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Jährliche COVID-19-Impfung: Risikogruppen beachten und schützen

Das Virus SARS-CoV-2 ist nach wie vor präsent in der Bevölkerung und kann insbesondere bei älteren Menschen und Personen mit bestimmten Grunderkrankungen schwere Krankheitsverläufe verursachen.1 Vor diesem Hintergrund bleibt die Impfprävention ein zentraler Baustein zum Schutz vulnerabler Bevölkerungsgruppen.2


21.09.2026 - 20.10.2026
BioNTech Europe
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Im Jahr 2025 wurden in Deutschland mehr als 30.000 Hospitalisierungen im Zusammenhang mit COVID-19 verzeichnet.3,* Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt daher weiterhin eine jährliche Impfung mit einem für die Saison empfohlenen Varianten-angepassten Impfstoff.2

Vor schweren COVID-19-Verläufen schützen

Die aktuelle STIKO-Empfehlung für die jährliche COVID-19-Impfung richtet sich insbesondere an Personen mit erhöhtem Risiko für schwere COVID-19-Verläufe.2 Dazu gehören unter anderem:

  • Personen ab 75 Jahren und Personen ab einem Alter von sechs Monaten mit Grunderkrankungen, die das Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf erhöhen, z. B. chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen (inkl. Hypertonie), Diabetes mellitus, chronische Atemwegserkrankungen (z. B. COPD), Adipositas (Body-Mass-Index, BMI ≥ 30 kg/m2), psychiatrische Erkrankungen, maligne neoplastische Erkrankungen und Long COVID oder Post COVID.
  • Bewohnende von Pflegeeinrichtungen
  • Personal in Pflegeeinrichtungen mit direktem Kontakt zu Bewohnenden
  • Medizinisches Personal mit einem erhöhten tätigkeitsbezogenen Infektionsrisiko für SARS-CoV-2
  • Medizinisches Personal, das Risikopatientinnen oder -patienten betreut
  • Kontaktpersonen ab sechs Monaten von vulnerablen Personen, bei denen kein ausreichender Impfschutz zu erwarten ist

Frage an den Experten

Prof. Dr. Christoph D. Spinner, MBA, Leitender Oberarzt für Infektiologie und Chief Medical Information Officer (CMIO) am TUM Klinikum Rechts der Isar, München, zu Risikogruppen für schwere COVID-19-Verläufe.

Welche Gruppen an Patientinnen und Patienten erleben Sie in der klinischen Praxis weiterhin als besonders gefährdet für schwere COVID-19-Verläufe? Welche Folgen sehen Sie daraus für die Versorgungspraxis und das Gesundheitssystem?

Prof. Spinner: In der klinischen Praxis in Deutschland sind weiterhin besonders gefährdet für schwere COVID-19-Verläufe: Ältere Menschen, vor allem solche ab 75 Jahren, Menschen mit geschwächtem Immunsystem (zum Beispiel nach Krebsbehandlung oder Organtransplantation) und Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Nierenschwäche, starker Fettsucht, Herzkrankheit, Herzschwäche oder COPD.2 Rund 21,6 Millionen Menschen in Deutschland – also etwa ein Viertel der Bevölkerung – gehören zur Hochrisikogruppe.10

COVID-19 ist nicht nur eine Lungenkrankheit, sondern kann den ganzen Körper treffen, besonders das Herz und die Blutgefäße.11 Nach einer COVID-19-Infektion ist das Risiko für einen Herzinfarkt in den ersten vier Wochen etwa drei- bis sechsmal höher, das Risiko für einen Schlaganfall ist ebenfalls etwa drei- bis sechsmal höher – selbst wenn die Person nicht ins Krankenhaus musste.

Risiko für Long COVID verringern

Evidenz weist darauf hin, dass COVID-19-Impfungen auch das Risiko für Long COVID senken konnten.4,5 Studien zeigten, dass geimpfte Personen seltener unter langfristigen Beschwerden nach einer SARS-CoV-2-Infektion litten als ungeimpfte Personen und dass der Effekt mit der Anzahl verabreichter Impfdosen zunahm: Mit steigender Anzahl verabreichter Impfdosen nahm die Vakzineffektivität hinsichtlich der Prävention von Long-COVID-Symptomen zu (Abb. 1).4,5

Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse senken

Neben der Risikoreduktion für Long COVID konnten Impfungen gegen COVID-19 auch das Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse (Major Adverse Cardio­vascular Events, MACE) senken (Abb. 2).6 Die Risiko­reduktion war von der Zahl verabreichter Impfstoffdosen abhängig.7

Die Bedeutung dieses Präventionsansatzes spiegelt sich auch in einem Konsensus-Papier der European Society of Cardiology (ESC) wider. Die Fachgesellschaft betrachtet die Impfungen gegen respiratorische Infektionen (z. B. COVID-19, Influenza, RSV) als eine weitere Säule der kardiovaskulären Prävention.8

Fazit für die Praxis

COVID-19 bleibt voraussichtlich auch im Jahr 2026 eine relevante Infektionskrankheit mit potenziell schweren gesundheitlichen Folgen. Für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte bedeutet dies, die COVID-19-Impfung weiterhin aktiv in die jährliche Impfberatung einzubeziehen – insbeson­dere bei Patientinnen und Patienten mit bekannten Risikofaktoren.2 Für die jährliche Impfung stehen verschiedene COVID-19-Impfstoffe zur Verfügung, die an die von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) empfohlenen Varianten angepasst sind, darunter auch Impfstoffe von BioNTech.9

* Fallzahlhochrechnung für die deutsche Gesamtbevölkerung für 2025 auf Basis der diagnosespezifischen Hospitalisierungsinzidenzen schwerer akuter Atemwegserkrankungen (SARI). Datenstand: 01.05.2026.


1 Robert Koch-Institut: ARE-Wochenbericht KW 28-31/2026. DOI: 10.25646/14293.
2 Robert Koch-Institut (RKI). Epid Bull 2026;28:1-33.
3 Tolksdorf K et al. SARI-Hospitalisierungsinzidenz. Zenodo. Stand 01.05.2026 (abgerufen: 13.05.2026).
4 Lundberg-Morris L et al. BMJ 2023;383:e076990. DOI: 10.1136/bmj-2023-076990.
5 Green et al. Nat Commun. 2025;16:10326. DOI: 10.1038/s41467-025-65302-0.
6 Heymans S et al. medRxiv preprint. 22.05.2026. DOI: 10.64898/2026.05.21.26353568.
7 Song J et al. Clin Res Cardiol. 2024;113(2):235-245. DOI: 10.1007/s00392-023-02271-8.
8 Heidecker B et al. Eur Heart J. 2025;46(36):3518-3531. DOI: 10.1093/eurheartj/ehaf384.
9 https://www.ema.europa.eu/en/documents/other/ema-recommendation-update-antigenic-composition-authorised-covid-19-vaccines-2026-2027_en.pdf (abgerufen: 22.07.2026).
10 https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/JoHM_S2_2021_Risikogruppen_COVID_19.pdf?__blob=publicationFile&v=2 (abgerufen: 22.07.2026).
11 Gyöngyösi M et al. 2026;33(1-2):4-10. https://www.kup.at/kup/pdf/15826.pdf (abgerufen: 29.07.2026).

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