Schlüsselwörter: Hyperandrogenämie, polyzystisches Ovarsyndroms (PCO-S), Pubertät, Akne, hormonelle Ovulationshemmer
Zitierweise: HAUT 2024;35(4):163-168
Zusammenfassung
Hinter dem klinischen Bild der Hyperandrogenämie in der Pubertät können sich komplexe Störungen der hormonellen Verschaltung verbergen. Eine alleinige symptomatische Therapie dermatologischer Manifestationen lindert zwar die Beschwerden, löst aber nicht das Problem. Meist wächst das klinische Bild sich aus, doch dies erfordert Geduld.
Die Gabe von hormonellen Ovulationshemmern soll individuell und mit Augenmaß abgewogen werden. Denn sie kann nachhaltige Folgen für die Gesundheit haben, vor allem für die Fertilität. Die Stoffwechsellage und die hormonelle Situation müssen frühzeitig untersucht und interdisziplinär behandelt werden.
Im medizinischen Alltag gibt es ein wichtiges Überschneidungsgebiet zwischen der gynäkologischen Endokrinologie und der Dermatologie. Es sind dies die klinischen Auswirkungen der Hyperandrogenämie auf die Haut. Meist ist davon die weibliche Bevölkerung ab dem Zeitpunkt der Pubertät betroffen. Die hyperandrogenämische Problematik kann sich manchmal über die gesamte reproduktive Lebensphase erstrecken und erreicht nochmals einen klinischen Gipfel während und nach der Menopause. Bei Frauen herrscht unterschiedlich großer Leidensdruck, je nachdem, wie stark die Haut und ihre Anhangsgebilde betroffen sind. Die vorrangigen Manifestationen sind Akne und Pustelbildung mit unreiner Haut aller Ausprägungsstufen. Hirsutismus ist oft gepaart mit Effluvium. In den meisten Fällen liegen bei jüngeren Frauen auch unterschiedlich starke Formen von Tempoanomalie vor, oft bis zur Amenorrhö.
Die Suche nach einer dauerhaften Lösung bei Hyperandrogenämie ist in allen Altersgruppen meist schwierig, wiewohl der haarlose weibliche Körper mit gleichzeitig vollem Haupthaar als Idealvorstellung gilt.
In dieser Übersicht soll der Schwerpunkt auf der Hyperandrogenämie in der Pubertät liegen.