Skip to main content

Dieser Beitrag ist nur für Mitglieder verfügbar!

Endokrinologie, Aus der Industrie, Allgemein- & Innere Medizin Allgemein- & Innere Medizin Goodie
TSH-Rezeptor-Autoantikörper

Endokrine Orbitopathie: Pathogenese gezielt adressieren

Die Endokrine Orbitopathie (EO) ist eine seltene autoimmune Schilddrüsenerkrankung, die durch TSH-Rezeptor-Autoantikörper (TRAK) ausgelöst wird, wie Dr. Dr. med. Christina Miller, Ulm, erklärte. Die TRAK induzieren eine Entzündungsreaktion mit Volumenzunahme und Fibrose im orbitalen Gewebe. Therapeutisch steht eine immunmodulatorische Behandlung im Vordergrund. Wenn eine Standardtherapie keine ausreichende Wirkung zeitigt, können monoklonale Antikörper zum Einsatz kommen. Teprotumumab etwa greift sehr spezifisch in die Pathogenese ein.


27.05.2025
Amgen GmbH
Teilen auf:
drucken Gefällt mir merken

Klinisch äußert sich eine EO, wie Miller weiter ausführte, durch Schwellungen, Rötungen und Bindehautentzündungen sowie Proptosis und Sehstörungen. Die EO verläuft in zwei Phasen: einer inflammatorischen und einer chronischen Phase, in der nurmehr chirurgische Korrekturen möglich sind. Zu den Auslösern der Erkrankung zählen Radiojodtherapie, oxidativer Stress und Rauchen.

Dr. med. Tim Bleul aus Freiburg betonte die Rolle des Rauchens als hinderlichen Faktor für die Therapie. Er unterstrich, dass ein zeitlich begrenztes Fenster existiert, in dem die Folgen der Inflammation reversibel sind. Die Beurteilung der Krankheitsaktivität erfolgt über den Clinical Activity Score (CAS). Ab einer moderaten Krankheitsaktivität sind intravenöse Glukokortikosteroide indiziert, ergänzt durch Mycophenolsäure oder Bestrahlung für stärkere Effekte. Teprotumumab, Tozilizumab und Rituximab gehören zur Zweitlinienmedikation, wobei Teprotumumab noch nicht in der EU zugelassen ist.

Prof. Dr. med. George Kahaly aus Mainz erläuterte die gezielte Wirkweise von Teprotumumab, das den IGF1-Signalweg blockiert und somit die Schwellung des orbitalen Gewebes reduziert. Studien zeigen signifikante Verbesserungen in Proptosis, visuellen Funktionen und Lebensqualität. Etwa 70 % der Patienten erreichten nach 24 Wochen eine inaktive Erkrankung, und diese positive Wirkung hielt mindestens zwei Jahre an. Nebenwirkungen können Muskelspasmen, gastrointestinale Störungen, Hyperglykämie und mögliche Beeinträchtigungen des Gehörs umfassen.1,2

Reimund Freye, Baden-Baden



Literatur

1 Kahaly GJ et al. Thyroid 2024;34(7): 880–889

2 Kahaly GJ et al. Lancet Diabetes Endocrinol 2021;9(6): 360–372

Quelle: Satellitensymposium: Endokrine Orbitopathie – Ein Update, im Rahmen der 68. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), Baden-Baden, 21.03.2025; Veranstalter: Amgen GmbH