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EAN-Kongress 2026

Neue 12-Monats-Daten bestätigen Wirksamkeit der subkutanen Foslevodopa/Foscarbidopa-Therapie bei fortgeschrittener Parkinson-Krankheit in der klinischen Praxis

Während des diesjährigen Kongresses der European Academy of Neurology wurden neue Daten aus der Real-World-Studie ROSSINI zur Wirksamkeit und Sicherheit der kontinuierlichen subkutanen Foslevodopa/Foscarbidopaa,b-Infusion bei fortgeschrittener Parkinson-Krankheit vorgestellt.1,2 Ergänzt durch Erfahrungen aus der klinischen Praxis unterstreichen die Ergebnisse den Stellenwert der Therapie im Versorgungsalltag und liefern Hinweise darauf, dass insbesondere ein frühzeitiger Therapiebeginn im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf motorische Symptome und Lebensqualität verbessern kann.3


23.09.2026
AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
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Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium stellt die Parkinson-Krankheit Betroffene und Behandelnde vor zunehmende Herausforderungen, insbesondere wenn mit oralen Therapien keine ausreichende Symptomkontrolle mehr gewährleistet werden kann.4,5 Mit nicht-oralen Folgetherapien wie der kontinuierlichen subkutanen Foslevodopa/Foscarbidopa (LDp/CDp)-Infusiona,b kann bei Patienten und Patientinnen mit fortgeschrittener Parkinson-Krankheit eine signifikante Verbesserung sowohl der motorischen Symptome als auch der Lebensqualität erreicht werden.6,7 Neue Daten aus der klinischen Praxis sowie aktuelle Subgruppenanalysen der Zulassungsstudien liefern nun weitere Hinweise darauf, dass insbesondere Patienten und Patientinnen, bei denen motorische Komplikationen erst seit kürzerer Zeit im Krankheitsverlauf auftreten (≤ 3 Jahre) und auf die subkutane LDp/CDp-Therapie umgestellt werden, besonders profitieren können.2,3

ROSSINI-Studie bestätigt Wirksamkeit und Sicherheit im Versorgungsalltag

Die laufende Real-World-Studie ROSSINI (Real-world Outcomes with continuouS Subcutaneous levodopa INfusIon) untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit der kontinuierlichen subkutanen Foslevodopa/Foscarbidopa-Therapie unter Alltagsbedingungen. Die länderübergreifende, prospektive, einarmige Beobachtungsstudie mit einer Nachbeobachtungszeit von drei Jahren schließt Patienten und Patientinnen mit fortgeschrittener Parkinson-Krankheit ein, die auf die kontinuierliche subkutane LDp/CDp-Therapie umgestellt wurden. Die aktuellen 12-Monats-Daten wurden beim diesjährigen Kongress der European Academy of Neurology vorgestellt.2 In die Interimsanalyse gingen die Daten von 202 Patienten und Patientinnen ein, von denen 81 (40 %) in deutschen Zentren behandelt wurden.

Zwölf Monate nach Beginn der kontinuierlichen subkutanen Therapie zeigte sich eine statistisch signifikante und anhaltende Verbesserung sowohl motorischer als auch nicht-motorischer Symptome. Die tägliche OFF-Zeit verringerte sich um durchschnittlich 2,2 Stunden gegenüber der Baseline von 5,2 Stunden. Gleichzeitig reduzierte sich die Zeit mit Dyskinesien um durchschnittlich 1,7 Stunden gegenüber der Baseline von 3,5 Stunden. Darüber hinaus verbesserten sich nicht-motorische Symptome wie Schmerzen um durchschnittlich 8,4 Punkte gegenüber der Baseline von 22,8 Punkten (nach King’s Parkinson’s Disease Pain Scale). Zudem zeigte sich eine Verbesserung der Parkinson-assoziierten Schlafstörungen um durchschnittlich 6,3 Punkte gegenüber der Baseline von 20,5 Punkten (nach Parkinson’s Disease Sleep Scale-2). Auch die Parkinson-bezogene Lebensqualität nahm zu, was sich in der Reduktion des Scores im Parkinson´s Disease Questionnaire-39 (PDQ-39) um durchschnittlich 2,9 Punkte gegenüber der Baseline von 35,5 Punkten widerspiegelte. Auch das Sicherheitsprofil entsprach den bisherigen Erfahrungen aus den Zulassungsstudien. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren Halluzinationen (11,4 %) und Reaktionen an der Einstichstelle. Diese Nebenwirkungen waren überwiegend leicht bis mittelschwer ausgeprägt.2 Damit bestätigen die Real-World-Daten die bereits in den Zulassungsstudien gezeigte Wirksamkeit und Sicherheit der kontinuierlichen subkutanen Foslevodopa/Foscarbidopa-Therapie auch unter den Bedingungen der klinischen Routineversorgung.2,6,7

Frühzeitiger Einsatz kann insbesondere jüngeren Patienten und Patientinnen zugutekommen

