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Personalisierte Brustkrebstherapie: Neuer Ansatz bei eingeschränkter Tamoxifen-Wirkung

Ein Stuttgarter Forschungsteam hat einen zukunftsweisenden Therapieansatz für Brustkrebs entwickelt, bei dem die Wirkung des Standardmedikaments Tamoxifen eingeschränkt ist. Die innovative Kombinationstherapie wurde unter dem Namen TAMENDOX erfolgreich in einer klinischen Studie getestet.


07.10.2025
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Brustkrebs ist weltweit die am häufigsten auftretende Krebserkrankung bei Frauen (WHO 2023). Das Dr. Margarete Fischer-Bosch Institut für Klinische Pharmakologie (IKP) in Stuttgart hat nun in einer klinischen Studie eine neue Therapie entwickelt. Sie passt die Hormonbehandlung bei Brustkrebs an die jeweilige Patientin individuell an. Ziel ist es, die Wirksamkeit von Tamoxifen bei Patientinnen zu erhöhen, bei denen das Medikament bislang nicht den gewünschten Effekt hat. Denn Tamoxifen ist ein seit vielen Jahren verwendetes Arzneimittel gegen hormonabhängigen Brustkrebs.

TAMENDOX macht Tamoxifen-Therapie bei Brustkrebs wirksamer

Tamoxifen hemmt das Wachstum von Brustkrebszellen, die hormonempfindlich sind. Dies macht es, indem es das Hormon Östrogen davon abhält, an seinen Rezeptoren in den Tumorzellen zu binden. Damit das Medikament jedoch seine optimale Wirkung entfalten kann, muss es im Körper in die aktive Form (Z)-Endoxifen konvertiert werden. Allerdings zeigen rund ein Drittel der Patientinnen eine Einschränkung dieses Stoffwechselprozesses über das Enzym CYP2D6. Dabei sind genetische Faktoren für diese Variabilität verantwortlich. Sie kann deshalb bei Brustkrebspatientinnen das Risiko erhöhen, einen Rückfall zu erleiden.

TAMENDOX setzt genau hier an. Denn es ergänzt gezielt (Z)-Endoxifen, um die unzureichende Umwandlung von Tamoxifen auszugleichen und die Therapie wirksamer zu machen.

Multicenter-Studie mit TAMENDOX

  • Kooperation mit 38 deutschen Kliniken
  • Teilnehmende: 235 Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs im Frühstadium
  • Abhängig vom genetischen Profil erhielten die Patientinnen entweder eine Monotherapie mit Tamoxifen oder eine Kombination mit (Z)-Endoxifen.
  • Brustkrebspatientinnen mit Kombinationstherapie erreichten die angestrebte Tamoxifen-Wirkstoffkonzentration im Blut.
  • Diese war  vergleichbar mit derjenigen bei Patientinnen mit einer Tamoxifen-Monotherapie und normaler Metabolisierung.

TAMENDOX in Multicenter-Studie bei Brustkrebs erfolgreich getestet

Im Rahmen einer Multicenter-Studie wurden unter der Leitung des IKP und in Kooperation mit 38 deutschen Kliniken 235 Patientinnen behandelt. Sie wiesen hormonrezeptorpositiven, d.h. hormonabhängigen Brustkrebs im Frühstadium auf. Die Patientinnen erhielten über einen Zeitraum von sechs Wochen entweder eine alleinige Behandlung mit Tamoxifen (Monotherapie) oder eine Kombination aus Tamoxifen und (Z)-Endoxifen. Dieses war abhängig von ihrem individuellen genetischen Profil oder den Wirkstoffspiegeln im Blut. Es stellte sich hierbei heraus, dass Brustkrebspatientinnen, die eine Kombinationstherapie erhielten, die angestrebte Wirkstoffkonzentration im Blut erreichten. Diese war nun vergleichbar mit derjenigen bei Patientinnen mit einer Tamoxifen-Monotherapie und normaler Metabolisierung.

„Mit TAMENDOX bieten wir erstmals eine effektive Lösung für ein lange bekanntes Problem. Die unzureichende Wirkung von Tamoxifen bei einem erheblichen Teil der Patientinnen“, sagt Prof. Dr. Matthias Schwab, Leiter des Dr. Margarete Fischer-Bosch Instituts für Klinische Pharmakologie am Bosch Health Campus. Die Ergebnisse würden eindrucksvoll zeigen, wie durch gezielte personalisierte Medizin die Wirksamkeit bestehender Therapien erheblich verbessert werden kann. Dies sei zum direkten Nutzen der Patientinnen.

TAMENDOX bei Brustkrebs: gut verträglich und nur milde Nebenwirkungen 

Die neue Behandlungsmethode wurde von den Patientinnen sehr gut vertragen. Denn die Nebenwirkungen waren mild und traten in gleichem Maße auf wie in der Gruppe, die die Tamoxifen-Monotherapie erhielt.

Besonders Frauen vor der Menopause könnten von diesem neuen personalisierten Therapieansatz profitieren. Denn für sie sind alternative Therapien, wie z.B. der Einsatz von Aromatasehemmern, eingeschränkt ist. Deshalb arbeitet das IKP aktuell an einem Konzept zur Arzneimittelzulassung für TAMENDOX, um das bisher bestehende Therapieangebot bei Brustkrebs zu erweitern.



Literatur

Mürdter TE, Schroth W et al. Supplementation of Tamoxifen with low-dose Endoxifen in breast cancer patients with impaired tamoxifen metabolism (TAMENDOX): a randomized controlled phase 1/2 trial. Cancer Res 2025 Oct 2. doi: 10.1158/1078-0432.CCR-25-2103. Online ahead of print. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41036998/