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Dermatologie, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Medizin Dermatologie Dermatologie, Ästhetik, HAUT
HAUT 4/22

Haartransplantation: Dos & Don’ts

Die Haartransplantation hat sich in den letzten Jahren etabliert und ist fester Bestandteil der rekons­truktiven Chirurgie ehemals behaarter Körperareale, insbesondere im Kopf- und Bartbereich. Durch technische Neuerungen stehen diverse Behandlungsmöglichkeiten und technische Verfahren zur Verfügung. Somit gilt es, das jeweils optimale Vorgehen in Abhängigkeit von Prognose und Patientenwünschen zu finden. Von der Vorbereitung über Durchführung bis hin zur Nachsorge lauern diverse „Fallstricke“, die es zu meistern gilt. Ärztliche Kompetenz und Qualitätsarbeit liefern auf lange Sicht zufriedene Patienten und positive Bewertungen im Internet.
Schlüsselwörter: Haartransplantation, FUE-Technik, FUT-Technik, follicular Units, Fallstricke


11.08.2022
F. G. Neidel
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Zitierweise: HAUT 2022;33(4):185-193.

Abstract

Hair transplantation has become established in recent years and is an integral part of reconstructive surgery on previously haired areas of the body, especially in the head and beard area. Due to technical innovations, various treatment options and technical procedures are available. Therefore, it is necessary to find the optimal procedure depending on the prognosis and on the patients’ wishes. In preparation, execution and aftercare, various “pitfalls” lurk that need to be mastered. Medical competence and high quality work result in satisfied patients and positive reviews on the internet.
Key words: hair transplantation, FUE technique, FUT technique, follicular units, pitfalls

Vorbereitung

Do: Lerne, deine eigene Leistung und die des Teams realistisch einzuschätzen. Dieses Potenzial bestimmt den gesamten Prozess der Haartransplantation.

Don’t: Ein Überschätzen der eigenen Fähigkeiten provoziert schlechte Resultate und Unzufriedenheit bei den Behandelten.

Ärztliche Konsultation

Zur Vorbereitung einer Haartransplantation gehört immer eine ärztliche Konsultation. Dabei wird die allgemeine und spezielle Anam­nese in Bezug auf den Haarverlust erhoben. Außerdem muss das mögliche Spenderpotenzial quantitativ und qualitativ beurteilt werden. Neben Analyse der Haarstruktur, Haarfarbe und Haartextur sind das Abschätzen der Follikelgruppendichte (bei langem Haar) und die genaue Messung der follicular Unit Density (FUD) pro Quadratzentimeter (nur realisierbar bei kurz rasiertem Haar) entscheidende Punkte bei der Planung einer Haartransplantation. 

Do: Lerne, die Haarsituation bereits bei der Erstkonsultation richtig einzuschätzen und bestimme möglichst genau die Qualität und Quantität der Spenderhaargruppen. Je nach Alter der Behandelten lassen sich der Ist-Zustand und die Prognose des Haarausfalls empirisch einschätzen. Demzufolge soll auch der Behandlungsumfang adaptiv gestaltet werden. 

Je früher der Haarausfall beginnt, desto ungünstiger ist die Prognose für die Folge­jahre. Erstbefunde sollen nach Möglichkeit von den späteren behandelnden ­Ärztinnen und Ärzten erhoben werden. 

Don’t: Konsultation und Befunderheben durch nichtärztliche „Haarberater“ oder kaufmännisch orientiertes Personal.

Ärztliche Aufklärung

Die ärztliche Aufklärung ist die wichtigste Maßnahme im Vorfeld einer Haartransplantation. Sie muss alle wichtigen Nebenwirkungen und Komplikationen einer Behandlung beinhalten. Die geplanten Behandlungsschritte sind zu dokumentieren. Der Arzt oder die Ärztin sollte Handskizzen über den Behandlungsumfang anfertigen. Damit ist belegbar, dass er oder sie sich individuell auf den zu Behandelnden eingestellt hat und dass die Aufklärung persönlich erfolgte. Einzelne Behandlungsdetails, technische Features usw. müssen nicht explizit erörtert werden. Den zu Behandelnden soll das spätere Resultat erläutert und am besten auch anhand von vergleichbaren Fotos vermittelt werden. Es dürfen keine übertriebenen Erwartungshaltungen geweckt werden, nur um eine Behandlungsentscheidung zu den eigenen Gunsten zu erwirken. Die Aufklärung muss mindestens 24 Stunden vor der geplanten Behandlung erfolgen, damit die Patientinnen und Patienten ausreichend Bedenkzeit für ihre Entscheidung haben. Die Aufklärung darf nicht erst nach Anzahlung auf das Behandlungshonorar erfolgen. 

