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Urologie, Medizin, Schmerztherapie Urologie Urologie, Biofaktoren, Diagnostik, Dosierung, Wechselwirkungen
Biofaktoren

Vitamin D und Zink können bei Prostata-Erkrankungen unterstützen

Biofaktoren wie Zink und Vitamin D gewinnen zunehmend an Bedeutung – auch im Rahmen adjuvanter und komplementärer Therapiekonzepte bei urologischen Erkrankungen. Studien zeigen, dass sie die Behandlung der benignen Prostatahyperplasie und des chronischen Beckenschmerzsyndroms unterstützen könnten.


02.10.2025
D. Birkelbach
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In den letzten Jahren zeigt sich in der Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH) und des chronischen Beckenschmerzsyndroms (CP/CPPS) ein wachsendes Interesse an komplementären Strategien – mit dem Ziel, Entzündungen zu beeinflussen, oxidativen Stress zu reduzieren und funktionelle Beschwerden zu lindern. Biofaktoren wie Zink (s. Infobox) und Vitamin D nehmen dabei eine wichtige Rolle ein – sei es in der Regulation hormoneller Prozesse, der Modulation des Immunsystems oder im Muskel- und Nervengefüge des kleinen Beckens.1,2,3

Zink und Prostata-Erkrankungen: Was sagt die Studienlage?

1. Benigne Prostatahyperplasie4,5,6

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass niedrige Zinkspiegel mit einem erhöhten Prostatavolumen und ausgeprägteren Miktionsbeschwerden assoziiert sind – was auf einen protektiven Effekt einer ausreichenden Zinkversorgung bei BPH hinweist. Auch wenn kontrollierte Interventionsstudien bislang noch begrenzt sind, deuten die Ergebnisse auf einen potenziellen Nutzen hin: In einer sechsmonatigen Studie konnte eine Zinksupplementierung – kombiniert mit sekundären Pflanzenstoffen – die unteren Harnwegssymptome und die Lebensqualität von Patienten mit BPH signifikant verbessern.

2. Chronisches Beckenschmerzsyndrom7

Bei chronisch-entzündlichen Veränderungen der Prostata wurden im Prostatasekret deutlich erniedrigte Zinkkonzentrationen gemessen. Auch die Ergebnisse klinischer Studien sprechen für einen therapeutischen Effekt: Eine Zink-Supplementierung kann entzündliche Prozesse modulieren und das subjektive Schmerzempfinden reduzieren. In einer randomisierten Untersuchung bei Patienten mit NIH-Typ-IIIA-Prostatitis führte eine dreimonatige tägliche Zinkzufuhr von 50 mg zu einer signifikanten Verbesserung des NIH-CPSI*-Gesamt- und Schmerzscores. Die Autoren führen diese Effekte auf die antibakteriellen, antioxidativen und immunmodulatorischen Eigenschaften von Zink zurück.

Zink – essenziell für Prostatafunktion und Immunbalance12,13

Die Zinkkonzentration im gesunden Prostatagewebe beträgt etwa 1.000 bis 3.000 µg/g Trockengewicht, was rund zehnmal höher ist als in anderen Weichgeweben wie Leber, Niere oder Pankreas. Die Prostata speichert Zink, da Zink an verschiedenen physiologischen Prozessen beteiligt ist:

  • Regulation des Androgen-Stoffwechsels: Zink hemmt das Enzym 5-Alpha-Reduktase und reduziert dadurch die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) – einem zentralen Wachstumsfaktor der Prostata.
  • Schutz vor oxidativem Stress: Als Bestandteil der Superoxid-Dismutase trägt Zink zur Neutralisierung freier Radikale bei.
  • Unterstützung der Immunbalance: Zink wirkt regulierend auf entzündliche Prozesse – ein potenziell wichtiger Mechanismus bei Beschwerden wie CP/CPPS.

Was kann Vitamin D bewirken?8,9,10

Immer mehr Studien deuten darauf hin, dass Vitamin D eine schützende Rolle bei BPH spielen könnte. Seine antiproliferativen und entzündungshemmenden Eigenschaften wirken offenbar regulierend auf das Prostatawachstum. Beobachtungsstudien zeigen eine umgekehrte Beziehung zwischen der Vitamin-D-Versorgung und dem Prostatavolumen – je besser die Versorgung, desto geringer das Volumen. Auch Interventionsstudien liefern positive Hinweise: Männer mit einer guten Vitamin-D-Versorgung haben ein geringeres Risiko, eine BPH zu entwickeln. Eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D könnte somit ein einfacher, aber wirksamer Ansatz zur Vorbeugung und Therapie sein.

Und wie sieht es mit dem Nutzen des Biofaktors bei dem chronischen Beckenschmerzsyndrom aus? Derzeit liegen noch keine Humanstudien zur Vitamin-D-Supplementierung bei CP/CPPS vor. Präklinische und experimentelle Daten sprechen jedoch für eine immunmodulierende Wirkung, was für CP/CPPS relevant sein könnte. Beispielsweise waren in einer experimentellen Studie die Prostataentzündungen ohne funktionierenden Vitamin-D-Rezeptor deutlich stärker ausgeprägt, was auf die immunregulierende Wirkung von Vitamin D hinweist.11

Hier sind sicher in der Zukunft noch weitere spannende Ergebnisse zu erwarten.


* NHI-CPSI: National Institutes of Health Chronic Prostatitis Symptom Index

Die Gesellschaft für Biofaktoren e. V. (GfB) ist ein gemeinnütziger Verein, der das Ziel verfolgt, die wissenschaftlichen Grundlagen der Therapie und Prophylaxe mit Biofaktoren zu fördern. Weitere Informationen: www.gf-biofaktoren.de

1 Das K, Buchholz N: Benign prostate hyperplasia and nutrition. Clin Nutr ESPEN 2019 Oct; 33: 5-11 

2 Cicero AF et al.: Nutraceutical treatment and prevention of benign prostatic hyperplasia and prostate cancer. Arch Ital Urol Androl 2019 Oct 2; 91(3) 

3 Reddy J et al.: Association of Vitamin D and Prostate Health Status in Men: An Analytical Cross-Sectional Study. Cureus 2024 Dec 2; 16(12): e74959 

4 Christudoss P et al.: Zinc status of patients with benign prostatic hyperplasia and prostate carcinoma. Indian J Urol 2011 Jan; 27(1): 14-18 

5 Sauer AK et al.: Zinc Deficiency in Men Over 50 and Its Implications in Prostate Disorders. Front Oncol 2020 Aug 6; 10: 1293 

6 Tiscione D et al.: Daidzein plus isolase associated with zinc improves clinical symptoms and quality of life in patients with LUTS due to benign prostatic hyperplasia: Results from a phase I-II study. Arch Ital Urol Androl 2017 Mar 31; 89(1): 12-16 

7 Goodarzi D et al.: The efficacy of zinc for treatment of chronic prostatitis. Acta Med Indones 2013 Oct; 45(4): 259-264 

8 Zhang W et al.: Vitamin D Deficiency as a Potential Marker of Benign Prostatic Hyperplasia. Urology 2016 Nov; 97: 212-218 

9 Kohl S: Can We Link Vitamin D Deficiency to Benign Prostatic Enlargement? An Observational Case Control Study. Sri Lanka Journal of Urology. 2020 Dec; 14: 16 

10 Espinosa G et al.: Vitamin D and benign prostatic hyperplasia -- a review. Can J Urol 2013 Aug; 20(4): 6820-6825 

11 Motrich RD et al.: Impact of vitamin D receptor activity on experimental autoimmune prostatitis. J Autoimmun 2009 Mar; 32(2): 140-148 2 

12 Franklin RB et al.: Zinc and zinc transporters in normal prostate and the pathogenesis of prostate cancer. Front Biosci 2005 Sep 1; 10: 2230-2239 1 

13 Costello LC, Franklin RB: A comprehensive review of the role of zinc in normal prostate function and metabolism; and its implications in prostate cancer. Arch Biochem Biophys 2016 Dec 1; 611: 100-112

Autorin

Dr. Daniela Birkelbach

Gesellschaft für Bio­faktoren e. V.

daniela.birkelbach(at)gf-biofaktoren.de 

www.gf-biofaktoren.de

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