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Allgemein- & Innere Medizin, Gastroenterologie Allgemein- & Innere Medizin Allgemein- & Innere Medizin, Orthopädie
Symptome richtig deuten

Husten, Räusperzwang und Heiserkeit – Ist wirklich ein Reflux schuld?

Laryngopharyngeale Symptome wie etwa Husten, Räusperzwang und Heiserkeit werden häufig einem Reflux zugeschrieben. Doch wann liegt tatsächlich eine laryngopharyngeale Refluxkrankheit (LPRD) vor – und wie lässt sich diese zuverlässig diagnostizieren und behandeln? Dieser Beitrag fasst die praxisorientierten Empfehlungen einer internationalen, interdisziplinären Arbeitsgruppe zusammen.¹


29.09.2026
K. Breitenborn
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Leidet ein Patient dauerhaft an laryngopharyngealen Symptomen (LPS), so können diese möglicherweise durch einen Reflux verursacht sein. Dazu gehören z. B. Husten, Stimmveränderungen, Heiserkeit, Räusperzwang, vermehrter Schleim bzw. Schleimgefühl im Hals, Schmerzen in Hals oder Rachen. Eine laryngopharyngeale Refluxkrankheit (LPRD) liegt erst dann vor, wenn zu den laryngopharyngealen Beschwerden noch ein objektiv nachgewiesener Reflux hinzukommt.

Ziel der Konsesus-Arbeitsgruppe war es, ein modernes Versorgungskonzept für LPRD zu entwickeln, das sowohl auf der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde als auch der Gastroenterologie basiert. Für die Entwicklung dieses sogenannten San-Diego-Konsensus nutzten die Arbeitsgruppenmitglieder eine Literaturrecherche als Grundlage. Die wichtigsten Ergebnisse sind in Abbildung 1 dargestellt.

Bedeutung der Laryngoskopie

Das Expertenteam rät, mittels Laryngoskopie nicht refluxbedingte Erkrankungen bzw. Prozesse des Kehlkopfes und Rachens auszuschließen. Allerdings könne mit den laryngoskopischen Befunden allein keine LPRD diagnostiziert werden. So würden Rötungen, Schwellungen oder andere Veränderungen am Kehlkopf nicht automatisch beweisen, dass ein Reflux die Ursache der Beschwerden sei.

LPS: Einteilung der Patienten

Patienten mit LPS sollten laut des Expertenteams danach eingeteilt werden, ob sie zusätzlich unter ösophagealen Refluxsymptomen leiden würden oder nicht. Zu diesen gehören etwa Sodbrennen oder Regurgitation bzw. Rückfluss von Mageninhalt. Treten ösophageale Refluxsymptome gleichzeitig mit LPS auf, sollten, so der Konsensus, zunächst Lebensstiländerungen (z. B. Gewichtsreduktion, Rauchstopp) und ein empirischer Therapieversuch mit säurehemmenden Medikamenten mit oder ohne Alginaten empfohlen werden.



Wann sind weitere Untersuchungen erforderlich?

Das Expertenteam rät zu einer weiteren Diagnostik, wenn die Beschwerden fortbestehen, ausschließlich LPS ohne typische ösophageale Refluxsymptome vorliegen oder die Behandlung auf eine invasive Antirefluxtherapie ausgeweitet werden soll. Um eine LPRD objektiv zu diagnostizieren, seien eine Ösophago-Gastro-Duodenoskopie und eine ambulante Refluxmessung notwendig.

Refluxmessung

Zur ambulanten Refluxdiagnostik empfiehlt das Expertenteam entweder die 24-Stunden-pH-Impedanzmessung oder die 96-Stunden-pH-Messung mittels kabelloser Sonde. Diese beiden Verfahren würden sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern hätten unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten und könnten je nach klinischer Situation zur Abklärung von LPS eingesetzt werden.

Überempfindlichkeit des Kehlkopfes

Eine laryngeale Hyperresponsivität (Überempfindlichkeit des Kehlkopfes) und eine laryngeale Hypervigilanz (erhöhte Aufmerksamkeit/Wahrnehmung gegenüber Empfindungen im Kehlkopfbereich) tragen häufig sowohl zu Beschwerden bei LPS als auch bei LPRD bei. Diese Faktoren könnten, so das Expertenteam, auf eine laryngeale Rekalibrierungstherapie und Neuromodulation ansprechen.

Katrin Breitenborn

Literatur

1 Yadlapati R et al. American Journal of Gastroenterology 2026;121(2):322–336. DOI: 10.14309/ajg.0000000000003482.