Do: Ehrliche und realistische Aufklärung durch Arzt oder Ärztin – möglichst den/ die später tatsächlich behandelnden – sichern langfristig ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis. 

Don‘t: übertriebene Erwartungshaltung wecken, Terminierung unter Zeitdruck, Einräumen von Rabatten, Aufklärung ohne Arzt/ nur durch Unterschrift im Aufklärungsbogen. 

Geplante Transplantatzahlen

Verständlicherweise wünscht sich jeder Haarpatient so viel neues Haar wie möglich in die vom Haarausfall betroffenen Bereiche. Es ist logisch nachvollziehbar, dass viele in einer Behandlung umverteilte Haarwurzel­transplantate auch reichlich und möglichst zufriedenstellend Haarwuchs produzieren sollten. Durch Marketing im Internet wird dieser Wunsch noch verstärkt. Zunächst werden sich mögliche Patientinnen und Patienten immer an den Behandlern orientieren, die in einer Sitzung möglichst viele Transplantate versprechen. Über die Machbarkeit, die eigene Haarsituation, das stabile oder labile Spenderpotenzial wird dabei nicht nachgedacht. Dabei ist die genaue Aussage darüber erst nach Konsultation und erhobenem Lokalbefund möglich.

Do: Transplantatkalkulationen müssen in Abhängigkeit von Qualität und Quantität des Spenderpotenzials getroffen werden. Die Behandelnden sollen in der Lage sein, die Haarfollikelgruppendichte pro Quadratzentimeter zu bestimmen und den entsprechenden Mittelwert zu bilden. Die zu erreichende Transplantationsdichte richtet sich nach der Hautbeschaffenheit, Größe der Kahlfläche, den verfügbaren Transplantaten, der Entnahmetechnik, der Dicke der follicular Units u.v.m.

Don‘t: Pauschal werden hohe Transplantatmengen von über 3.000 in einer Sitzung und auch hohe Transplantationsdichten von über 40 follicular Units pro Quadratzentimeter versprochen. Die Werbung für lebenslange Wachstumsgarantie transplantierter Haare mit Garantiezertifikat ist eine Farce und ein deutliches Anzeichen, dass kommerzielle Interessen im Vordergrund stehen.



Durchführung

Bekanntermaßen haben sich in den letzten Jahren zwei Entnahmetechniken von Haarwurzeln aus dem Spenderhaarkranz entwickelt: die Streifenentnahme „en bloc“ mit späterer Vereinzelung der follicular Units am Mikroskop (FUT) und die direkte Einzel­entnahme der follicular Units aus dem Haarkranz ohne aufwendige Präparationsarbeit (FUE)3.

Beide Entnahmetechniken sind als gleichwertig zu betrachten, wenn Sie hinsichtlich Equipment und Transplantationsteam lege artis durchgeführt werden können. Die FUE-Technik hat sich in den letzten Jahren immer stärker durchgesetzt, weil sie schonender ist, ohne Schnitt und Naht auskommt. Allerdings ist dafür bis auf wenige Ausnahmen eine totale Kahlrasur erforderlich – was die meisten Patienten, vor allem die jüngeren, aber tolerieren.

Streifenentnahme mit mikroskopischer Präparation der follicular Units (FUT)

Dos: (Abb. 1a, b) 

  • Entschließt man sich zu einer Streifenentnahme mit anschließender Naht, so soll gesichert sein, dass möglichst parallel zu den Haarschäften die Haut eröffnet wird. Somit werden Zerstörungen einiger Haarfollikel vermieden.
  • Die Operation soll in Tumeszenz-Technik erfolgen. Dadurch wird das Verletzungsrisiko für die Galea minimiert und auch andere wichtige anatomische Strukturen werden geschont.
  • Der Hautstreifen kann in der Länge variieren, die Breite soll 1 cm nicht übersteigen.
  • Die Entnahmefigur wird immer angezeichnet, weil das bei bekannter Haargruppendichte pro Quadratzentimeter eine gute Kalkulation für die gewünschte Transplantatmenge ermöglicht. Damit ist ein spannungsfreier Wundverschluss gewährleistet.
  • Für den einschichtigen Wundverschluss soll schnell resorbierbares Nahtmaterial der Stärke 4x0 verwendet werden, z. B. Vicryl rapid. Der Wundverschluss soll im Sinne einer Durchwachsungsnaht (trichophytic closure) erfolgen2.

Don‘ts: 

  • Bei einem Freihandschnitt ohne Kalkulation der Transplantatmenge wird meist zu viel entnommen und weder die Präparation noch die spätere Transplantation sind im verfügbaren Zeitfenster möglich.
  • Ausgiebige Mobilisation der Wundränder mit anschließender Spannungsnaht und zu tief gestochene Hautnaht provozieren Breitnarbenbildung, Wunddehiszenz und sichtbare Fadenmuster (Strickleiter-/ Hühnerleiternarben) (Abb. 2).
  • Je mehr resorbierbares Nahtmaterial in subkutane Schichten eingebracht wird, desto höher das Risiko für Haarwurzel­nekrosen. Dicke Fäden mit Stärke 0 bis 3x0 provozieren Haarwurzelnekrosen und Narbenmuster.
  • Eine fehlende Durchwachsungsnaht provoziert eine breitere strichförmige Narbe.

Mikroskopische Präparation von follicular Units

Do: Der gewonnene Hautstreifen wird unter dem Mikroskop zunächst in kleinere Hautstreifen mit jeweils nur einer Reihe follicular Units präpariert. Diesen Vorgang bezeichnet man als „Slivering“. Durch die mikroskopische Präparation hat sich die Ausbeute an Transplantaten um 30 % gegenüber alten Präparationstechniken verbessert. Die Präparation ist zeitaufwendig und erfordert entsprechend trainiertes Personal. 

Don‘ts: 

  • Vereinzeln von Haarwurzeltransplantaten ohne Mikroskop oder Lupenbrille. Zu grobes Zerteilen des Hautstreifens mit bloßem Auge führt zu Verletzungen und Dissektionen von Haarwurzeln. Die Ausbeute an Transplantaten sinkt. Die Transplantate sind meist zu groß. Dadurch resultiert später „büscheliges“, unnatürliches Aussehen.
  • Der Einsatz von für diese Tätigkeit unqualifizierten Mitarbeitern provoziert schlechte Resultate.

Einzelhaargruppenentnahme (FUE)

Diese Technik erspart aufwendiges Präparieren der Haarwurzelgruppen am Mikroskop. Die follicular Units werden direkt mit Spezialbohrern (umgangssprachlich: Hohlnadeln) aus dem Haarkranz exzidiert. 

Dos: 

  • Spezielles technisches Equipment für die FUE-Technik muss vorhanden sein. Bevorzugt sollen „serrated hybrid punches“ eingesetzt werden1. Auch das sogenannte Trivellini-System hat sich für eine effektive und schonende Entnahme der Haarfollikel bewährt.
  • Die gesamte Entnahmefläche im Bereich des hinteren und seitlichen Haarkranzes wird nach Kahlrasur örtlich betäubt. Die Entnahme wird wesentlich vereinfacht, wenn die Entnahmefläche zusätzlich tumesziert wird. Dazu reicht das Einspritzen von purer Ringerlösung nach der Lokalanästhesie. Ziel muss die möglichst verletzungsfreie Entnahme der follicular Units sein. Die Dissektionsrate kann je nach Haut- und Haarbeschaffenheit (Narben, Voroperationen) bei 10 bis 20 % liegen. Normalerweise beträgt die Dissektions- und Transsektionsrate 2 bis 5%.
  • Die Entnahme soll gleichmäßig verteilt und an Umgebungsflächen angepasst erfolgen (Abb. 3).
  • Weißes Haar soll wegen der besseren Sichtbarkeit vor der Entnahme gefärbt werden.

Don‘ts: 

  • Verwenden von für die FUE-Technik ungeeigneten Hohlbohrern, z. B. normalen Biopsiepunchern aus der Dermatologie oder Trepanen aus der Zahnheilkunde.
  • Zu dichte Einzelentnahme, besonders bei dunklem, kurzem Haar und heller Haut, provoziert „Sichtbarkeit“ des Entnahmegebietes (Abb. 4).
  • Das Delegieren der Entnahme an nichtärztliches Personal oder an ambulant tätige „FUE-Spezialisten“ aus dem In- und Ausland („flying teams“ ohne ärztliche Lizenz und Arbeitserlaubnis in Deutschland) ist kein Kavaliersdelikt und widerspricht unserer ärztlichen Berufung.

Aufbewahrung der Transplantate

Die entnommenen Haarwurzelgruppen sind höchst vulnerabel, handelt es sich doch um vitale Stammzellen. Nach der Entnahme aus dem Haarkranz bzw. nach Präparation müssen sie so aufbewahrt und zwischen­gespeichert werden, dass sie vital im entsprechenden Zeitfenster ins Empfänger­areal transplantiert werden können.

Dos: 

  • Atraumatische Entnahmevorgänge und Lagerung in einem gekühlten feuchten Milieu, am besten Ringerlösung, sichern eine hohe Überlebensrate der Haarwurzel­gruppen. Zusätze von Adenosintriphosphat-Lösung (ATP) oder vom Patienten selbst gewonnenem platelet-rich Plasma (PRP) verlängern die „out of body time“.
  • Die Transplantate sollen um 18 Grad Celsius kühl gelagert werden.

Don’ts: 

  • Austrocknen der Transplantate wegen ungenügender Befeuchtung führt zur frühzeitiger Avitalität.
  • Zu starke Kühlung unter 18 Grad Celsius führt zu erhöhtem Energieverbrauch bei der Anpassung an die Körpertemperatur und verringert die Überlebensrate.

Transplantation

Die eigentliche Transplantation ist die Reposition der am Mikroskop vereinzelten (FUT-Technik) oder aus dem Haarkranz direkt entnommenen Haarwurzelgruppen (FUE-Technik) in kleinste Empfänger­öffnungen in vorab bezeichnete Kahlstellen. Die Transplantation soll im Zeitfenster erfolgen, also möglichst schnell und atraumatisch, damit keine Haarzellen beschädigt oder gar zerstört werden. Die Transplantation ist klassisch manuell mit Mikropinzetten möglich. Alternativ können bei richtiger Handhabung auch sogenannte Implanter verschiedener Hersteller den Prozess sicher gestalten (Abb. 5, 6).

Do: (Abb. 7) Es werden vorwiegend Einzelhaare, möglichst aus dem Nackenbereich, zur Gestaltung eines ästhetischen Haaransatzes verwendet. Das Gesamtbild der neuen Haarlinie soll einer „regulären Irregularität“ entsprechen. Zur Verdichtung des Ober- und Hinterkopfes eignen sich 2er- und 3er-Follikelgruppen; sie werden je nach Haarfarbe und Haartextur gemischt platziert. 

Die Haarwuchsrichtung soll beim Anlegen der Empfängeröffnungen anatomie­gerecht nachempfunden werden.

Don’ts:

  • Die regelmäßige Verteilung von Transplantaten direkt auf die simulierte Haar­linie führt zu unnatürlichem Aussehen (Abb. 8). Außerdem wirken dicke und dunkle Haare auf heller Haut eher unnatürlich.
  • Das traumatische Transplantieren bei zu kleinen Empfängeröffnungen oder zu großen Transplantaten führt zur Zerstörung einiger Haarwurzeln, verbunden mit Minderwuchs und dünnem Aussehen.
  • Falsch nachempfundene Haarwuchsrichtungen vermitteln ein unnatürliches Aussehen (Abb. 9a, b).

Postoperativer Verlauf

Der postoperative Verlauf ist bei lege artis ausgeführter Transplantation und guter Aufklärung unproblematisch. Krusten und Schwellungen bilden sich innerhalb weniger Tage zurück. Taubheitsgefühl und Parästhesien können etwas länger (über Wochen) persistieren, sind aber auch reversibel. Bis zum einsetzenden Haarwuchs der neu transplantierten follicular Units dauert es in der Regel 2 bis 4 Monate. Danach wächst das Haar kontinuierlich zwischen 0,8 und 1,2 cm pro Monat. Eine optische Beurteilung empfiehlt sich demzufolge erst 10 bis 12 Monate postoperativ.

Dos: 

  • Vor Entlassung der Behandelten ist das gesamte Behandlungsgebiet abschließend auf Blutung und Dislokation von Transplantaten zu kontrollieren.
  • Bei FUE-Behandlungen soll ein Verband mit Hydrokolloidgel nur im Bereich der Entnahmestelle für 14 bis 24 Stunden angelegt werden.
  • Das Transplantationsgebiet selbst kann partiell mit Jod-Kollodium-Lösung versiegelt werden, was vor Dislokationen schützt. Die meisten Transplantate sind unter Schorf gut fixiert und bedürfen keiner weiteren Aktion.
  • Ein Hinweisbrief für die Behandelten bezüglich des weiteren Verlaufs und möglicher Maßnahmen ist sehr wertvoll und sichert das Vertrauensverhältnis.

Don’ts: 

  • Nach der Behandlung ist der Arzt oder die Ärztin nicht mehr für die Behandelten erreichbar.
  • Das Aushändigen von Telefonnummern oder anderen Kommunikationsmöglichkeiten wurde vergessen.
  • Postoperative Kontrolltätigkeiten werden an inkompetentes Personal delegiert. 

Nachsorge

Die Nachsorge nach Haartransplantationen ist ein wichtiges Glied in der Behandlungskette. Sie soll zum optimalen Zeitpunkt nach der Transplantation stattfinden, nämlich zwischen dem 10. und 12. Monat postoperativ. Die Haare sind dann bereits ausreichend lang gewachsen und man kann aussagekräftige Fotos zum Vergleich anfertigen. Die Behandelten fühlen sich dadurch nicht nur während, sondern auch nach der Behandlung gut betreut. Bei Problemen müssen Arzt oder Ärztin nach Möglichkeit zeitnah reagieren und sinnvolle Lösungen anbieten, um das Vertrauensverhältnis nicht zu stören. 

Do: Nach 10 bis 12 Monaten postoperativ sollen die Behandelten kontaktiert werden, um ein Feedback über die Haartransplantation zu erhalten. Am besten ist ein Einbestellen in die Praxis zur Nachuntersuchung und Fotodokumentation. Hierbei lässt sich meist eindrucksvoll belegen, dass die Haartransplantation ein guter Schritt in die richtige Richtung war. Weniger zufriedene Patientinnen und Patienten müssen besonders aufmerksam gehört werden und es sollen ihnen schlüssige Problemlösungen angeboten werden. 

Don’ts:

  • Das Delegieren der Nachsorge an andere Ärztinnen oder Ärzte ist nicht zu empfehlen. Ausnahmen sind dann möglich, wenn aus den Unterlagen der Behandlungsverlauf gut ersichtlich ist.
  • Das Durchführen von Nachsorgemaßnahmen durch medizinisches nichtärztliches Personal sollte unterbleiben.
  • Falls Resultate hinter den Erwartungen der Behandelten zurückbleiben, jemand unter Umständen auswärtig voroperiert wurde und eine zweite Meinung sucht, dann soll die Erstbehandlung nicht schlechtgeredet werden. Aussagen wie: „Das kann man aber besser machen…“ sind unkollegial. Jeder Kollege kann einmal in eine solche Situation geraten und ist dankbar, wenn sein Patient kompetent und positiv übernommen wird.

Fazit

Haartransplantationen erfreuen sich wachsender Beliebtheit, sowohl bei Ärztinnen und Ärzten als auch bei den Behandelten. Die Hemmschwelle zur Durchführung dieses nicht unerheblichen und zeitintensiven Eingriffs ist dank geringer Nebenwirkungen und guten Erfolgen gesunken. Es ist ein Markt für Haartransplantationen entstanden, in dem seriöse Operateure von weniger seriösen, primär pekuniär orientierten Anbietern schwer zu unterscheiden sind – vor allem für hilfesuchende Laien. Ein höfliches Miteinander gepaart mit Qualitätsarbeit sichert auf lange Sicht eine gute Patientenklientel und positive Bewertungen im Internet.

Literatur

1. Devroye, J. Powered FU extraction with the short-arc-oscillation flat punch FUE system. Hair Transplant Forum Int’l 2016;26(4):129-136, DOI: https://doi.org/10.33589/26.4.0129a.
2. Marzola M. Trichophytic Closure of the Donor Area. Hair Transplant Forum Int’l 2005;15 (4) 113-116, DOI: https://doi.org/10.33589/15.4.0113.
3. Rassmann WR et al. Follicular Unit Extraction: Minimally Invasive Surgery for Hair Transplantation. Dermatol Surg 2002;28:720-728.

Der Autor gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Korrespondenzadresse

Dr. med. Frank G. Neidel
Spezialpraxis Haartransplantation 
HAIRDOC
Königsallee 30, 40212 Düsseldorf
E-Mail: info(ett)hairdoc.de
https://www.hairdoc.de/