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Gefäßsystem

Gemeinsame Ursache von Thrombose und Bauchaortenaneurysma entdeckt

Erkrankungen der Blutgefäße wie Thrombose und Bauchaortenaneurysma beruhen auf gemeinsamen zellulären Pathomechanismen im Gefäßsystem, wie Forschende aus Düsseldorf nun nachweisen konnten. Das Verständnis der molekularen Ursachen eröffnet neue Möglichkeiten für innovative und gezielte Therapien.


23.12.2025
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Ein Forschungsteam aus Düsseldorf konnte nachweisen, wie die Interaktion verschiedener Blutzellen sowohl zur Entstehung einer Thrombose als auch eines Bauchaortenaneurysmas führen kann. Das Team gehört der Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) an. Die CD36–TSP-1-vermittelte Interaktion von Thrombozyten und Erythrozyten ist unmittelbar an der Bildung beider Erkrankungen beteiligt. 

Thrombose: Zusammenspiel von Thrombozyten und Erythrozyten verstärkt Blutgerinnung

Die Aktivierung von Thrombozyten, ist für die Blutstillung lebenswichtig. Gerät dieser Prozess außer Kontrolle, können Thrombosen entstehen. Neben Thrombozyten können auch die Erythrozyten gerinnungsfördernde Eigenschaften entwickeln. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel der beiden Zelltypen. Durch direkten Kontakt verstärken sie sich gegenseitig in ihrer gerinnungsfördernden Wirkung. Bereits 2018 konnte die Arbeitsgruppe von Prof. Margitta Elvers (UKD) einen Fas-Ligand-Fas-Rezeptor-vermittelten Signalmechanismus zwischen Thrombozyten und Erythrozyten identifizieren. Dieser kann die gerinnungsfördernde Aktivität beider Zellen hervorrufen (Klatt et al, Journal of Clinical Investigation 2018).

Bauchaortenaneurysma: Bisher keine Medikamente zur Therapie

Bauchaortenaneurysmen entstehen hingegen durch eine fortschreitende Schwächung der Gefäßwand, häufig infolge von Arteriosklerose. Kommen anhaltende Entzündungsprozesse hinzu, kann die Wand der Hauptschlagader im Bauchraum geschwächt werden und sich krankhaft erweitern. Da ein Bauchaortenaneurysma meist lange Zeit keine Beschwerden verursacht, erkennt man es häufig erst, wenn es zu einer plötzlichen und lebensbedrohlichen Ruptur der Aorta kommt. Medikamentöse Behandlungsoptionen stehen bislang nicht zur Verfügung. Derzeit kann nur eine Operation das Risiko eines lebensbedrohlichen Aortenrisses senken.


„Diese Ergebnisse sind von besonderer klinischer Bedeutung, da sie erstmals einen gemeinsamen molekularen Ansatzpunkt für zwei bislang unterschiedlich behandelte Erkrankungen aufzeigen“, so Elvers. „Die gezielte Hemmung der CD36–TSP-1-Achse könnte langfristig die Entwicklung medikamentöser Therapien ermöglichen, die das Fortschreiten von Bauchaortenaneurysmen bremsen und gleichzeitig das Risiko von Thrombosen reduzieren.“ 
Prof. Margitta Elvers, Düsseldorf



Das Team um Elvers konnte zeigen, dass eine spezifische Wechselwirkung zwischen Thrombozyten und Erythrozyten eine zentrale Rolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten beider Erkrankungen spielt. Diese wird über die Proteine CD36 und TSP-1 vermittelt. In experimentellen Mausmodellen waren Tiere, bei denen diese Signalachse gezielt unterbrochen war, sowohl vor Thrombosen als auch vor Bauchaortenaneurysmen geschützt.

Gemeinsamer molekularer Ansatzpunkt von Thrombose und Bauchaortenaneurysma

„Diese Ergebnisse sind von besonderer klinischer Bedeutung, da sie erstmals einen gemeinsamen molekularen Ansatzpunkt für zwei bislang unterschiedlich behandelte Erkrankungen aufzeigen“, so Elvers. „Die gezielte Hemmung der CD36–TSP-1-Achse könnte langfristig die Entwicklung medikamentöser Therapien ermöglichen, die das Fortschreiten von Bauchaortenaneurysmen bremsen und gleichzeitig das Risiko von Thrombosen reduzieren.“ Die Studienergebnisse wurden kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift Circulation Research veröffentlicht.



Literatur

Krott KJ et al. Interplay Between Thrombospondin-1 and CD36 Modulates Platelet-RBC Interaction in Thrombosis and abdominal Aneurysm Formation. Circulation Research 2025. DOI: doi.org/10.1161/CIRCRESAHA.125.326701