In Tab. 1 sehen Sie die Hauptgründe für Kündigungen. Einige dieser Gründe lassen sich leicht vermeiden.
Schaffen Sie ein Arbeitsumfeld, in das man gerne kommt
Es empfiehlt sich, die Mitarbeiter nach ihren Stärken einzusetzen (und einzustellen). Ein eher introvertierter Mensch wird für alles Geld der Welt nicht langfristig an einer stark frequentierten Praxisrezeption mit hohem Telefonaufkommen und anspruchsvollen Patienten bleiben.
Berufliche Förderungs- und Weiterbildungsangebote zeigen Ihre Wertschätzung und Ihr Vertrauen in das Potenzial des Mitarbeiters und auch das Übertragen von Verantwortung sorgt bei vielen Menschen für einen Motivationsschub.
Darüber hinaus werden Sie dadurch erheblich entlastet und können sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren. Delegieren Sie so viel wie möglich: Verwaltung, Organisation der Teambesprechung, Abrechnung, Forderungsmanagement, Schriftverkehr, Marketing, Konfliktmanagement, Ziffernkontrolle etc.
Stellen Sie Mitarbeiter ein, die entweder Erfahrungen mitbringen, oder lassen Sie Mitarbeiter zu Experten auf ihrem Gebiet ausbilden – investieren Sie in Wissen. Es gibt eine Vielzahl psychologischer Anreize, die sich positiv auf Mitarbeiter auswirken.
Schreiben Sie Stellen richtig aus
Jetzt muss man sie nur noch finden, die wunderbaren neuen Mitarbeiter. Das ist in der Tat derzeit offenbar ein großes Problem, man braucht eine Strategie und am besten auch einen langen Atem.
Natürlich suchen Sie eine/n MFA m/w/div (Achtung, zum dritten Geschlecht kommen wir gleich noch), der/die/das (?) „den Laden“ oder die jeweilige Abteilung unter Kontrolle hat und darüber hinaus stressresistent und teamfähig ist, damit es nicht innerhalb des Teams zu Querelen kommt.
Die besten Patienten bekommt man über Empfehlungen, nicht wahr? So ist es auch mit den besten Mitarbeitern! Sprechen Sie mit Ihren Angestellten, oft kennt jemand jemanden, der jemanden kennt und ... Sie wissen, worauf ich hinaus will. Neue Mitarbeiter über eine Empfehlung zu bekommen, ist natürlich der schönste Weg. Ihre Mitarbeiter sind offenbar glücklich bei Ihnen, empfehlen Sie sogar als Arbeitgeber weiter und möchten natürlich als Praxiszuwachs auch gern neue Kollegen haben, die sie bereits kennen und mögen. Das ist eine Win-win-Situation.
Dann gibt es noch den herkömmlichen Weg der Anzeige. Aber wo inseriert man heutzutage, wo alles überwiegend online abgewickelt wird? Nun, die meisten Zeitungen haben inzwischen einen Internetauftritt, in dem Ihre Anzeige dann auch erscheint. Es besteht die Möglichkeit, sich an professionelle Arbeitsvermittler mit den entsprechenden Internetportalen zu wenden, aber überlegen Sie sich gut, wen Sie ansprechen möchten. Findet sich die gewünschte Klientel in diesen Portalen wieder? Meistens nicht.
Durchstöbern Sie doch mal die Stellengesuche im Netz und stellen sich bei interessanten Kandidaten als Arbeitgeber vor. Es gibt Portale, in denen Stellensuchende anonym inserieren – dieser Weg ist zwar mit ein bisschen Arbeit verbunden, kann sich aber durchaus lohnen.
Wenn Ihre Praxis eine Facebook-Seite hat, nutzen Sie diese doch. Lassen Sie Ihre „Fans“ wissen, dass Sie auf der Suche sind. Je nach Bindung wird Ihr Stellengesuch viele Male geteilt, vielleicht auch in den einschlägigen Facebook-MFA-Gruppen, von denen es einige gibt.
Ein relativ neuer Weg für eine Arztpraxis, aber durchaus empfehlenswert, ist das Implementieren eines Bewerbungsformulars auf der Homepage, wie es viele größere Firmen schon lange nutzen. Sollten Sie sich diesbezüglich mit Ihrem IT-Unternehmen beraten, bedenken Sie, dass weniger oft mehr ist. Ein einfaches Formular mit den Basisangaben und der Möglichkeit eines Uploads für die Dokumente reicht völlig aus. Aber vergessen Sie nicht die speziell für diese Datenverarbeitung notwendige Datenschutzerklärung.
Achtung! m/w/div oder int.
Männlich/weiblich/divers – mit Inkrafttreten des neuen Gleichbehandlungsgesetztes am 1.1.2019 sollte auch das dritte Geschlecht in Stellenanzeigen erwähnt werden. Das sorgt bei Berufsbezeichnungen für erhebliche Verwirrung und wird sich sicher nicht so leicht umsetzen lassen. Um jedoch nicht dem Vorwurf der Diskriminierung ausgesetzt zu sein, passen Sie Ihre Anzeige entsprechend an.
Disclaimer: Bitte konsultieren Sie bei Rechts- und Steuerfragen stets zusätzlich Ihren Steuerberater oder Rechtsanwalt.