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Dossier Analbeschwerden

Hämorrhoidalleiden: Leitlinienkonforme Praxistipps

Mit ca. 3,3 Mio. Behandlungsfällen jährlich ist das Hämorrhoidalleiden die häufigste proktologische Erkrankung in Deutschland.1,2 Die S3-Leitlinie „Hämorrhoidalleiden“ liefert bis zur aktualisierten Version wesentliche Orientierung.3 Hier eine kompakte Zusammenfassung zur konservativen Therapie.


01.01.2026
DR. KADE
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In den meisten Fällen genügt die konservative Therapie

Grundsätzlich führt die Leitlinie zur Therapie der Hämorrhoidalleiden diverse konservative und operative Methoden auf, die sich an der Ausprägung und Lokalisation der prolabierenden Hämorrhoidalpolster orientieren. Bei der Therapiewahl entscheidet das Stadium der symptomatischen Hämorrhoiden (Grad I-IV).3 Nur in rund 5 % aller Fälle ist eine Operation erforderlich.4 Neben den Stadien sollten auch patientenspezifische Faktoren (Nebenerkrankungen, Medikamenteneinnahme, Vorgeschichte u. ä.) berücksichtigt werden.1 

Hämorrhoiden des 1. und 2. Grades sind die Domäne der konservativen Therapie: Neben einer Basistherapie kommen die Interventionen Sklerosierung oder Gummibandligatur in Betracht, um die vergrößerten Hämorrhoidalpolster wieder zu verkleinern und zu repositionieren.1

Konservative Therapie des Hämorrhoidalleidens

Basismaßnahmen

Interventionen

  • Stuhlgangsregulierung
  • Stuhlentleerungsverhalten
  • Hygienemaßnahmen
  • Hautpflege
  • Symptomatische Therapie

  • Sklerosierung
  • Gummibandligatur

Zudem sollte die Patientin oder der Patient zu einer ballaststoffreichen Ernährung, z. B. mit Flohsamenschalen (Plantago ovata), angehalten werden, mit der sich bei konsequenter Anwendung die gewünschte Stuhlkonsistenz erzielen lässt.3 

Maßnahmen, die auf eine Korrektur des Defäkationsverhaltens abzielen (z. B. Vermeidung von Pressen und langen Sitzungen) können laut Leitlinie „in Verbindung mit einer ausreichenden Ballaststoffzufuhr zur Verbesserung der Symptome eingesetzt werden“.3

Wann muss operiert werden?

Die operative Entfernung (Hämorrhoidektomie) stellt den Ausnahmefall dar. Die Leitlinie empfiehlt nur dann den operativen Eingriff,

  • wenn konservative Verfahren nicht zu einer ausreichenden Beschwerdelinderung führen, sowie
  • bei Hämorrhoidalleiden vom Grad 3 oder 4 bei entsprechendem Leidensdruck (in dem Fall auch als primäre Therapie).3

Für Patient:innen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, erhöhter Blutungsneigung, eingeschränkter Immunkompetenz und schweren Stoffwechselstörungen ist die Indikation zurückhaltend und individuell zu stellen.3

Leitlinie rät zu „Hämorrhoidalia“ bei akuten Beschwerden

Die Anwendung von „Hämorrhoidalia“ bzw. „Externa“ bei Hämorrhoidalleiden stellt laut Leitlinie eine symptomatische Therapie dar und kann zur Behandlung akuter Beschwerden angewendet werden.3 Als Darreichungsformen stehen Salben, Cremes, Suppositorien und Analtampons zur Verfügung, die je nach Formulierung perianal oder rektal angewendet werden. Die entsprechenden Wirkstoffe sind entweder Lokalanästhetika oder Antiphlogistika (z. B. Kortikosteroide).3

In den Anfangsstadien von Hämorrhoidalleiden, wenn die Symptome Nässen, Juckreiz und leichte Blutungen im Vordergrund stehen, eignen sich Präparate mit dem Wirkstoff Hamamelis (wie z. B. in Faktu® lind).

Insbesondere bei akuten Beschwerden wie starkem Juckreiz oder Schmerzen ist rasche Linderung gefragt. Hier können Salben mit einem Lokalanästhetikum wie Lidocain (wie z. B. in Posterisan® akut) oder Cinchocain (wie z. B. in DoloPosterine®) Abhilfe schaffen. 
 

Mehr erfahren? Besuchen Sie gern hier unsere praxisnahe CME-zertifizierte Fortbildung zum Thema Differentialdiagnosen des Hämorrhoidalleidens.

1      Joos, AK et al. 3-Leitlinie Hämorrhoidalleiden; Coloproctology; Volume 43, pages 381–404, (2021). https://link.springer.com/article/10.1007/s00053-021-00555-z#auth-Andreas_K_-Joos-Aff1 (abgerufen am 07.12.2025)

2      Herold, A. Differenzialdiagnose des Hämorrhoidalleidens. Hautarzt 2020;71:269–274. https://www.enddarm-zentrum.de/_resources/dokumente/publikationen/20-03_Haem-Diff-Hautarzt.pdf (abgerufen am 07.12.2025)

3      Joos, AK et al. S3-Leitlinie zu Hämorrhoidalleiden. AWMF online, Stand 4/ 2019. Reg.-Nr.: 081/007; unter https://register.awmf.org/assets/guidelines/081-007l_S3__H%C3%A4morrhoidalleiden_2019-07_01-abgelaufen.pdf (abgerufen am 07.12.2025)

4      Oberndorfer, E. Erste S3-Leitlinie zum Hämorrhoidalleiden. hautnah dermatologie | Ausgabe 5/2019. https://www.springermedizin.de/hautnah-dermatologie-5-2019/17213600 (abgerufen am 07.12.2025)

Pflichttexte

Posterisan® akut 50 mg/g Rektalsalbe
Wirkstoff: Lidocain Zus.: 1 g Rektalsalbe enth. 50 mg Lidocain. Sonst. Bestandt.: Cetylalkohol, Macrogole, gereinigtes Wasser. Anw.: Anwendung bei Erwachsenen; Linderung von Schmerzen im Analbereich vor proktologischer Untersuchung; Symptomatische Behandlung von Juckreiz und Schmerzen im Analbereich (z. B. aufgrund von Hämorrhoiden). Gegenanz.: Überempfindlichkeit gg. Lidocain od. einen der sonst. Bestandteile. Nebenw.: Sehr häufig: Lokale Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Jucken u. Brennen); häufig: Durchfall; gelegentlich: Anorektales Unwohlsein (z.B. leichte Schmerzen), Rötung (perianales Erythem) Enthält Cetylalkohol. Packungsbeilage beachten.
DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH, Berlin                                                                                Stand: 04/2024

Faktu® lind Hämorrhoidensalbe 

Faktu® lind Hämorrhoidenzäpfchen 

Wirkstoff: Hamamelisblätter- und -zweigedestillat/Hamamelisblätter-Auszug. Zus.: 1 g Salbe enth. 62,5 mg Destillat aus frischen Hamamelisblättern und -zweigen (1:1,12-2,08), Destillationsmittel: Ethanol 6 % (m/m). Sonst. Bestandt.: Cetylstearylalkohol (Ph. Eur.); Citronensäure-Glycerolmonooleat-Glycerolmonostearat-L-(+)-6-O-Palmitoylascorbinsäure-all-rac-alpha-Tocopherol-Lecithin (2,5:7,5:20:20:25:25); Natriumedetat (Ph. Eur.); Glycerol(mono/di/tri)[adipat/alkanoat(C6-C20)/isostearat]; dickflüssiges Paraffin; mikrokristalline Kohlenwasserstoffe (C40-C60); Propylenglycol; weißes Vaselin; gereinigtes Wasser; Wollwachs (enth. Butylhydroxytoluol). 1 Zäpfchen enth. 400 mg Auszug aus Hamamelisblättern (1:2), Auszugsmittel: Ethanol 60% (V/V). Sonst. Bestandt.: Glycerolmonooleate; Hartfett; mikrokristalline Kohlenwasserstoffe (C40-C60); Polyglycerolpoly(12-hydroxystearat); hochdisperses Siliciumdioxid, methyliert; alpha-Tocopherol (Ph. Eur.). Anw.: Salbe: Zur Besserung der Beschwerden bei Hämorrhoiden Grad I und II. Zäpfchen: Zur Linderung von Beschwerden wie Juckreiz, Brennen, leichte Blutungen bei Hämorrhoiden Grad  I u. II. Gegenanz.: Überempfindlichkeit gg. Hamamelis, Wollwachs (bei Salbe) oder einen d. sonst. Bestandteile. Nebenw.: Salbe Sehr selten: allergische Reaktionen durch Überempfindlichkeit gg. Inhaltsstoffe. Zäpfchen Häufig: kurz anhaltende Irritationen; sehr selten: allergische Reaktionen gegenüber Hamamelis-haltigen Externa. Die Salbe enthält Wollwachs, Butylhydroxytoluol, Cetylstearylalkohol und Propylenglycol. Packungsbeilage beachten. 

DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH, Berlin                                                                                Stand: 03/2023

DoloPosterine® N Salbe (Creme) 

DoloPosterine® N Zäpfchen

Wirkstoff: Cinchocainhydrochlorid. Verschreibungspflichtig. Zus.: 1 g Creme enthält 5,0 mg Cinchocainhydrochlorid. Sonst. Bestandt.: Aluminiumstearat; Butylhydroxytoluol (Ph. Eur.); Cetylstearylalkohol (Ph. Eur.); Citronensäure-Monohydrat; Glycerolmonostearat 40 - 55; Isopropylmyristat (Ph. Eur.); Magnesiumstearat (Ph. Eur.); Palmitoylascorbinsäure (Ph. Eur.); Pentaerythritoldicocosfettsäureester; Propylenglycol; hochdisperses, hydrophobes Siliciumdioxid; weißes Vaselin; gereinigtes Wasser. 1 Zäpfchen enthält 6,0 mg Cinchocainhydrochlorid. Sonst. Bestandt.: Butylhydroxytoluol (Ph. Eur.), Citronensäure-Monohydrat, Glycerolmonostearat 40 - 55, Hartfett, Palmitoylascorbinsäure (Ph. Eur.), Propylenglycol, mittelkettige Triglyceride. Anw.: Zur symptomatischen Linderung von akuten Schmerzen bei anorektalem Symptomkomplex. Gegenanz.: Überempfindlichkeit gg. Cinchocainhydrochlorid od. einen d. sonst. Bestandteile; Kinder < 12 Jahren. Vermeidung gleichzeitiger Anwendung anderer Lokalanästhetika. Nebenw.: Lokale Überempfindlichkeitsreaktionen im Afterbereich (Jucken, Brennen); Kontaktekzem (Rötung, Bläschenbildung); generalisiertes Kontaktekzem (Rötung, Bläschenbildung mit Ausbreitung).

Warnhinw.: DoloPosterine® N Salbe enthält Butylhydroxytoluol, Cetylstearylalkohol u. Propylenglycol.DoloPosterine® N Zäpfchen enthalten Butylhydroxytoluol. Packungsbeilage beachten.

DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH, Berlin                                                 Stand: 03/2023

Mit freundlicher Unterstützung der DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH