Ein effektives Hygienemanagement bietet nicht nur den Patienten innerhalb einer Arztpraxis Schutz und Sicherheit vor einer Ansteckung, sondern auch dem Personal und behandelndem Arzt. Dabei spielt besonders die Hygiene in den Sanitäranlagen der Praxisräume eine große Rolle.
17.07.2025
A. Knoop
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Das WC
Die Nutzung einer halböffentlichen Toilette wie in einer Arztpraxis löst bei vielen Patienten ein ungutes Gefühl aus. Sicherheit liefert lediglich eine saubere und hygienisch einwandfreie Zelle. Hierfür gibt es innovative Produkte, die den täglichen Reinigungsprozess erleichtern.
Es existieren beispielsweise selbstreinigende Toilettensitze, die nach jeder Nutzung den Sitz mittels Hygieneschleuse reinigen. Der Sitz dreht sich dabei um die eigene Achse, wird gesäubert und anschließend getrocknet.
Eine weitere Möglichkeit, Keimquellen gar nicht erst entstehen zu lassen, ist die Verwendung eines WCs ohne Spülrand. Denn in den Hohlräumen setzen sich Verschmutzungen fest und lassen Brutstätte für Bakterien entstehen. Ein spülrandloses WC ist heute bereits Standard und ältere WCs können einfach ausgetauscht werden.
Für die Betätigung der Spülung kann eine berührungslose Drückerplatte verwendet werden. Am einfachsten ist es, diese direkt bei neuen WCs einzubauen. Denn zum einen lassen sich Drückerplatten nicht beliebig austauschen und zum anderen wird ein Stromanschluss benötigt. Bei einer Modernisierung der WCs können diese Punkte in der Planung berücksichtigt werden; bei bestehenden WCs muss ein Umrüsten geprüft werden.
Sanitärräume: Händewaschen in der ärztlichen Praxis
Da unsere Hände jeden Tag mit unterschiedlichen Gegenständen und Materialien in Kontakt kommen, beginnt das Hygienemanagement mit dem täglichen Händewaschen.
Zum Betreten der hierfür vorgesehenen Sanitärräume können die Türgriffe mit einer antibakteriellen Oberflächenbeschichtung veredelt werden, die gegen Keime schützt.
Ebenso wie die Möglichkeit des keimfreien Betretens von Räumen, kann auch die Wasserentnahme berührungslos sein. Dies erreicht man mit Armaturen, die mittels Infrarotsensoren den Wasserstrahl steuern. Zusätzlich wird dadurch der Wasserkonsum dem tatsächlichen Verbrauch angepasst und übermäßiger Konsum verhindert.
Hand-Seife
Zum hygienischen Händewaschen wird Seife benötigt; auch diese kann berührungslos entnommen werden. Neben den bekannten Wand-Seifenspendern, die mittels eines langen Hebels bedient werden können, gibt es auch hier bereits Fabrikate, die über Sensoren gesteuert werden.
Hand-Trocknung
Nach den gängigen Richtlinien muss die Handtrocknung mittels Einmal-Papierhandtüchern erfolgen. Für das Entsorgen der gebrauchten Tücher ist ein Behälter mit Deckel vorzusehen.
Eine umweltfreundliche Alternative ist beispielsweise ein Händetrockner, der schnell arbeitet, indem er berührungslos in ein paar Sekunden das Wasser von den Händen abstreift. Zu beachten hierbei ist allerdings die hohe Schallbelastung.
Auch Textilhandtuchautomaten schonen die Umwelt und verringern die Rest-Anzahl an Keimen auf den Händen. Sie funktionieren, indem sie innerhalb einiger Sekunden ein sauberes Handtuch spenden und nach deren Nutzung wieder in den Automaten ziehen.
Generell animieren Hinweisschilder mit einfachen Botschaften die Patienten zum Händewaschen und tragen so zu einer verringerten Ansteckungsgefahr bei.
Licht – Auch ein Thema der Hygiene in Praxisräumen
Auch das Licht kann mittels Bewegungsmelder geschaltet werden. Dies fördert neben der berührungslosen Bedienung auch die an die tatsächliche Nutzungszeit angepasste Brenndauer. Ein Umrüsten ist in der Regel einfach. Deckenleuchten, die bereits integrierte Bewegungsmelder aufweisen, können anstelle der vorhanden Deckenleuchten eingebaut werden.
Hygienemanagement in der Praxis: Ein Resümee
Je kleiner der Aufwand ist, eine Oberfläche sauber zu halten, desto einfacher ist es im Alltag, sich an die notwendigen täglichen Reinigungsarbeiten zu halten.
Je berührungsärmer ein Umfeld gestaltet ist, umso geringer fällt die Ansteckungsgefahr aus. Generell sind Maßnahmen zur Infektionsprävention ein wesentlicher Bestandteil des praxisinternen Qualitätsmanagements, das auch die Patienten positiv wahrnehmen.
Beim Einsatz von Infrarotsensoren oder Bewegungsmelder, die einen Netzanschluss benötigen, sprechen Sie bitte einen Elektroinstallateur bezüglich der Umsetzung an. Hier sollten nur Fachleute das Umrüsten oder Einbauen übernehmen.
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