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Dermatologie, Schlafmedizin, Medizin Dermatologie Dermatologie, TEST Katrin Breitenborn
Schlaflosigkeit

Erhöhtes Risiko für Schlafstörungen bei Menschen mit Psoriasis

Der Zusammenhang von Psoriasis und Schlafstörungen rückt zunehmend in den Fokus. Unbekannt ist jedoch, inwieweit Schlafstörungen mit dem Schweregrad der Psoriasis zusammenhängen und ob es Unterschiede bei bestimmten Bevölkerungsgruppen gibt. Eine aktuelle Studie1 untersuchte die Zusammenhänge, da diese für eine umfassende und personalisierte Behandlungsstrategie von entscheidender Bedeutung sind.


05.09.2025
K. Breitenborn
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Ziel der Studie von Diaz et al.1 war es, den Zusammenhang zwischen dem Schweregrad der Psoriasis und dem Risiko für die Entwicklung spezifischer Schlafstörungen zu quantifizieren. Ebenso ermittelte die Studiengruppe, ob diese Relation in ethnischen Gruppen variiert. Dafür entnahm sie die Informationen aus den Gesundheitsakten von 7.743 Erwachsenen mit Psoriasis aus der „All of Us“-Stichprobe. Dabei handelt es sich um eine spezielle Datenbank des National Institutes of Health (NIH) in den USA, bei der unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppen befragt werden.

Die Fälle wurden selektiv im Verhältnis 1 : 4 mit alters-, geschlechts- und ethnizitätsgleichen Kontrollpersonen gematcht und die Unterschiede wurden mittels multivariabler Regression untersucht. Dabei ergaben sich folgende Ergebnisse (s. Tab. 1):

  • Eine leichte Psoriasis war signifikant mit dem Restless-Legs-Syndrom, Schlaflosigkeit und obstruktiver Schlafapnoe assoziiert, nachdem soziodemografische Variablen und Komorbiditäten berücksichtigt wurden.
  • Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis zeigte sich ein noch größerer Zusammenhang.
  • Ein besonders hohes Risiko für Schlafstörungen hatten Psoriasis-Patientinnen und -Patienten mit nicht-weißer Hautfarbe, insbesondere für Schlaflosigkeit und obstruktive Schlafapnoe.
  • Die Prävalenz von Angststörungen und Typ-2-Diabetes war erwartungsgemäß bei den Psoriasis-Erkrankten signifikant höher als bei den entsprechenden Kon­trollgruppen.2,3
 Milde PsO-Fälle (%)Milde PsO-Kontrollen (%)p-WertMittelschwere bis schwere PsO-Fälle (%)Mittelschwere bis schwere PsO-Kontrollen (%)p-Wert
Schlafstörungen gesamt48,3630,92< 0,00154,0631,40< 0,001
RLS5,853,78< 0,0018,423,94< 0,001
Schlaflosigkeit25,0614,85< 0,00128,8414,96< 0,001
OSA26,9616,96< 0,00132,9717,00< 0,001
Narkolepsie0,420,270,100≤1,03≤ 0,260,032
RBD0,510,300,028≤1,030,27> 0,99
Komorbiditäten 
Rauchen51,5049,550,0148,0646,760,309
Angststörungen47,8330,47< 0,00150,5430,94< 0,001
Typ-2-Diabetes29,8519,75< 0,00131,2119,73< 0,001
Chronischer Pruritus≤ 0,360,09< 0,001≤ 1,03≤ 0,260,038
RLS: Restless-Legs-Syndrom; OSA: obstruktive Schlafapnoe, RBD: REM-Schlafverhaltensstörungen
Tab. 1: Zusammenhang zwischen Schweregrad der Psoriasis und Schlafstörungen (mod. n. [1])

Die Autoren schlussfolgerten, dass sowohl eine leichte als auch eine mittelschwere bis schwere Psoriasis signifikant mit einem erhöhten Risiko für Schlafstörungen assoziiert ist, wobei es zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen deutliche Unterschiede gibt.

kb



Literatur

1 Diaz MJ et al. JEADV Clinical Practice 2025, DOI: 10.1002/jvc2.70022.

2 Chellappa SL et al. Sleep Medicine Reviews 2022;61:101583.

3 Ogilvie RP et al. Current Diabetes Reports 2018;18(10).