In der aktuellen Subgruppenanalyse der ROSSINI-Studie gab es Hinweise darauf, dass insbesondere jüngere Patienten und Patientinnen (< 65 Jahre) mit einer kürzeren Krankheitsdauer (< 10 Jahre) besonders von der Therapie profitieren könnten. In dieser Patientengruppe wurde eine numerisch größere Verbesserung der Parkinson-bezogenen Lebensqualität (nach PDQ-39) beobachtet als in der Gesamtpopulation.2 Diese Beobachtungen werden durch eine kürzlich veröffentlichte Subgruppenanalyse der Zulassungsstudie gestützt.3 Demnach erreichten Patienten und Patientinnen im Alter von ≤ 65 Jahren, die innerhalb von fünf Jahren nach Auftreten motorischer Fluktuationen auf die kontinuierliche subkutane LDp/CDp-Therapie eingestellt wurden, eine Verlängerung der ON-Zeit ohne störende Dyskinesien um 3,9 Stunden gegenüber der Baseline.3 In der Gesamtpopulation betrug dieser Zugewinn 2,72 Stunden. Gleichzeitig reduzierte sich die tägliche OFF-Zeit in der jüngeren Subgruppe um 3,7 Stunden gegenüber der Baseline, verglichen mit 2,75 Stunden in der Gesamtpopulation.3,c Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Patienten und Patientinnen insbesondere dann profitieren können, wenn die Therapie frühzeitig im fortgeschrittenen Krankheitsstadium initiiert wird.

Klinische Praxis: Frühes Erkennen von Wirkfluktuationen ist entscheidend

Gestützt werden die Studiendaten auch von der klinischen Praxis, wie Prof. Dr. Tobias Warnecke, Osnabrück, bei einer Satellitensession im Rahmen des EAN-Kongresses anhand eines Patientenfalls zeigte. Im Mittelpunkt standen die frühzeitige Identifikation geeigneter Patienten und Patientinnen sowie die Einleitung einer kontinuierlichen subkutanen Folgetherapie bei fortgeschrittener Parkinson-Krankheit. „Die richtige Patientenauswahl und eine frühzeitige Kommunikation der verschiedenen Optionen sind entscheidend für individuell passende Therapieentscheidungen“, so Warnecke. Vorgestellt wurde der Fall eines 54-jährigen Patienten, der seit zehn Jahren an Parkinson erkrankt war. Nach zunächst gutem Ansprechen auf orale Medikation entwickelten sich Wearing-off und morgendliche OFF-Phasen, später kamen ausgeprägte ON-OFF-Fluktuationen und belastende Dyskinesien hinzu. Wiederholte Anpassungen der oralen Therapie führten lediglich zu vorübergehenden oder unzureichenden Verbesserungen. Vor diesem Hintergrund wurde der Patient als geeigneter Kandidat für eine nicht-orale Folgetherapie eingestuft. Bei der gemeinsamen Therapieentscheidung standen neben der Kontrolle motorischer Symptome vor allem individuelle Lebensziele im Fokus, darunter die uneingeschränkte Fortführung der Berufstätigkeit und die Rückkehr zu körperlicher Aktivität. Patient und Behandlungsteam entschieden sich gemeinsam für eine kontinuierliche subkutane Foslevodopa/Foscarbidopa-Pumpentherapie. 

Bereits drei Monate nach Therapiebeginn waren Dyskinesien klinisch kaum noch relevant. Auch im Langzeitverlauf über mehr als 18 Monate blieb der Therapieerfolg stabil. Neben einer verbesserten Symptomkontrolle profitierte der Patient durch eine Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität und der Aktivitäten des täglichen Lebens. Nach Einschätzung von Prof. Warnecke unterstreicht dieser Fall die Bedeutung einer individuellen Therapieplanung. Insbesondere bei berufstätigen und körperlich aktiven Patienten und Patientinnen sollte die Umstellung auf eine nicht-orale Therapie nach konsequenter Testung oraler/transdermaler Wirkstoffe bezüglich medikamentös ausbehandelter Fluktuationen (sog. MAF-Konzept, refractory motor complications) frühzeitig evaluiert werden.8,9 Ziel sei es, motorische Komplikationen frühzeitig zu kontrollieren und die Lebensqualität möglichst langfristig zu erhalten.

Über PRODUODOPA® bei fortgeschrittener Parkinson-Krankheit

Die subkutane Infusionslösung PRODUODOPA® (Foslevodopa/Foscarbidopa) ist zugelassen zur Behandlung der fortgeschrittenen, auf Levodopa-reaktiven Parkinson-Krankheit mit schweren motorischen Fluktuationen und Hyperkinesie oder Dyskinesie, wenn verfügbare Kombinationen von Antiparkinsonmitteln nicht zu zufriedenstellenden Ergebnissen geführt haben.1 Die Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie wurden in zwei Phase-III-Studien untersucht: der 12‐wöchigen randomisierten, doppelblinden, aktiv kontrollierten, multizentrischen Phase-III-Studie M15-736 und der 52-wöchigen offenen, multizentrischen Phase-III-Studie M15-741.6,7 In der Studie M15-736 wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Foslevodopa/Foscarbidopa mit einer oralen Levodopa/Carbidopa-Therapie über 12 Wochen verglichen.6 Basis für die Zulassung in der Europäischen Union war die einarmige Phase-III-Studie M15-741 mit primärem Endpunkt Sicherheit (subkutane 24-h-Infusion mit Foslevodopa/Foscarbidopa).1,7 PRODUODOPA® ist eine Zulassungserweiterung von Duodopa® (Levodopa-Carbidopa-Intestinalgel/LCIG).1

