit der Veröffentlichung nur noch ein einziger Fall (12/2022) registriert. „Zuvor war ein Morbus Still oft erst dann diagnostiziert worden, wenn die Betroffenen mit dieser Komplikation in die Klinik kamen“, so Wagner.
Zudem sanken die Therapie-assoziierten Nebenwirkungen. Dies ist eine Folge des sparsameren Einsatzes von Glucocorticoiden, die laut Leitlinie allenfalls kurzfristig und niedrig dosiert zum Einsatz kommen sollten. 

Fazit

 „Da seit der Leitlinienveröffentlichung wenig Zeit vergangen ist, sind natürlich noch längere und umfangreichere Beobachtungen nötig, um die Ergebnisse der vorliegenden Studie zu bestätigen. Die Daten zeigen aber, dass Leitlinienarbeit Früchte trägt und in der Versorgung ankommt“, resümiert der DGRh-Präsident. Gerade bei seltenen Erkrankungen sei diese Arbeit besonders mühsam und zeitaufwendig, da es kaum Studien gebe und die Informationen größtenteils aus Fallberichten zusammengetragen werden müssten.



Literatur

Originalpublikation:
Friedrich, R., Kernder, A., Blank, N. et al. Implementation of the new DGRh S2e guideline on diagnostics and treatment of adult-onset Still’s disease in Germany. Z Rheumatol 84, 30–38 (2025). https://doi.org/10.1007/s00393-024-01607-7

Leitlinie:
DGRh-S2e-Leitlinie Diagnostik und Therapie des adulten Still-Syndroms (AOSD), https://register.awmf.org/assets/guidelines/060-011l_S2e_Diagnostik-Therapie-des-adulten-Still-Syndroms-AOSD_2023-11.pdf

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e.V.

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