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Patientendaten

Fokus Datenschutz: Die neue EU-Cloud erklärt

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik begleitet die Umsetzung einer europäischen Cloud, die sicherstellen soll, dass Nutzerdaten den EU-Raum nicht verlassen können. Auch soll ein außereuropäischer Zugriff auf das System nicht möglich sein. 


29.01.2026
Redaktion
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Seit dem 15. Januar 2026 ist die AWS European Sovereign Cloud (ESC) offiziell in Betrieb. Der US-Anbieter Amazon Web Services (AWS) hat damit eine eigenständige Cloud-Infrastruktur geschaffen, die vollständig innerhalb der EU betrieben wird. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) begleitet das Projekt und unterstützt bei der Ausgestaltung der Sicherheits- und Souveränitätsmerkmale.

Was bedeutet eine europäische Cloud für die medizinische Praxis?

Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte arbeiten täglich mit hochsensiblen Patientendaten. Ob elektronische Patientenakte, Praxisverwaltungssystem oder digitale Befunde – die Frage, wo diese Daten gespeichert werden und wer darauf Zugriff hat, ist für Praxen nicht nur eine technische, sondern auch eine rechtliche und ethische Angelegenheit.

Die Arbeit an einer neuen europäischen Cloud-Lösung adressiert genau diese Bedenken: Die Infrastruktur ist physisch und logisch von der globalen AWS-Plattform getrennt. Das bedeutet konkret, dass Nutzerdaten den EU-Raum nicht verlassen können. Zudem wird die gesamte Infrastruktur ausschließlich von Bürgerinnen und Bürgern aus der EU betrieben.



 Was ist eigentlich eine “Cloud”?

Vereinfacht gesagt, bezeichnet "die Cloud" ein globales Netzwerk von Servern, die über das Internet zugänglich sind, sowie die Software und Datenbanken, die auf diesen Servern laufen. Anstatt Daten und Programme auf der eigenen Computerfestplatte oder einem lokalen Server im Büro zu speichern und auszuführen, mietet man bei einem Cloud-Anbieter Rechenleistung, Speicherplatz und andere IT-Ressourcen nach Bedarf.1,2

Schutz vor außereuropäischem Zugriff

Besonders wichtig aus Praxissicht: Technische Kontrollmechanismen sollen verhindern, dass Daten aus der EU abfließen oder die Systeme von außen gesteuert oder gar abgeschaltet werden können. Dies schließt auch Software-Updates ein, die in die europäische Cloud eingespielt werden.

BSI-Präsidentin Claudia Plattner betont die Bedeutung solcher Lösungen für die digitale Souveränität: Außereuropäische Produkte müssten so angepasst werden, dass eine sichere und selbstbestimmte Nutzung möglich wird.

Ausblick

Im Laufe des Jahres will das BSI allgemeine Souveränitätskriterien für Cloud-Lösungen veröffentlichen. Diese könnten künftig auch bei der Auswahl von Praxissoftware und digitalen Diensten als Orientierung dienen.


Quelle: Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)

1 https://azure.microsoft.com/de-de/resources/cloud-computing-dictionary/what-is-cloud-computing [Letzter Zugriff am 29.01.2026].
2 https://www.cloudflare.com/de-de/learning/cloud/what-is-the-cloud/ [Letzter Zugriff am 29.01.2026].

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