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Leitlinie

Intensive Schmerztherapie bei Kindern und Jugendlichen – neue Leitlinie veröffentlicht

Hunderttausende Kinder und Jugendliche leiden unter chronischen Schmerzen – eine Leitlinie, die unter Beteiligung des Lehrstuhls für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin der Universität Witten/Herdecke entstanden ist, soll Fehlversorgung verhindern und wirksame Therapie sichern.


17.06.2026
Universität Witten/Herdecke
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In Deutschland leiden 7 % der 8- bis 17-Jährigen – also etwa 500.000 Kinder und Jugendliche – an so starken andauernden oder wiederkehrenden Schmerzen, dass sie in ihrem Alltag und in der Schule stark eingeschränkt sind. Wird die chronische Schmerzerkrankung nicht oder falsch behandelt, kann sie bis ins Erwachsenenalter fortbestehen und enorme negative Folgen für die Betroffenen und die Gesellschaft haben.

Stationäre, interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie

Unter Leitung der Deutschen Schmerzgesellschaft wurde gemeinsam mit zwölf weiteren Fachgesellschaften und Patientenorganisationen erstmals eine Leitlinie für die stationäre, interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie (IMST) von Kindern entwickelt. Sie soll die Behandlungsqualität verbessern und verhindern, dass Kinder unzureichend versorgt werden.

Was Kindern mit starken Schmerzen am besten hilft

Die effektivste Behandlungsmethode für schwere chronische Schmerzerkrankungen bei Kindern ist die stationäre IMST. Sie zielt darauf ab, die Schmerzen zu verringern und die Lebensqualität der Kinder zu steigern. „Schulbesuch und sportliche Aktivitäten sollen wieder möglich werden und die Kinder sollen Freude am Lernen und am Leben haben“, sagt Dr. Julia Wager, wissenschaftliche Leitung des Lehrstuhls für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin an der Universität Witten/Herdecke (UW/H) und wissenschaftliche Leiterin am Deutschen Kinderschmerzzentrum der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln. Unter ihrer Leitung wurde die Leitlinie erstellt.

Die Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln ist Mitglied der Universität Witten/Herdecke. Das bedeutet: Die Lehrstühle für Pädiatrie (Prof. Michael Paulussen) sowie für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin (Prof. Boris Zernikow) der Universität Witten/Herdecke sind räumlich an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln angesiedelt. Außerdem gibt es mehrere eingeordnete Professuren in diesen beiden Bereichen.

„Ziel der Behandlung ist es vor allem, die Einschränkungen durch den Schmerz zu verringern, damit Kinder und Jugendliche wieder aktiv am Alltag teilnehmen können“, so Dr. Julia Wager.

Dafür empfiehlt die Leitlinie, dass die stationäre IMST in einer Klinik für Kinder und Jugendliche und mit einem interdisziplinären, pädiatrisch geschulten Behandlungsteam erfolgen soll, das auf die emotionalen und entwicklungsbedingten Bedürfnisse dieser Gruppe eingehen kann.

„Wir sehen die Leitlinie als einen echten Meilenstein für die intensive multimodale Schmerztherapie und nicht nur im Bereich der Kinder und Jugendlichen“, sagt Wager.

Quelle: Universität Witten/Herdecke