Vom 19. bis 21. März 2026 hat die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) zu den Deutschen Schmerz- und Palliativtagen 2026 nach Frankfurt am Main eingeladen. Unter dem Motto „Stabilität in unsicheren Zeiten: Ambulant, teilstationär, stationär“ führte der Kongress rund 2.000 Experten zusammen, um die sektorenübergreifende Versorgung chronischer Schmerzpatienten zukunftsfähig und krisensicher zu gestalten.
Teilnehmende waren Schmerzmediziner aus verschiedenen Facharztbereichen, Algesiologische Fachassistenzen (ALFAs), Pain Nurses, Apotheker und pharmazeutisches Fachpersonal. An drei Kongresstagen fanden mehr als 120 Sessions in sechs parallelen Räumen mit über 130 Referentinnen und Referenten aus Versorgungsforschung und schmerzmedizinischer Praxis statt.
Im Fokus der Veranstaltungen standen die Themen Prävention, Diagnostik und Therapie chronischer Schmerzen, Cannabinoide & Opioide, Schlafmedizin, Psychologie, Palliativversorgung, KI & digitale Anwendungen, Gesundheitspolitik und vieles mehr.
23 Millionen Menschen in Deutschland leiden an chronischen Schmerzen, vier Millionen davon schwer. „Wir reden hier nicht über ein Randthema, sondern über eine Volkskrankheit“, betonte DGS-Präsident Dr. Richard Ibrahim. „Die Schmerzmedizin ist die ärztliche Königsdisziplin – und sie ist in Gefahr. Sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich fehlen Strukturen, Nachwuchs und verlässliche Rahmenbedingungen. Eine große Patientengruppe wird schlicht vergessen.“ Die DGS fordert seit Jahren eine bundesweite, abgestimmte Versorgungsstruktur für chronische Schmerzpatienten und setzt sich für die Anerkennung der Schmerzmedizin als eigenständiges Fachgebiet ein.
Highlights der Deutschen Schmerz- und Palliativtage
Neben gesundheitspolitischen Weichenstellungen standen auf dem Kongress auch praxisnahe Themen im Mittelpunkt – etwa neue Versorgungskonzepte für komplexe Schmerzbilder, die Weiterentwicklung des DGS-Praxisschmerzregisters und die Förderung des ärztlichen Nachwuchses. „Denn die Schmerzmedizin steht vor einem dramatischen Fachkräftemangel mit einem erwarteten Einbruch von bis zu 50 Prozent in den kommenden Jahren“, betonte Kongresspräsident Dr. Carsten Brau. „Unser Ansatz ist interdisziplinär und mehrdimensional – moderne Schmerztherapie verbindet konservative, invasive und neuromodulative Verfahren. Nur im Zusammenspiel dieser Disziplinen gelingt eine patientenzentrierte, nachhaltige Versorgung.“
Bei der Frage nach den Kongresshighlights hob Dr. Ibrahim die enge Zusammenarbeit mit anderen Fachgesellschaften hervor: „Kooperationen und interdisziplinäre Vernetzung sind entscheidend, um die Schmerzmedizin zukunftsfähig aufzustellen.“ Für Dr. Brau zählte das Symposium zum ärztlich assistierten Suizid zu den zentralen Kongressmomenten: „Wir Ärzte brauchen fachliche, rechtliche und ethische Handlungssicherheit, wenn Patienten mit einem Sterbewunsch zu uns kommen.“
Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS)
Die DGS ist mit 4.035 Mitgliedern, 16 Landes- und 121 Schmerzzentren die führende Fachgesellschaft zur Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen. Ihr Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität von Schmerzpatienten – durch eine bessere Diagnostik und eine am Lebensalltag des Patienten orientierte Therapie. Mit praxisnahen Fortbildungen, Curricula, innovativen Versorgungsmodellen sowie Kongressen wie dem Innovationsforum und den Schmerz- und Palliativtagen fördert die DGS den interdisziplinären Austausch und die Weiterentwicklung der Schmerz- und Palliativmedizin.
Deutsche Schmerz- und Palliativtage 2027 im Congress Center Messe Frankfurt: 11.03.-13.03.2027. Info: https://www.dgschmerzmedizin.de/
Monika Schweihoff
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