Über die fortgeschrittene Parkinson-Krankheit

Weltweit leben mehr als 10 Millionen Menschen mit Parkinson, einer fortschreitenden und chronischen Krankheit, die mit Bewegungsstörungen einhergeht und von Tremor, Muskelsteifigkeit, einer Verlangsamung der Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen gekennzeichnet ist.10,11 Die Parkinson-Krankheit ist als Bewegungsstörung infolge eines Verlusts Dopamin produzierender Hirnzellen klassifiziert.1 Die motorischen Symptome setzen ein, wenn etwa 60–80 % der Dopamin produzierenden Zellen im Gehirn verloren sind, und nehmen im weiteren Krankheitsverlauf langsam zu.12 Aktuell gibt es keine Heilungsmöglichkeit für die Erkrankung, jedoch stehen Therapieoptionen zur Verfügung, mit denen sich die Symptome reduzieren lassen.12 Mit Fortschreiten der Erkrankung nehmen Wirkfluktuationen zu, da die schwankenden Levodopa-Plasmaspiegel, die sich durch die orale Therapie ergeben, u. a. durch schwindende Pufferkapazität im Striatum nicht länger abgefangen werden können.4,13 Es kommt bei den Patienten und Patientinnen zu Schwankungen zwischen ON-Zeiten (wenn die Symptome im Allgemeinen gut unter Kontrolle sind) und OFF-Zeiten, in denen Tremor und Rigor wieder auftreten und die Patient*innen mehr Schwierigkeiten haben, sich zu bewegen.14 Bei Patienten und Patientinnen kann es auch zu störenden Dyskinesien kommen, welche die täglichen Aktivitäten erheblich behindern können.14


a PRODUODOPA® ist für die Behandlung der fortgeschrittenen, auf Levodopa-reaktiven Parkinson-Krankheit mit schweren motorischen Fluktuationen und Hyperkinesie oder Dyskinesie, wenn verfügbare Kombinationen von Antiparkinsonmitteln nicht zu zufriedenstellenden Ergebnissen geführt haben, zugelassen.1

b PRODUODOPA® besteht aus den Prodrugs Foslevodopa und Foscarbidopa, die im Körper zu Levodopa und Carbidopa umgewandelt werden.1

c Die Differenz der kleinsten Quadrate-Mittelwerte zwischen LDp/CDp und oralem LD/CD war in der Subgruppe der jüngeren Patient*innen numerisch größer im Vergleich zur Gesamtstudienpopulation: OFF-Zeit: −2,4 h vs. −1,8 h, ON-Zeit ohne störende Dyskinesien: +3,4 h vs. +1,8 h.3



1 Fachinformation PRODUODOPA®, aktueller Stand.

2 Jost WH et al. ROSSINI 12-Month Interim Results: Safety and Effectiveness of 24-Hour Foslevodopa/Foscarbidopa in Parkinson’s Disease. European Academy of Neurology (EAN)-Kongress, Genf (Schweiz), 27–30. Juni 2026, Poster A-26-20224.

3 Antonini A et al. Neurol Ther 2026;15(1):309–324.

4 Olanow CW et al. Mov Disord 2020;35:1731–1744.

5 Cenci MA. Front Neurol 2014;5:242.

6 Soileau MJ et al. Lancet Neurol 2022;21(12):1099–1109.

7 Aldred J et al. Neurol Ther 2023;12(6):1937–1958.

8 Höglinger G et al. Parkinson-Krankheit, S2k-Leitlinie, 2023, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien (abgerufen am 21.07.2026).

9 Ebersbach G, Warnecke T. Mov Disord Clin Pract 2026 Jul;13(7):1637-1641.

10 Parkinson’s Foundation. Online: https://www.parkinson.org/understanding-parkinsons/statistics (abgerufen am 21.07.2026).

11 The Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research. Parkinson’s 101 | Parkinson’s Disease. Online: https://www.michaeljfox.org/parkinsons-101 (abgerufen am 21.07.2026).

12 National Institute of Neurological Disorders and Stroke. Online: https://www.ninds.nih.gov/health-information/disorders/parkinsons-disease#toc-how-is-parkinson-s-disease-diagnosed-and-treated (abgerufen am 21.07.2026).

13 Barone P et al. Neurology 2004;63(suppl 3):S35–S38.

14 Parkinson’s Europe. Symptoms of Parkinson’s. Online: https://parkinsonseurope.org/signs-and-symptoms/symptoms/ (abgerufen am 21.07.2026).

Quelle: AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG