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Allgemein- & Innere Medizin, Dermatologie, Wirtschaft Dermatologie Dermatologie
Mitarbeiter

Personalprobleme: MFA wanted!

Kaum eine Praxis, die nicht auf der Suche nach den perfekten Mitarbeitern langsam an den Rand der Verzweiflung gerät. Gute MFA werden händeringend gesucht und nur sehr selten gefunden.


17.06.2019
E. Kron
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Die psychologische Wirkung von Anerkennung und Wertschätzung ist glücklicherweise inzwischen hinlänglich bekannt. Aber auch monetär empfiehlt es sich, Mitarbeitern einer Arztpraxis Anreize zu geben. Gute Arbeit sollte gut bezahlt werden und die schlaue Praxis weiß, wie sie gute Mitarbeiter an sich bindet.

Geben Sie finanzielle Anreize über das Grundgehalt hinaus

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland hat eine Befragung von mehreren tausend MFA durchgeführt und kam zu dem Ergebnis, dass 67 % der MFA nach Tarif bezahlt werden. Die Differenz zum Tariflohn lag im Westen Deutschlands bei +1 % und im Osten des Landes bei -1 %. 

Wir gehen hier einmal von einer fiktiven MFA mit zehnjähriger Berufserfahrung aus. Sie wird in die Tätigkeitsgruppe II eingestuft und würde seit dem 1.4.2019 nach Tarif dafür 2.398,11 Euro bekommen. Jetzt werfen wir diesen Betrag mal in den Brutto-/ Nettorechner und kommen dann auf circa 1.607,37 Euro. Da werden jetzt einige sagen, dass das doch ein ordentlicher Betrag ist. Aber für eine Fachkraft mit Ausbildung, Fortbildungen, Berufserfahrung und letztendlich doch viel Verantwortung ist das nicht wirklich verlockend.

Sie wollen aber locken. Sie müssen locken. Denn Sie möchten ja ein neues Teammitglied finden, auf das Sie fachlich bauen, an das Sie delegieren können und das natürlich auch am liebsten für immer bei Ihnen bleibt. Wenn Sie die besten Mitarbeiter haben möchten, müssen Sie sich auch als bester Arbeitgeber präsentieren. 
Eine Entgeltumwandlung im Rahmen einer betrieblichen Altersversorgung (BAV) ist Standard und muss von jedem Arbeit­geber angeboten werden. Finanzielle Anreize wären zum Beispiel – neben der übertariflichen Bezahlung – die Übernahme der Fahrtkosten, ein Provisions- oder Gewinnbeteiligungsmodell oder die Übernahme der Kosten für etwa ein Fitness-Studio.



In Tab. 1 sehen Sie die Hauptgründe für Kündigungen. Einige dieser Gründe lassen sich leicht vermeiden.

Schaffen Sie ein Arbeitsumfeld, in das man gerne kommt

Es empfiehlt sich, die Mitarbeiter nach ihren Stärken einzusetzen (und einzustellen). Ein eher introvertierter Mensch wird für alles Geld der Welt nicht langfristig an einer stark frequentierten Praxisrezeption mit hohem Telefonaufkommen und anspruchsvollen Patienten bleiben.

Berufliche Förderungs- und Weiter­bildungsangebote zeigen Ihre Wertschätzung und Ihr Vertrauen in das Potenzial des Mitarbeiters und auch das Übertragen von Verantwortung sorgt bei vielen Menschen für einen Motivationsschub. 

Darüber hinaus werden Sie dadurch erheblich entlastet und können sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren. Delegieren Sie so viel wie möglich: Verwaltung, Organisation der Teambesprechung, Abrechnung, Forderungsmanagement, Schriftverkehr, Marketing, Konfliktmanagement, Ziffernkontrolle etc.

Stellen Sie Mitarbeiter ein, die entweder Erfahrungen mitbringen, oder lassen Sie Mitarbeiter zu Experten auf ihrem Gebiet ausbilden – investieren Sie in Wissen. Es gibt eine Vielzahl psychologischer Anreize, die sich positiv auf Mitarbeiter auswirken.

Schreiben Sie Stellen richtig aus

Jetzt muss man sie nur noch finden, die wunderbaren neuen Mitarbeiter. Das ist in der Tat derzeit offenbar ein großes Problem, man braucht eine Strategie und am besten auch einen langen Atem.

Natürlich suchen Sie eine/n MFA m/w/div (Achtung, zum dritten Geschlecht kommen wir gleich noch), der/die/das (?) „den Laden“ oder die jeweilige Abteilung unter Kontrolle hat und darüber hinaus stressresistent und teamfähig ist, damit es nicht innerhalb des Teams zu Querelen kommt.
Die besten Patienten bekommt man über Empfehlungen, nicht wahr? So ist es auch mit den besten Mitarbeitern! Sprechen Sie mit Ihren Angestellten, oft kennt jemand jemanden, der jemanden kennt und ... Sie wissen, worauf ich hinaus will. Neue Mitarbeiter über eine Empfehlung zu bekommen, ist natürlich der schönste Weg. Ihre Mitarbeiter sind offenbar glücklich bei Ihnen, empfehlen Sie sogar als Arbeitgeber weiter und möchten natürlich als Praxis­zuwachs auch gern neue Kollegen haben, die sie bereits kennen und mögen. Das ist eine Win-win-Situation. 

Dann gibt es noch den herkömmlichen Weg der Anzeige. Aber wo inseriert man heutzutage, wo alles überwiegend online abgewickelt wird? Nun, die meisten Zeitungen haben inzwischen einen Internet­auftritt, in dem Ihre Anzeige dann auch erscheint. Es besteht die Möglichkeit, sich an professionelle Arbeitsvermittler mit den entsprechenden Internetportalen zu wenden, aber überlegen Sie sich gut, wen Sie ansprechen möchten. Findet sich die gewünschte Klientel in diesen Portalen wieder? Meistens nicht.

Durchstöbern Sie doch mal die Stellengesuche im Netz und stellen sich bei interessanten Kandidaten als Arbeitgeber vor. Es gibt Portale, in denen Stellensuchende ­anonym inserieren – dieser Weg ist zwar mit ein bisschen Arbeit verbunden, kann sich aber durchaus lohnen.

Wenn Ihre Praxis eine Facebook-Seite hat, nutzen Sie diese doch. Lassen Sie Ihre „Fans“ wissen, dass Sie auf der Suche sind. Je nach Bindung wird Ihr Stellengesuch viele Male geteilt, vielleicht auch in den einschlägigen Facebook-MFA-Gruppen, von denen es einige gibt.

Ein relativ neuer Weg für eine Arztpraxis, aber durchaus empfehlenswert, ist das Implementieren eines Bewerbungsformulars auf der Homepage, wie es viele größere Firmen schon lange nutzen. Sollten Sie sich diesbezüglich mit Ihrem IT-Unternehmen beraten, bedenken Sie, dass weniger oft mehr ist. Ein einfaches Formular mit den Basisangaben und der Möglichkeit eines Uploads für die Dokumente reicht völlig aus. Aber vergessen Sie nicht die speziell für diese Datenverarbeitung notwendige Datenschutzerklärung.

Achtung! m/w/div oder int.

Männlich/weiblich/divers – mit Inkrafttreten des neuen Gleichbehandlungs­gesetztes am 1.1.2019 sollte auch das dritte Geschlecht in Stellenanzeigen erwähnt werden. Das sorgt bei Berufsbezeichnungen für erhebliche Verwirrung und wird sich sicher nicht so leicht umsetzen lassen. Um jedoch nicht dem Vorwurf der Diskriminierung ausgesetzt zu sein, passen Sie Ihre Anzeige entsprechend an. 

Disclaimer: Bitte konsultieren Sie bei Rechts- und Steuerfragen stets zusätzlich Ihren Steuerberater oder Rechtsanwalt.

Korrespondenzadresse

Edith Kron
Kron Praxisprojekte
Haroldstraße 22, 40213 Düsseldorf
E-Mail: info(ett)kron-praxisprojekte.de
www.kron-praxisprojekte.de