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Orthopädie, Leitlinien, Onkologie, Medizin Orthopädie Orthopädie, Leitlinien
Zahnbehandlungen

Leitlinie: Zahnimplantate trotz Osteoporose- und Krebstherapie

Menschen, die Medikamente gegen Knochenabbau (Antiresorptiva)einnehmen, können grundsätzlich auch mit Zahnimplantaten versorgt werden. Dies ist eine zentrale Botschaft der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) in einer aktualisierten Leitlinie.


02.09.2026
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Allerdings muss das Risiko für Komplikationen sorgfältig und individuell geprüft werden, betonen die Fachleute von 18 (zahn-)medizinischen Fachgesellschaften und Organisationen, die diese Leitlinie zur Implantatversorgung von Patientinnen und Patienten unter Antiresorptiva aktualisiert haben. Weil diese Medikamente (Bisphosphonate oder der Antikörper Denosumab) den Knochenabbau verlangsamen, werden sie bei gutartigen Knochenstoffwechselstörungen verordnet, etwa bei Osteoporose. Auch bei Knochenmetastasen und Multi­plem Myelom kommen sie zum Einsatz. Wenn antihormonelle Therapien bei Brust- oder Prostatakrebs zu Knochenschwund führen, können Antiresorptiva die Knochen stabilisieren und Komplikationen vermeiden.

Kiefernekrose vermeiden

Unter einer Antiresorptiva-Therapie können Entzündungen im Mundraum, Druckstellen von Prothesen oder Eingriffe am Kiefer, etwa Zahnextraktionen oder auch eine Implantatbehandlung, eine sogenannte Antiresorptiva-assoziierte Kiefernekrose, auslösen. Diese Form der Kiefernekrose ist eine seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkung. „Implantate sind bei Patientinnen und Patienten mit Antiresorptiva möglich und oft sinnvoll, erfordern jedoch eine risikoadaptierte Planung“, betont Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz aus Wiesbaden, Koordinator der Leitlinie. „Entscheidend für die Prognose sind die Entzündungskontrolle, eine einfache Prothetik und eine strenge Indikationsstellung, wenn der Kieferknochen aufgebaut werden muss.“ Eine gute Mundhygiene und die konsequente Wahrnehmung von Kontrollterminen gelten als besonders wichtig für den langfristigen Erfolg der Behandlung.

Die S3-Leitlinie zu Zahnimplan­taten bei medikamentöser Behandlung mit Knochen­antiresorptiva finden Sie hier.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich