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FOKO 2026

Pertussis: Die Praxis als Schlüsselort der Impfmedizin

Die Pertussis-Impfquote bei Schwangeren liegt in Deutschland mit rund 51 % deutlich unter den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO)1, sodass nahezu jedes zweite Neugeborene in einer besonders vulnerablen Lebensphase ungeschützt bleibt.


10.04.2026
GSK
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Pertussis-Impfung: Wirksamkeit von über 90 % 

Prof. Michael Abou-Dakn, Berlin und Dr. Michael Wojcinski, Steinhagen, bewerten diese Schutzlücke als präventivmedizinisch kritisch, da die maternale Immunisierung zu den effektivsten Maßnahmen zählt, um Säuglinge in den ersten Lebensmonaten vor schweren Verläufen zu schützen. Denn sie tragen ein besonders hohes Risiko für schwere Komplikationen.2 Auf dem FOKO diskutierten die Experten die zentrale Rolle der frauenärztlichen Praxis für eine bessere Impfprävention. Durch die maternale Impfung in der Schwangerschaft könne die Schutzlücke geschlossen werden: Über die Plazenta übertragene Antikörper bieten dem Neugeborenen frühzeitig Schutz. Studien zeigen eine Impfwirksamkeit von über 90 % in den ersten Lebensmonaten und eine deutliche Reduktion tödlicher Verläufe.3,4 Die STIKO empfiehlt die Pertussis-Impfung in jeder Schwangerschaft unabhängig vom Impfstatus, idealerweise zwischen der 28. und 32. Schwangerschaftswoche. Ergänzend wird die „Cocooning-Strategie“ empfohlen, bei der enge Kontaktpersonen rechtzeitig geimpft werden. 

Impfprävention im Lebensverlauf

Neben der Schwangerschaft spielt die frauenärztliche Praxis auch für die Impfprävention im weiteren Lebensverlauf eine wichtige Rolle. Denn Pertussis werde gerade bei Erwachsenen häufig übersehen oder gar nicht diagnostiziert, mahnte Abou-Dakn. Empfohlen wird eine einmalige Auffrischimpfung gegen Pertussis im Erwachsenenalter. 

„Um Impflücken konsequent zu schließen, ist zudem eine strukturierte Praxisorganisation entscheidend“, bekräftigte Wojcinski. Er empfahl, den Impfausweis schon bei der Terminvergabe anzufordern, den Impfstatus bei jeder Vorsorgeuntersuchung zu überprüfen, erfolgte Immunisierungen sofort zu dokumentieren und Recall-Systeme zur Nachverfolgung ausstehender Impfungen zu nutzen. Das Praxisteam nehme zudem eine Vorbildfunktion beim Thema „Impfen“ ein. Gut organisiert, kann sich das auch wirtschaftlich positiv auswirken.

Quelle: „Frühstücks-Symposium: Impfen in der Gynäkologie – Schutz für jede Lebensphase“, 07.03.2026, anlässlich des FOKO, Düsseldorf. Veranstalter: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG



Literatur

1 RKI (2025) Impfquoten in Deutschland: Begleitfolien zu aktuellen Ergebnissen aus dem RKI-Impfquotenmonitoring (Stand: 11.12.2025).

2 National Notifiable Diseases Surveillance System, 2004–2014. ..., U.S. Department of Health and Human Services, Atlanta, GA 30333.

3 Chu HY & Englund JA. Clin Infect Dis 2014;59:560–568.

4 RKI, Epid. Bull. 13/2020.