Hanneken: Zu Beginn müssen Ärzte und ihre Praxis-Teams Zeit investieren, um die ePA zu implementieren. Dies umfasst das Einrichten der notwendigen Software, das Anlernen der Mitarbeiter und die Schulung im Umgang mit der digitalen Akte. Der Aufwand hierfür variiert je nach Größe der Praxis und technischer Ausstattung, kann aber anfangs einige Stunden bis Tage in Anspruch nehmen.
Für Ärzte, die bisher mit papierbasierten Akten gearbeitet haben, erfordert die Umstellung auf die ePA eine gewisse Eingewöhnungszeit. Während der ersten Monate können zusätzliche Minuten pro Patient erforderlich sein, da Ärzte sich mit den neuen Arbeitsprozessen und der digitalen Dokumentation vertraut machen müssen.
Zu Beginn der ePA-Nutzung könnte es zusätzliche Zeit kosten, weil alle Daten digital erfasst und dokumentiert werden müssen. Das umfasst nicht nur die Eingabe von Daten, sondern auch die Verwaltung von Berechtigungen und Zugriffskontrollen für andere Ärzte. Insbesondere wenn Patienten mehrere behandelnde Ärzte haben oder eine hohe Zahl von medizinischen Fachkräften auf ihre Akte zugreifen, müssen die Zugriffsrechte regelmäßig angepasst werden.
Wie bei jeder neuen Technologie können technische Schwierigkeiten oder Systemausfälle zusätzlichen Zeitaufwand verursachen. Ein IT-Support-Team oder zusätzliche Schulungen für die Praxis können notwendig sein, was Zeit und Ressourcen bindet.
Trotz des anfänglichen Mehraufwands kann die ePA langfristig zu erheblichen Zeitersparnissen führen: Die ePA ermöglicht es, Patientendaten schnell und unkompliziert zu überprüfen, ohne in Papierakten oder auf andere Systeme zugreifen zu müssen. Arztbriefe, Befunde und Laborergebnisse sind in der ePA digital hinterlegt und jederzeit verfügbar. Das spart viel Zeit, da Ärzte nicht mehr auf Post oder Faxübertragungen warten müssen und Informationen sofort abrufbar sind.
Wenn verschiedene Ärzte auf die ePA zugreifen können, entfällt der zeitraubende Austausch von Papierunterlagen oder das Warten auf Berichte. Die Kommunikation zwischen Fachärzten und Hausärzten wird erheblich effizienter, da alle relevanten Informationen direkt in der Akte vorliegen. Dies kann die Behandlung der Patienten beschleunigen und die Qualität der Versorgung verbessern.
Durch den Zugriff auf die vollständige medizinische Historie des Patienten können Ärzte vermeiden, unnötige Untersuchungen oder Tests zu wiederholen. Dies spart nicht nur Zeit, sondern auch Kosten. Darüber hinaus werden Fehler bei der Medikation reduziert, da alle Ärzte auf die gleiche, vollständige Medikationsgeschichte zugreifen können.
Langfristig betrachtet führt die Umstellung auf digitale Akten und Prozesse zu einer deutlich höheren Effizienz. Auch die Integration von weiteren digitalen Anwendungen, wie der digitalen Verordnung von Medikamenten oder der telemedizinischen Konsultation, wird durch die ePA erleichtert und beschleunigt.
Fazit
Kurzfristig erfordert die Einführung und Nutzung der ePA zusätzlichen Zeitaufwand, insbesondere in den Bereichen Schulung, Dokumentation und initiale Eingewöhnung. Doch sobald die Praxis die Technologie integriert hat und die Ärzte sich an den digitalen Umgang gewöhnt haben, werden sich durch den schnellen Zugriff auf Daten, eine verbesserte Kommunikation zwischen den Ärzten und eine höhere organisatorische Effizienz erhebliche Zeitersparnisse einstellen.
Langfristig gesehen profitieren Ärzte von einer schnelleren und sichereren Handhabung von Patientendaten, einer besseren Zusammenarbeit mit Kollegen und einer Reduktion administrativer Aufgaben, was zu einer insgesamt effizienteren Praxisführung führt. Daher überwiegen nach einer gewissen Eingewöhnungszeit die Zeitersparnisse deutlich.