Guter Lesestoff für den Feierabend
Um eine junge Ärztin, die von Köln nach Taipei umsiedelt, geht es in „Glaszeit“ von Leh-Wei Liao (Luchterhand Literaturverlag). Der Roman ist gemeinsam mit 19 weiteren Büchern für den Deutschen Literaturpreis 2026 nominiert.
Am 11. August wurden die Nominierten für den Deutschen Buchpreis 2026 bekanntgegeben. Von 180 eingereichten Büchern haben es 20 Romane auf die Longlist geschafft.
Eine vielfältige Auswahl
Die Bücher behandeln wie jedes Jahr eine Vielzahl von Themen, Schauplätzen und Geschichten. Dem Komplex von Heimat, Zugehörigkeit und Zeitenwenden widmen sich die Romane „Die Lücken“ von Shida Bayzar (Kiepenheuer & Witsch) und „Sanditz“ von Lukas Rietzschel (dtv), während „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ von Helene Bukowski, das Leben und tragische Ende einer jungen Pianistin verfolgt (claassen).
Um Themen wie Familien, generationale Konflikte und Gewalt geht es in den Romanen „Unerwünschte Töchter“ von Miriam Carbe (Carl Hanser Verlag), „King Cobra“ von Muri Darida (dtv), „Parasiti“ von Alisha Gamisch und „Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle“ von Valeria Gordeev (S. Fischer Verlag). Gewaltvolle Systeme werden in „Nelka“ von Svenja Leiber (Suhrkamp Verlag) und „Gulistan“ von Karosh Taha (DuMont Buchverlag) thematisiert.
Um Freundschaft, Nähe und Ängste geht es in „Orca“ von Franziska Gänsler (Kein & Aber) und in „Selbstregulierung des Herzens“ von Peggy Mädler (Galiani Berlin). Komplizierte Beziehungsverhältnisse finden sich zudem in „Anti Müller“ von Yade Yasemin Önder (park x ullstein), „Anton und Alma“ von Dana Vowinckel (Suhrkamp Verlag) und „Memories of Heidelberg“ von Heinz Strunk (Rowohlt Verlag).
Eine literarische Weltreise erwartet die Leserinnen und Leser in „Liefern“ von Tomer Gardi (Tropen Verlag) und der Durst nach einem besseren Leben bestimmt Lilli Tollkiens „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ (Aufbau Verlag).
Die Sprache selbst wird in „Schleifen“ von Elias Hirschl zum großen Thema (Paul Zsolnay Verlag), dem Schreiben widmet sich der Roman „Das Wasser im August“ von Ingo Schulze (S. Fischer Verlag) und Giuliano Musio gelingt in „Aus anderem Holz“ eine Neuinterpretation der Pinocchio-Geschichte (Luftschacht Verlag).
Auszeichnungen im Herbst
Verliehen wird der Deutsche Buchpreis jährlich zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse. Dieses Jahr findet die Verleihung am 5. Oktober statt. Den oder die Erstplatzierte erwartet ein Geldpreis von 25.000 Euro.
Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels gewinnt in diesem Jahr Philippe Sands, der die Auszeichnung am 11. Oktober in Frankfurt erhält. Der französisch-britische Jurist und Schriftsteller tritt für die Menschenrechte ein und schreibt über völkerrechtliche Verbrechen. Auf seine Initiative geht auch das Bestreben zurück, Ökozid – also die Zerstörung von Ökosystemen mit ihren verheerenden Folgen – als Strafbestand beim Internationalen Gerichtshof zu verankern.
Preisträger des Deutschen Buchpreises 2025 war übrigens der Roman „Die Holländerinnen“ von Dorothee Elmiger (Carl Hanser Verlag).
Update (08.10.2026)
Roman des Jahres 2026
Den Deutschen Buchpreis 2026 gewinnt Autorin Shida Bazyar für ihren Roman “Die Lücken” (Kiepenheuer & Witsch).
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Quelle: Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels