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Gynäkologie, Frauen & Medizin, Infektiologie, Pädiatrie Gynäkologie Gynäkologie
Onkologische Prävention

HPV-Impfung senkt Sterberisiko bei Gebärmutterhalskrebs auf nahezu null

Eine aktuelle bevölkerungsbasierte Studie aus England zeigt: Die HPV-Impfung kann das Sterberisiko durch Gebärmutterhalskrebs bei jungen Frauen nahezu komplett eliminieren. Die Evidenz für die Prävention ist so stark wie nie zuvor.


04.08.2026
Redaktion
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Die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) ist ein zentraler Pfeiler der WHO-Strategie zur Eliminierung des Gebärmutterhalskrebses.1 Eine nationale Studie legt nun robuste Daten zur Mortalitätsreduktion durch HPV-Impfung in England vor.2

Das Studiendesign

England führte 2008 ein nationales, schulbasiertes HPV-Impfprogramm für Mädchen im Alter von 12–13 Jahren ein, mit einer Impfquote von 80–90 % bis zur COVID-19-Pandemie. Eine Catch-up-Kampagne für 14-18-Jährige wurde 2008-2010 umgesetzt. Seit 2019 werden auch Jungen im Alter von 12-13 Jahren geimpft.2

Die Studie analysierte Mortalitätsdaten für Gebärmutterhalskrebs zwischen 2001 und 2024 bei Frauen der Altersgruppen 20-24, 25-29 und 30-34 Jahre. Die Impfquoten wurden nach Geburtsjahrgängen erhoben und mit den Sterberaten verknüpft.2

Mortalitätsreduktion bei jungen Frauen

Im Zeitraum 2020-2024 wurden in der Altersgruppe der 20-24-jährigen Frauen, die im Alter von 12-13 Jahren geimpft wurden und deren Impfquote damals bei etwa 88 bis 90 % lag, keine Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs registriert. Zum Vergleich: Laut historischen Raten wären 23 Todesfälle erwartet worden. Das entspräche einer Mortalitätsreduktion von 100 % (95 % Konfidenzintervall 84-100) durch die Impfung.2

In früheren Kohorten, die erst im Alter von 14-18 Jahren geimpft wurden – mit einer Impfquote von 63-87 % – und zwischen 2015 und 2019 ihr 20.-24. Lebensjahr erreichten, zeigte sich noch eine Mortalitätsreduktion von 80 %. Zwischen 2020 und 2024 betrug die Mortalitätsrate von 25- bis 29-jährigen Frauen dann nur noch 69 %.2

Die relative Risikoreduktion in geimpften Frauen vs. ungeimpften Frauen betrug sowohl für 20- bis 24-Jährige als auch 25- bis 29-Jährige 100 %. Bei 30- bis 34-Jährigen lag die relative Risikoreduktion bei 63 %. Diese Daten unterstreichen die abnehmende Wirksamkeit bei späterer Impfung.2

Bedeutung von Impfzeitpunkt und Impfquote

Die Studienautoren schätzen, dass bis Ende 2024 durch das HPV-Impfprogramm in England bereits schätzungsweise 200 Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs verhindert wurden.2 Die Daten zeigen, dass der starke Rückgang der Sterberaten eng mit der Impfquote verbunden ist und dass die Sterblichkeit genau in dem Jahr deutlich sinkt, in dem erstmals viele Jugendliche gegen HPV geimpft wurden.2

Eine frühe Impfung (vor dem ersten Sexualkontakt) sei demnach entscheidend, da die Wirksamkeit der Impfung bei älteren Jugendlichen, die bereits HPV-infiziert sein könnten, durch die Infektion sinkt.2

Fazit

Die Studie zeigt auf, dass unter realen Bedingungen eine nahezu vollständige Eliminierung des Sterberisikos junger Frauen durch Gebärmutterhalskrebs bei einer frühzeitigen Impfung mit hoher Abdeckung möglich ist. Die Ergebnisse unterstützen das WHO-Ziel, Gebärmutterhalskrebs als Gesundheitsproblem zu eliminieren und unterstreichen die Wichtigkeit, Impfquoten bei Jugendlichen weiter zu steigern.

Literatur

1 WHO Global strategy to accelerate the elimination of cervical cancer as a public health problem. 2020. www.who.int/publications/i/item/9789240014107; Letzter Aufruf: 22.07.2026

2 Sasieni P et al. The Lancet (2026). DOI: 10.1016/S0140-6736(26)00918-9.